Donald Trump: Trump-Vertrauter zündelt mit erneutem Gottesvergleich
Stephen Miller erklärt Trumps Präsidentschaft zur göttlichen Fügung – und widerlegt damit unfreiwillig seine eigene Behauptung, Trump habe 2020 eigentlich gewonnen. Im Netz sorgt die Gotteslästerung für Zündstoff.
Erstellt von Ines Fedder - Uhr
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Der stellvertretende Stabschef des Weißen Hauses, Stephen Miller, hat am amerikanischen Unabhängigkeitstag eine kontroverse Behauptung aufgestellt. In einem Beitrag auf X am 4. Juli 2026 erklärte er, dass göttliches Eingreifen Donald Trump ins Präsidentenamt gebracht habe.
"Göttliche Vorsehung" brachte Donald Trump ins Weiße Haus laut Stephen Miller
"Es ist unmöglich, die Ereignisse des letzten Jahrzehnts zu betrachten und zu einem anderen Schluss zu kommen, als dass es göttliche Vorsehung ist, dass Donald J. Trump im Jahr von Amerikas 250. Geburtstag, am 4. Juli 2026, Präsident der Vereinigten Staaten ist", schrieb Miller überzeugend.
It is impossible to review the events of the last decade and conclude that it is anything other than divine providence that Donald J. Trump is the President of the United States on the year of America 250, July 4th, 2026.
— Stephen Miller (@StephenM) July 4, 2026
"Sind ihm die anderen Plagen ausgegangen?" Netz spottet über Trump-Gott-Vergleich
Die Aussage reiht sich ein in wiederholte Bemühungen aus dem Umfeld der Trump-Administration, den Präsidenten als von Gott gesandte Figur zu präsentieren – und das Netz reagiert dementsprechend empört. In der Kommentarspalte unter dem X-Post hagelt es Spott, allerdings auch Zustimmung:
- "Gott hat Trump geschickt? Warum, sind ihm die anderen Plagen ausgegangen?"
- "Das haben sie über Hitler genau so gesagt, aber ich glaube, das wissen Sie."
- "nicht eine Sekunde lang glaube ich, dass du das glaubst."
- "Du bist ein Psycho. Nur eine verabscheuungswürdige Minderheit glaubt das. Du hast 33 % Zustimmung. Zu behaupten, dass der korrupteste Präsident uns von der Göttlichen Vorsehung gegeben wurde, bestätigt für mich, dass du selbst an den Teufel glaubst. Es ist weit jenseits von Blasphemie."
- "Jep, nichts sagt „von Gott auserwählt" besser als ein Pädophiler, der droht, ganze Zivilisationen auszulöschen.
Trump als Christus-Figur inszeniert
Mit seiner Aussage stellt Miller den Präsidenten auf eine Stufe mit verehrten religiösen Figuren wie Moses oder der Jungfrau Maria. Trump selbst hatte in der Vergangenheit mit Jesus-Vergleichen bereits bei vielen Gläubigen für Kopfschütteln gesorgt.
Donald Trump in Zusammenhang mit Gott zu bringen, ist also ein bewährtes Muster. Bereits Anfang des Jahres sorgte Trump für Empörung, als er ein KI-generiertes Bild von sich als Jesus veröffentlichte, auf dem er einen Kranken heilte. Später behauptete er, das Bild habe ihn lediglich als Arzt gezeigt – obwohl darauf die typischen wallenden Gewänder Jesu, leuchtende Hände und Engel im Hintergrund zu sehen waren.
Millers Aussage widerspricht seiner eigenen Wahlbetrugs-These
Interessant ist jedoch: Die Behauptung des stellvertretenden Stabschefs enthält einen bemerkenswerten Widerspruch. Miller gehört zu jenen, die stets behaupteten, Trump habe die Wahl 2020 in Wirklichkeit gewonnen. Seine neue Argumentation legt jedoch das Gegenteil nahe.
Wenn göttliche Intervention über das vergangene Jahrzehnt hinweg dafür gesorgt haben soll, dass Trump ausgerechnet 2026 Präsident wird, müsste einer dieser göttlichen Eingriffe Trumps Niederlage 2020 gewesen sein. Damit räumt Miller indirekt ein, dass Trump die damalige Wahl tatsächlich verloren hat.
Die überschwängliche Verehrung Trumps durch Miller ist kein neues Phänomen. Bereits im Oktober 2025 hatte er dem Präsidenten erklärt, die USA würden "ohne ihn sterben".
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