Wiesbaden/Mainz: Demo mit schwarzen Ballons für 861 junge Menschen
Eine gute psychotherapeutische Versorgung spart Geld, lindert Leid und kann Suizide verhindern - sagen Therapeuten. Deshalb gehen sie gegen Kürzungspläne der Bundesregierung auf die Straße.
Erstellt von Sarah Knauth - Uhr
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Mit einer Mahnwache haben Psychotherapeuten auf der Rheinbrücke zwischen Mainz und Wiesbaden gegen geplante Kürzungen der Bundesregierung für die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung demonstriert. Mit schwarzen Luftballons machten sie auf Suizide junger Menschen aufmerksam. 861 unter 30-Jährige hätten sich 2024 in Deutschland das Leben genommen, sagte eine Mitveranstalterin. An der Mahnwache nahmen nach Polizeiangaben etwa 50 Therapeuten teil.
Psychotherapie spart Geld, weil Folgekosten wegfallen
Fachverbände warnten davor, dass das Sparpaket der Bundesregierung zur Stabilisierung der gesetzlichen Krankenversicherung zu einer deutlichen Verschlechterung der psychotherapeutischen Versorgung führen wird. Von den Veranstaltern der Mahnwache hieß es, Schätzungen zufolge könnten zwischen 25 und 40 Prozent der derzeit verfügbaren ambulanten Psychotherapieplätze für gesetzlich Versicherte wegfallen.
"Ambulante Psychotherapie spart Geld, indem hohe Folgekosten vermieden werden – beispielsweise durch weniger Krankengeldzahlungen, geringere Frühverrentungsquoten und eine höhere Erwerbsfähigkeit", betonten die Therapeuten aus dem Rhein-Main-Gebiet.
Für die Bundesregierung hätten aber finanzielle Kennzahlen den höchsten Stellenwert. "Aus unserer Sicht sind die Gesundheit und das Leid von Menschen höher zu gewichten." Eine gute psychotherapeutische Versorgung sei keine Belastung für das Gesundheitssystem, sondern eine Investition in Gesundheit, gesellschaftliche Teilhabe und Prävention.
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