Düsseldorf: Moskauer Prozess gegen Satiriker Tilly geht weiter

Die Düsseldorfer Rosenmontagswagen beschäftigen weiter die russische Justiz. In dem Prozess gegen Satiriker Jacques Tilly ist für Dienstag offenbar eine neue Verhandlung angesetzt.

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Eine Luftaufnahme von Düsseldorf. Aktuelle Nachrichten aus und über Düsseldorf hier auf news.de. Bild: Adobe Stock / engel.ac

Im April war der Düsseldorfer Karnevalswagenbauer Jacques Tilly in Moskau in Abwesenheit zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt worden - jetzt kündigt sich ein Revisionsprozess an. Das Auswärtige Amt habe ihn informiert, dass für Dienstag eine Verhandlung angesetzt sei, sagte Tilly der Deutschen Presse-Agentur. Ob die Staatsanwaltschaft oder die Verteidigung die Revision beantragt habe, wisse er nicht. Die "Rheinische Post" hatte berichtet.

Das Gericht in Moskau hatte im April geurteilt, dass Tilly sich mit seinen Darstellungen im Düsseldorfer Rosenmontagszug der Verletzung religiöser Gefühle und der Verbreitung von Falschnachrichten über die russischen Streitkräfte schuldig gemacht habe. Tilly hatte Kremlchef Wladimir Putin und den von ihm befohlenen Krieg in der Ukraine immer wieder satirisch angeprangert. Auch der russisch-orthodoxe Patriarch Kirill wurde verspottet.

Tilly sagte, er sei eigentlich davon ausgegangen, dass die Angelegenheit mit dem Urteil erledigt gewesen sei. Nun lasse er sich überraschen, was am Dienstag geschehen werde. Er sei bis heute nicht von dem Moskauer Gericht informiert worden und habe auch keinen Kontakt zur Verteidigung. Mit der Verurteilung müsse er leben, und das gelinge auch ganz gut. "Worauf ich keinen Einfluss habe, das interessiert mich nicht besonders", sagte Tilly. "Ich habe keine Handlungsoption." Es gehöre zum Geschäft des Satirikers, dass man ab und zu auch sehr harte Reaktionen bekomme. "Das ist eingepreist. Ich nehm's eher gelassen - wie soll ich's sonst nehmen?"

+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

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