Wladimir Solowjow: Nicht mit Putin auf dem Wirtschaftsforum - Propagandist verliert an Einfluss
Wladimir Solowjow bemängelt im russischen Fernsehen seinen schwindenden Einfluss in den Medien und der Politik. Gleichzeitig verbreitet er rund um die Wahl in Armenien Propaganda, die für Russland nicht wie erhofft ausging.
Erstellt von Sabrina Böhme - Uhr
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- Wladimir Solowjow sieht seinen Einfluss auf Wladimir Putin schwinden
- Die Status-Misere ist ein gesellschaftliches System
- Putins Propagandist schwadroniert über die Armenien-Wahl
- Russland hatte Einfluss auf die Niederlage der pro-russischen Politikerin in Armenien
Wladimir Solowjow verliert nach eigener Aussage langsam an Einfluss in der russischen Politik- und Medienlandschaft. In seiner Sendung zeigte er sich enttäuscht. Gleichzeitig sprach der bekannteste Kreml-Propagandist im russischen Fernsehen über Armenien. Dabei äußerte er eine provokante These.
Wladimir Solowjows Einfluss schwindet
Gleich zu Beginn beklagte Solowjow, dass weder er persönlich noch seine Programme bei der TEFI-Preisverleihung 2026 eine Auszeichnung erhalten haben, was er ironisch mit "anscheinend habe ich schlecht gearbeitet" kommentierte. Außerdem wurde er nicht zum Petersburger Wirtschaftsforum eingeladen, wie in dem von Julia Davis auf YouTube geteilten Ausschnitt zu sehen ist. Er interpretiert dies als bewusste Entscheidung von Personen, die sich für "Akademiker" halten und glauben, ohne ihn und seine Sendungen auskommen zu können. Vielleicht rührt seine Aussage von der äußeren Perspektive. Er sieht sich selbst als jemanden, der untrennbar "mit dem Krieg assoziiert" wird.
Solowjows Status-Misere ist ein Symptom der Gesellschaft
Solowjow sieht seinen schwindenden Status als Symptom der Gesellschaft und hinterfragt, ob die russische Gesellschaft als Ganzes den Krieg wirklich "führt" oder ob sie lediglich versucht, die Realität des Konflikts zu ignorieren. Der Kreml-Propagandist behauptet auch, dass Teile der Gesellschaft und die Organisatoren großer Foren versuchen, ein "falsches Gefühl der Angst" zu vermeiden, das seine Anwesenheit auslösen könnte. Er wirft ihnen vor, so zu tun, als ob nichts passiere, um die mit dem Krieg verbundene Unruhe auszublenden.
Russlands nationale Sicherheit in Gefahr? Solowjows Propaganda-Show
Gleichzeitig ging es in der Sendung um die Wahlen in Armenien. Dieses Ereignis ist für ihn einschneidend.Solowjow bezeichnet die politische Führung in Armenien als ein "autoritäres, personalisiertes Polizeiregime", das politische Gegner verfolge und die Zivilgesellschaft konsequent zerstöre. Er stuft dieses Regime als explizit feindselig gegenüber Russland, Belarus und den in diesen Ländern vertretenen Werten ein. Er warnt mit gewohnter propagandistischer Rhetorik davor, Armenien zu verlieren. Das sei eine enorme Bedrohung für die nationale Sicherheit Russlands. Solowjow macht deutlich, dass Armenien weiter kontrolliert werden muss. Er vertritt im Lauf der Sendung die provokante These, dass eine Großmacht ihren "Hinterhof" kontrollieren muss, um eine Großmacht zu bleiben. Er argumentiert, dass "Einmischung die Lebensweise einer Großmacht" sei und macht eine mangelnde oder "unqualifizierte" Einmischung Russlands in der Vergangenheit für die Schwere aktueller Konflikte, wie in der Ukraine, verantwortlich.
Hinweis: Julia Davis teilt derartige Ausschnitte, um auf die Propagandamechanismen von russischen Moderatoren und kremelnahen Persönlichkeiten öffentlich zu machen.
Wahlschlappe für Putin - prowestlicher Politiker gewinnt Armenien-Wahl
Für Propagandisten wie Wladimir Solowjow könnte Armenien sich politisch in Richtung Westen wenden. In der Südkaukasusrepublik hat der prowestliche Regierungschef Nikol Paschinjan die Parlamentswahl gewonnen. Nach Angaben der Zentralen Wahlkommission stimmten 49,8 Prozent der Armenier für Paschinjans Partei Zivilvertrag. Stärkste oppositionelle Kraft wurde laut dem vorläufigen Endergebnis der prorussische Parteiblock Starkes Armenien von Milliardär Samwel Karapetjan mit 23,3 Prozent.
Der Kreml selbst ist nicht ganz unschuldig an der Niederlage der prorussischen Kräfte in der Ex-Sowjetrepublik. Denn in den letzten Monaten hat Moskau bewusst die Spannungen verschärft: So hat die russische Regierung Einfuhrverbote für armenische Produkte verhängt und mit der Kündigung eines günstigen Gasliefervertrags gedroht. Kremlchef Putin erklärte gar, auch der Konflikt mit der Ukraine habe wegen deren Annäherung an die EU begonnen.
Angesichts des seit mehr als vier Jahre andauernden Ukraine-Kriegs haben das viele Armenier als Drohung verstanden. Und so gingen viele Menschen wählen, die das letzte Mal noch zu Hause geblieben waren.
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bos/loc/news.de/dpa
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