Annalena Baerbock: "Selbst ablesen fällt ihr schwer" - Kritiker zerlegen neuen Baerbock-Clip
Kaum veröffentlicht, schon hagelt es Kritik: Annalena Baerbocks neuer Instagram-Post zum Kampf gegen HIV und AIDS sorgt erneut für hitzige Reaktionen. Während sie vor einer globalen Gesundheitskrise warnt, greifen Kritiker die Ex-Außenministerin scharf an.
Von news.de-Redakteurin Sarah Baumann-Rüster - Uhr
Suche
- Annalena Baerbock veröffentlicht neues Video bei Instagram
- Baerbock warnt vor einem möglichen Rückschlag im Kampf gegen HIV und AIDS
- Internationale Kürzungen gefährden laut ihr jahrzehntelange Erfolge und Präventionsprogramme
- Auf Instagram löst Baerbocks Appell neben Zustimmung auch scharfe Kritik aus
Annalena Baerbock setzt bei den Vereinten Nationen ein Zeichen im Kampf gegen HIV/AIDS. Doch während die Politikerin über globale Solidarität und neue Verpflichtungen spricht, entlädt sich im Netz erneut Kritik an der ehemaligen deutschen Außenministerin.
Weitere Nachrichten aus dem Politik-Ressort finden Sie am Ende des Artikels.
Annalena Baerbock warnt vor einem möglichen Rückschlag im Kampf gegen HIV und AIDS
Annalena Baerbock, die ihr Amt als Präsidentin der Generalversammlung der Vereinten Nationen im September räumen wird,hat sich auf Instagram mit einer eindringlichen Warnung zum weltweiten Kampf gegen HIV und AIDS zu Wort gemeldet. In einem Videoclip, den sie auf der Plattform teilte, macht die Grünen-Politikerin auf die bedrohte Lage der bisherigen Errungenschaften aufmerksam.
Zu dem Beitrag schrieb Baerbock auf Englisch: "Dies ist eine der größten Erfolgsgeschichten der öffentlichen Gesundheit unserer Zeit. Aber sie ist noch nicht abgeschlossen. Und gerade jetzt sind die Fortschritte gefährdet." Mit ihrem Post wolle die 45-jährige Baerbock auf die enorme Wichtigkeit des Themas aufmerksam machen.
Die Ministerin bezieht sich dabei auf ihre Rede vor den Vereinten Nationen, in der sie den multilateralen Einsatz gegen die Immunschwächekrankheit als eine der bemerkenswertesten Leistungen in der Geschichte des öffentlichen Gesundheitswesens bezeichnete. Gleichzeitig warnte sie vor einem drohenden Rückschlag.
HIV und AIDS: Vom gesellschaftlichen Stigma zur globalen Erfolgsgeschichte
In ihrer Rede blickte Baerbock auf die düsteren Anfangsjahre der Epidemie zurück. Die 1980er Jahre seien geprägt gewesen von "Angst, Schweigen und Scham" – Betroffene galten als Ausgestoßene. Wer Hilfe suchte, riskierte gesellschaftliche Ächtung, weshalb viele schwiegen und starben.
Doch die internationale Gemeinschaft habe das Blatt gewendet. Die Ministerin verwies auf beeindruckende Zahlen: Seit dem Höchststand in den späten 1990ern sanken die Neuinfektionen um 61 Prozent. Die Zahl der AIDS-Toten ging um rund 70 Prozent zurück. Etwa 4,4 Millionen Kinder blieben dank globaler Programme von einer Ansteckung verschont. "Das sind Mütter, die ihre Kinder großziehen konnten", betonte Baerbock.
Finanzierungskollaps droht Fortschritte zu vernichten
Doch diese Erfolge stehen auf wackeligem Fundament. Baerbock warnte vor einem dramatischen Einbruch der internationalen Unterstützung: Die Gesundheitshilfe sei 2025 im Vergleich zu 2023 um 40 Prozent eingebrochen. Präventionsprogramme würden zurückgefahren, lokale Kliniken und Gemeinschaftsorganisationen müssten schließen.
Forschungsergebnisse prognostizierten bis 2026 einen Rückgang der internationalen HIV-Hilfe um 24 Prozent – genug, um innerhalb weniger Jahre zehn bis fünfzehn Jahre Fortschritt zunichtezumachen. Die Zahlen bleiben alarmierend: 2024 infizierten sich 1,3 Millionen Menschen neu mit dem Virus. Täglich stecken sich 570 heranwachsende Mädchen und junge Frauen an.
Baerbocks Instagram-Appell sorgt für hitzige Debatte
Es ist eine wichtige Botschaft, die Baerbock sendet. Und dennoch stößt der Instagram-Beitrag der früheren Außenministerin nicht nur auf Zustimmung. In der Kommentarspalte melden sich auch kritische Stimmen zu Wort, die sich weniger mit dem Inhalt als mit Baerbocks Auftreten beschäftigen. "Selbst ablesen fällt ihr schwer", lautet einer der spöttischen Kommentare unter dem Video. "sie haben die terorristische staat im iran unterstützt", wettert ein anderer Kritiker.
(Anmerkung der Redaktion: Kommentare wurden im Original übernommen.)
Solche Reaktionen reihen sich ein in eine anhaltende Debatte über Baerbocks öffentliche Auftritte. Während Unterstützer die inhaltliche Botschaft zur HIV-Bekämpfung würdigen, nutzen Kritiker die Plattform für grundsätzliche Angriffe auf die Politikerin. Die Diskussion unter dem Beitrag spiegelt damit die polarisierte Wahrnehmung wider, die Baerbock in der deutschen Öffentlichkeit begleitet.
Auch diese Politik-Nachrichten könnten Sie interessieren:
- Söder von Spott-Welle überrollt - CSU-Chef geht nach Ruder-Versuch baden
- Baerbock geht auf die FIFA los - WM-Zoff sorgt für Zündstoff
- "Nicht unser Lieblingsmensch" - Macron-Post macht Merz zum Gespött im Netz
- Was wohl Melania davon hält? Trump erhält Liebesbriefe von seiner Assistentin
- Mikrofon-Panne beim G7-Gipfel - Meloni überrascht mit privater Beichte
sba/sfx/news.de
Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.