Erfurt: Etwas weniger Routine-Abfragen für Schulen
Beim Bürokratieabbau an Schulen hat Nordrhein-Westfalen einen harten Schnitt gemacht – und die Zahl der Statistikabfragen deutlich reduziert. Plant Thüringen Vergleichbares?
Erstellt von Sarah Knauth - Uhr
Suche
Viele Schulleitungen und Lehrkräfte ärgern sich darüber, dass sie regelmäßig statistische Daten erfassen und an das Bildungsministerium melden müssen. Allerdings werden heute in Thüringen sogar etwas weniger derartige Abfragen durchgeführt als in der Vergangenheit. "Im laufenden Schuljahr werden 16 solcher Erhebungen durchgeführt, im Schuljahr 2015/16 waren es 17", sagte ein Sprecher des Bildungsministeriums der Deutschen Presse-Agentur. "Von einem stetigen Anwachsen der statistischen Abfragen kann insofern nicht die Rede sein."
Die Statistikstelle des Ministeriums prüfe regelmäßig, ob die einzelnen Erhebungen weiterhin wirklich benötigt würden. "Neue Abfragen werden konsequent mit Blick auf Datensparsamkeit konzipiert."
Nach Angaben des Ministeriums gibt es Routine-Abfragen an Schulen zum Beispiel dazu, wie viele Kinder Deutsch als Zweitsprache lernen. Diese Abfrage werde inzwischen aber seltener gemacht als in der Vergangenheit. Eine Abfrage dazu, wie viele Kinder auf ein Gymnasium wechseln, sei sogar vollständig entfallen.
Regelbeurteilung bereits gestrichen
"Statistische Abfragen sind dabei kein Selbstzweck und dienen nicht der Verwaltung um ihrer selbst willen, sondern bilden die Grundlage für die Steuerung des Schulsystems – für die Absicherung des Unterrichts, die Schulnetz- und Personalplanung und den zielgerichteten Einsatz von Ressourcen", ordnete der Sprecher ein. Dass Lehrerinnen und Lehrer die Erfassung von Daten und andere administrative Aufgaben als Belastung wahrnähmen, nehme das Ministerium ernst. Deshalb sei in Thüringen etwa die Regelbeurteilung für Lehrkräfte zum 1. April 2026 gestrichen worden.
Weil Pädagogen darüber klagen, sie müssten so viel Arbeitszeit zur Beantwortung statistischer Anfragen stecken, hatte Nordrhein-Westfalen im vergangenen Jahr einen harten Schnitt gemacht. Bis auf eine kleine Anzahl von regelmäßigen Abfragen waren alle Statistik-Anfragen an Schulen ausgesetzt worden. Nach damaligen Angaben der nordrhein-westfälischen Bildungsministerin Dorothee Feller (CDU) sollten nur solche der ausgesetzten Abfragen wieder eingeführt werden, die die Schulaufsichten als unbedingt nötig erachten.
Aus dem Thüringer Bildungsministerium hieß es, ein ähnlicher Schnitt sei im Freistaat nicht nötig, da die Anzahl der Anfragen bereits auf ein Minimum beschränkt sei. Die grundsätzliche Idee dahinter, Abfragen zu überprüfen, Prozesse zu verschlanken und digitale Werkzeuge einzusetzen, teile Thüringen aber.
Weitere aktuelle News aus dem Ressort "Politik":
- Krieg zwischen Nachbarn: Pakistan: Haben erneut Ziele in Afghanistan angegriffen
- Donald Trump News: Trumps nächstes Washington-Projekt ist ein Golfplatz
- Iran-Konflikt: Trotz Angriffen: USA rechnen weiter mit Iran-Gesprächen
- Nahost: Israel: Haben massiven Tunnel der Hisbollah im Südlibanon zerstört
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
kns/roj/news.de
Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.