Leipzig: Verwaltungsrichter prüfen Abrissgenehmigung für AKW Biblis
Kommt Schutt vom einstigen AKW Biblis bald auf eine normale Deponie? Der BUND warnt vor Risiken und klagt dagegen. Nun muss das Bundesverwaltungsgericht entscheiden.
Erstellt von Sarah Knauth - Uhr
Suche
Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig verhandelt heute (10.30 Uhr) über die Abriss-Genehmigung des Landes Hessen für Block A des stillgelegten Kernkraftwerks Biblis. Geklagt hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Hessen, es geht dabei um die Entsorgung von Bauschutt.
Nach Ansicht des BUND war die Umweltverträglichkeitsprüfung nicht ausreichend. Die Organisation befürchtet, dass radioaktiv belastetes Material in die Umwelt freigesetzt werden könnte. Dabei geht es vor allem um schwach belasteten Schutt, der auf eine Deponie kommen soll.
Hochradioaktives Material lagert in Castorbehältern in einem Zwischenlager auf dem Gelände des ehemaligen Kraftwerks, bis eine Lösung dafür gefunden ist. Die Verantwortlichen rechnen beim Abriss mit rund einer Million Tonnen Schutt und Schrott.
Vorinstanz hatte Klage abgewiesen
Der Hessische Verwaltungsgerichtshof in Kassel hatte in der Vorinstanz die Klage des BUND abgewiesen. Eine Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts könnte noch am selben Tag fallen.
Block A des einzigen hessischen Atomkraftwerks in Biblis war 2011 nach der Reaktorkatastrophe im japanischen Fukushima heruntergefahren worden. Die damalige Betreiberin, die RWE Power AG, stellte einen Antrag auf Stilllegung und Abbau der betroffenen Anlagenteile. Diese Genehmigung wurde 2017 vom hessischen Umweltministerium erteilt.
Die beiden Druckwasserreaktoren in Block A und Block B waren 1974 beziehungsweise 1976 in Betrieb gegangen. Die vier Kühltürme des einstigen AKW sind inzwischen alle abgerissen.
Weitere aktuelle News aus dem Ressort "Politik":
- Druck auf Trump wächst: US-Repräsentantenhaus stimmt gegen Iran-Krieg
- Eilmeldung: USA: Libanon und Israel wollen brüchige Waffenruhe umsetzen
- Nach langem Stillstand: EU bereitet Beitrittsgespräche mit Ukraine und Moldau vor
- Nachbarschaftsdisput: Magyar: Ungarn einigt sich mit Ukraine in Minderheitenfrage
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
kns/roj/news.de
Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.