Dresden: Rentenpläne: Linke befürchten Altersarmut - SPD hat Fragen

"Immer mehr ältere Menschen kommen mit ihrer Rente nicht mehr hin", sagt Linke-Politikerin Susanne Schaper. SPD-Sozialministerin Petra Köpping sieht Fragezeichen.

Erstellt von - Uhr

Täglich bestens informiert mit den aktuellen Politik-Nachrichten auf news.de (Symbolbild). (Foto) Suche
Täglich bestens informiert mit den aktuellen Politik-Nachrichten auf news.de (Symbolbild). Bild: Adobe Stock / Microgen

Die Empfehlungen der Rentenkommission sorgen auch in Sachsen für Gesprächsstoff. Die Linken befürchten eine wachsende Altersarmut als Folge der geplanten Reform. Die Pläne der Bundesregierung bedeuteten vor allem Rentenkürzungen, erklärte die Linksfraktion im Sächsischen Landtag. "Die Statistik der Lebenserwartung sagt nichts über die Erwerbsbiografien der Menschen aus. Viele können schon heute nicht bis zur Regelaltersgrenze arbeiten – ihre Altersbezüge werden also gekürzt, wenn der Renteneintritt weiter verschoben wird."

Schaper bezog sich auf die Empfehlungen der Rentenkommission, die nach Aussage von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) nun vollständig umgesetzt werden sollen. Eine Empfehlung betrifft die Einführung einer "Kapitalrente". Dafür soll der von Arbeitnehmern und Arbeitgebern hälftig gezahlte Rentenbeitrag um bis zu zwei Prozentpunkte erhöht werden. Das gesetzliche Rentenalter soll über 67 Jahre hinaus in den nächsten Jahrzehnten in kleinen Schritten weiter steigen, gekoppelt an die Lebenserwartung.

Köpping sieht viel Positives, aber auch offene Fragen

Sozialministerin Petra Köpping (SPD) wollte sich kein abschließendes Urteil erlauben, sah aber auch noch Fragezeichen. Es gebe viel Positives, trotzdem blieben Fragen offen, sagte sie nach der Kabinettssitzung in Dresden. "Was passiert, wenn der Kapitalstock nicht positiv aussieht? Führt es dann zu einem Absenken der Rente? Das ist eine der Fragen." Eine andere Frage betreffe die Auswirkungen der Rentenreform für die ostdeutschen Bundesländer. Auch in der SPD brauche man dazu eine breite Diskussion.

Linke: Selbst 45 Beitragsjahre genügen bald nicht mehr

Selbst 45 Beitragsjahre genügten bald nicht mehr, um den wohlverdienten Ruhestand antreten zu können, machte Linke-Fraktionschefin Susanne Schaper geltend. Wenn es darum gehe, mehr Menschen in die Rentenkasse zu holen, bleibe die Bundesregierung wohl am Anfang des Weges stehen. "Zwar sollen Abgeordnete, Konzernvorstände und Selbstständige Teil der Rentenversicherung werden, aber das genügt nicht."

"Die gesetzliche Rente kann und muss eine sichere Bank für alle sein. Die Zahl derjenigen, die sie im Alter nicht ausreichend absichert, wächst aber auch in Sachsen scheinbar unaufhaltsam", betonte Schaper. Immer mehr ältere Menschen kämen mit ihrer Rente nicht mehr hin, ein Café-Besuch oder Geschenke für die Enkel werde zur finanziellen Herausforderung.

Zahl der Rentner mit Grundsicherung wächst

Schaper hatte im Landtag aktuelle Zahlen zur Grundsicherung im Alter erfragt. Demnach erhielten Ende 2025 in Sachsen 21.080 Menschen diese Sozialleistung – durchschnittlich 616 Euro im Monat. Ihre Zahl hat sich binnen zehn Jahren fast verdoppelt. Gerade der Osten brauche eine verlässliche gesetzliche Rente, weil die meisten hier keine weiteren Alterseinkünfte haben. "Die Rente wird sicher, wenn sie gerechter wird. Alle, die ein Arbeitseinkommen oder hohe Kapitaleinkünfte erzielen, sollten die Rentenkasse mitfinanzieren."

Schaper bezog sich auf die Empfehlungen der Rentenkommission, die nach Aussage von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) nun vollständig umgesetzt werden sollen. Eine Empfehlung betrifft die Einführung einer "Kapitalrente". Dafür soll der von Arbeitnehmern und Arbeitgebern hälftig gezahlte Rentenbeitrag um bis zu zwei Prozentpunkte erhöht werden. Das gesetzliche Rentenalter soll über 67 Jahre hinaus in den nächsten Jahrzehnten in kleinen Schritten weiter steigen, gekoppelt an die Lebenserwartung.

Weitere aktuelle Nachrichten aus dem Ressort "Politik":

+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

/roj/news.de

Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.