Saarbrücken: Cispa weist Vorwürfe zu China-Kooperationen zurück
Das Forschungszentrum Cispa weist Vorwürfe zurück, bei Kooperationen mit China Forschungssicherheit zu vernachlässigen. Was das Zentrum und die Landesregierung dazu sagen.
Erstellt von Sarah Knauth - Uhr
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Das Saarbrücker Forschungszentrum für IT-Sicherheit Cispa hat den Vorwurf zurückgewiesen, naiv mit Fragen der Forschungssicherheit umzugehen. Dabei geht es insbesondere um die Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern aus China, wie das "Handelsblatt" zuerst berichtet hatte. Nach Recherchen der Zeitung könnten dadurch sensible Daten und Know-how zu Themen wie KI und Cybersicherheit nach China abfließen. Die saarländische Landesregierung forderte, dass die Vorwürfe geprüft und aufgearbeitet werden müssten.
In einer Forschungsgruppe zu Fragen von IT-Sicherheit, Datenschutz und KI sind dem "Handelsblatt"-Bericht zufolge 18 von 19 Mitgliedern chinesischer Herkunft. Eine andere Forschungsgruppe zur Schnittstelle von maschinellem Lernen und Datenschutz rekrutierte sich ausschließlich aus chinesischen Wissenschaftlern. Die Zeitung verwies darauf, dass China seit 2017 seine Bürger per Gesetz dazu verpflichte, bei Bedarf mit den Nachrichtendiensten zusammenzuarbeiten.
Cispa: "Forschungssicherheit hat höchste Priorität"
"Forschungssicherheit hat für das Cispa höchste Priorität und hatte sie zu jeder Zeit", erklärte das Forschungszentrum. Kooperationen und Projekte würden nach rechtlichen und anderen Vorgaben geprüft und bewertet. Es sei ein Beauftragter für Forschungssicherheit eingesetzt worden, der Aufsichtsrat habe am 10. Juni turnusgemäß die neue Forschungssicherheitsstrategie beschlossen. "Das Ziel, Wissenschaft wirksam vor Wissensabfluss zu schützen und Forschungssicherheit konsequent zu gewährleisten, teilen wir ausdrücklich." Internationale Spitzenforschung und Forschungssicherheit müssten verantwortungsvoll zusammenwirken.
Auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte im vergangenen August das Cispa besucht, das als Leuchtturmprojekt im Saarland gilt. In den Neubau in St. Ingbert fließen rund 350 Millionen Euro aus dem Transformationsfonds. Das Zentrum war 2019 in die Helmholtz-Gesellschaft aufgenommen worden.
Die Landesregierung stehe zur enormen Bedeutung des Cispa. "Gerade deshalb muss auf naheliegende Sicherheitsfragen mit Blick auf China, die sich in dem gesamten Forschungsbereich stellen, besonderes Augenmerk durch Geschäftsführung und wissenschaftliche Leitung gelegt werden", teilte die Staatskanzlei auf Anfrage mit.
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