Donald Trump: Über 100 Posts in einer Nacht - Experte weiß, was ihn wirklich wachhält

Mehr als 100 Posts an einem einzigen Tag, darunter eine Liste mit 75 angeblichen Erfolgen – für Politikexperte David Rothkopf ist Trumps Social-Media-Marathon nach dem 4. Juli kein Zeichen von Stärke, sondern das genaue Gegenteil.

Erstellt von - Uhr

Trumps zunehmende Social-Media-Flut bleibt auch Politik-Experte David Rothkopf nicht verborgen. Er vermutet dahinter eine zunehmende Unsicherheit. (Foto) Suche
Trumps zunehmende Social-Media-Flut bleibt auch Politik-Experte David Rothkopf nicht verborgen. Er vermutet dahinter eine zunehmende Unsicherheit. Bild: dpa/AP/Jacquelyn Martin
  • Donald Trump postet über 100 mal in nur einer Nacht bei Truth Social
  • Politik-Experte David Rothkopf sicher - er kaschiert nur seine Unsicherheit
  • Trump-Erfolge im Netz besonders hervorgehoben - warum tut er das?
  • Social-Media-Verhalten ein Zeichen von "Geisteskrankheit"? Das sagt der Experte

Nach den Feierlichkeiten zum 4. Juli verfiel US-Präsident Donald Trump in einen regelrechten Posting-Rausch auf seiner Plattform Truth Social. Der 80-Jährige veröffentlichte am Sonntag mehr als 100 Beiträge – darunter eine Liste mit 75 angeblichen "Errungenschaften" seiner Amtszeit.

Donald Trump unsicher? Experte sieht Selbstzweifel beim US-Präsidenten

Der Politikexperte David Rothkopf ordnete dieses Verhalten gegenüber "Daily Beast" scharf ein: "Das ist einfach neurotisch", erklärte er. Die exzessive Social-Media-Aktivität des Präsidenten sei Ausdruck tiefer Selbstzweifel. Trumps ständige Betonung seiner Erfolge diene dazu, sich angesichts seiner Unsicherheiten selbst zu bestätigen, so Rothkopf.

David Rothkopf sicher: Selbstbestätigung durch Social-Media-Flut

Rothkopf erläuterte im Gespräch mit Moderatorin Joanna Coles die psychologischen Hintergründe des präsidialen Posting-Verhaltens. Die ständigen Beiträge über vermeintliche Erfolge seien Trumps Methode, sich gegen innere Unsicherheiten zu wappnen. "Das ist Trump, der dasitzt und sagt: 'Nein, ich bin ein guter Präsident, ich mache all diese guten Dinge. Hier ist eine Liste der guten Dinge, falls ihr euch nicht daran erinnert'", beschrieb der Experte die Motivation.

Der Posting-Marathon folgte auf die Juli-4-Veranstaltungen bei Trumps "Great American State Fair", die von schlechtem Wetter und geringer Besucherzahl geprägt waren und mit einem peinlichen Tanz des US-Präsidenten gekrönt wurden. Neben der Erfolgsliste umfassten die Beiträge auch Familienfotos und Angriffe auf einen Bundesrichter.

Liste seiner Erfolge - Trump zeigt auf, was viele nicht sehen

Die von Trump präsentierte Aufzählung seiner Leistungen beginnt mit der "Operation Epic Fury" gegen den Iran – ausgerechnet jene Art von Auslandsengagement, die er stets vermeiden wollte und die laut Militärexpert:innen eine katastrophale Angelegenheit gewesen sei. Weiter behauptete der Präsident, die Grenze sei zu 99,999 Prozent gesichert und mehr als drei Millionen illegale Einwanderer hätten unter seiner Führung das Land verlassen.

Experte schießt gegen Trump: "Das ist so ein Schwachsinn"

"Das ist so ein Schwachsinn", kommentierte Rothkopf diese Angaben. Auch Trumps für rechtswidrig erklärte Zölle und die Einstufung von Fentanyl als Massenvernichtungswaffe fanden sich auf der Liste. "Fast jeder einzelne Punkt basiert auf einer Lüge oder einer Fehlinterpretation der Fakten", urteilte der Politikexperte.

Selbstuntergrabung in Echtzeit - das hält den US-Präsidenten nachts wirklich wach

Das Paradoxe an Trumps Verhalten: Statt sich zu stärken, schwäche er sich selbst, analysierte Rothkopf. "Das ist das Auffällige – Trump denkt, er bestätigt sich, aber er untergräbt sich tatsächlich, weil die Fakten für ihn nicht aufgehen", erklärte der Experte. Genau diese Diskrepanz zwischen Behauptung und Realität halte den Präsidenten nachts wach und treibe ihn zu seinen nächtlichen Posting-Exzessen.

US-Präsident wirklich geisteskrank?

"Dieser Mann dreht in Echtzeit durch, online, vor aller Augen", fasste Rothkopf zusammen. Die ständigen Beiträge über Rassismus, Hass und persönliche Rachefeldzüge gegen einen früheren Präsidenten seien "ein Zeichen von Geisteskrankheit".

Weitere Themen, die sich ebenfalls mit Donald Trump beschäftigen:

/sfx/news.de/stg

Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.