Donald Trump entsetzt mit Skandal: Sperre von US-Stürmer nach Trump-Anruf bei Fifa-Boss aufgehoben
Hat ein Anruf von US-Präsident Trump bei Fifa-Chef Infantino genügt, um die Rotsperre für US-Torjäger Balogun zu kippen? Innerhalb der Fifa herrscht Empörung, ein Vizepräsident spricht von einer "absoluten Schande" - die UEFA kündigt für heute eine Stellungnahme an.
Erstellt von Tobias Rüster - Uhr
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- Donald Trump entsetzt mit Anruf: Fifa-Vize spricht von "absoluter Schande"
- UEFA will Belgien den Rücken stärken
- Trump-Handelsminister bahnte den Weg zu Infantino
Die umstrittene Aufhebung der Rotsperre für den US-Angreifer Folarin Balogun löst heftige Wellen aus. Der 25-Jährige darf nun trotz seines Platzverweises im WM-Achtelfinale gegen Belgien auflaufen. Balogun ist mit drei Turniertreffern der erfolgreichste Torjäger der US-Auswahl bei dieser Weltmeisterschaft. Hintergrund der Entscheidung soll ein Telefonat zwischen Donald Trump und Fifa-Präsident Gianni Infantino sein, in dem der US-Präsident offenbar Druck auf den 56-jährigen Verbandschef ausgeübt haben soll. Bereits rund um den US-Nationalfeiertag sorgte Donald Trump mit einem Telefonanruf für Wirbel.
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Donald Trump entsetzt mit Anruf: Fifa-Vize spricht von "absoluter Schande"
Der Vorfall sorgt für erhebliche Unruhe weit über die Fußball-Fangemeinde hinaus. Innerhalb der Fifa selbst herrscht laut "Bild"-Informationen massive Verärgerung über den Ablauf. Zahlreiche Funktionäre zeigen sich entsetzt über die politische Intervention von Donald Trump in sportliche Belange während der laufenden Weltmeisterschaft. Trump selbst dankte der Fifa in einer Nachricht bei Truth Social.
Ein Vizepräsident des Weltverbands äußerte sich gegenüber den Axel Springer Global Reportern deutlich zur Aufhebung der Sperre. Auf Nachfrage bezeichnete er die Entscheidung als "absolute Schande", wollte jedoch anonym bleiben. Personen aus seinem engsten Umfeld gehen noch weiter in ihrer Kritik. Sie bewerten die Einmischung von Trump laut "Bild" als beispiellos in der Geschichte der Weltmeisterschaften. Nach ihrer Einschätzung handelt es sich um den gravierendsten Fall politischer Intervention in WM-Angelegenheiten, der jemals dokumentiert wurde.
UEFA will Belgien den Rücken stärken
Der europäische Fußballverband bereitet eine offizielle Reaktion auf den umstrittenen Vorfall vor. Zwischen der UEFA und dem belgischen Fußballverband finden derzeit intensive Beratungen über die angemessene Antwort statt. Die Belgier sind von der Causa unmittelbar betroffen. Die "Roten Teufel" treffen im Achtelfinale auf die USA. Ausgerechnet in dieser entscheidenden Partie könnte Balogun nun trotz seiner eigentlich zu verbüßenden Sperre zum Einsatz kommen. Der Monaco-Stürmer hatte sich die Sperre im Sechzehntelfinale gegen Bosnien eingehandelt. Bei der 2:0-Partie der Amerikaner trat der 25-Jährige seinem Kontrahenten Tarik Muharemovic heftig auf den Knöchel. Die Sperre wurde stattdessen für ein Jahr zur Bewährung ausgesetzt.
Trump-Handelsminister bahnte den Weg zu Infantino
Neben dem US-Präsidenten spielte angeblich auch US-Handelsminister Howard Lutnick eine bedeutende Rolle in der Affäre. Der 64-Jährige war nach Angaben von "Politico" an den Gesprächen mit der Fifa im Nachgang zu Baloguns umstrittener roter Karte beteiligt. Zwei mit dem Vorgang vertraute Personen bestätigten dies gegenüber der Publikation.
Lutnick hat in den vergangenen Monaten enge Verbindungen zur Führungsspitze des Weltfußballverbands geknüpft. Er empfing FIFA-Chef Infantino persönlich in den Räumen seines Ministeriums. Beim jüngsten Auftritt der US-Mannschaft saß er unmittelbar neben dem Verbandspräsidenten auf der Tribüne.
Bereits Anfang Juni kam es zu einem bisher nicht öffentlich bekannten Abendessen. An diesem nahmen neben Infantino und Lutnick etwa ein halbes Dutzend weitere Personen teil. Darunter befand sich Carlos Cordeiro, der 70-jährige Ex-Präsident des amerikanischen Fußballverbands. Der ehemalige Banker fungiert sowohl als Chefberater von Infantino als auch als Mitglied der WM-Task-Force im Weißen Haus - eine brisante Doppelrolle, die ihn zur wichtigen Verbindungsperson zwischen FIFA und US-Regierung macht.
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rut/news.de/stg
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