Schwerin: Promovieren geht künftig auch an Fachhochschulen
Mehr Mitspracherecht für Studis, Promotionen an Fachhochschulen: Der Landtag hat dem neuen Hochschulgesetz zugestimmt. Eine einst umstrittene Friedensklausel wurde dagegen nicht mehr debattiert.
Erstellt von Sarah Knauth - Uhr
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Promotionen sind künftig nicht mehr nur an den Universitäten, sondern auch an den Fachhochschulen in Mecklenburg-Vorpommern möglich. Diese erhalten das Promotionsrecht in forschungsstarken Fachbereichen, wie es in der vom Schweriner Landtag beschlossenen Gesetzesänderung heißt.
Auch andere Neuerungen sind für die Hochschullandschaft vorgesehen. So soll das Studium familienfreundlicher und die studentische Mitwirkung ausgebaut werden. "Das neue Gesetz schreibt vor, dass in jeder Hochschulleitung ein gewähltes studentisches Mitglied sitzt", sagte Wissenschaftsministerin Bettina Martin (SPD) im Landtag. Die Universitätsmedizin in Rostock und Greifswald kann zudem in Zukunft eigenverantwortlich bauen. Damit soll Planen und Bauen schneller gehen.
Die Regierungsfraktionen von SPD und Linke sowie die oppositionellen Grünen stimmten dem neuen Landeshochschulgesetz zu. Die AfD war dagegen, CDU und FDP-Gruppe enthielten sich.
Aufregung um Friedensklausel kein Thema mehr im Landtag
Anfang des Jahres hatte die Aufnahme einer Friedensklausel in das Gesetz für Aufsehen gesorgt. Die CDU-Fraktion hatte nach früheren Angaben befürchtet, dass mit der Zivilklausel den Universitäten und Hochschulen nahegelegt werden soll, von Forschungsprojekten für Rüstungsunternehmen Abstand zu nehmen. Der Linken-Fraktion war die Zivilklausel damals hingegen zu unverbindlich.
In der Landtagssitzung am Mittwoch war die Zivilklausel dagegen kaum mehr Teil der Debatte.
Der Passus in dem nun beschlossenen Gesetz lautet: "Die Hochschulen orientieren sich in Forschung, Lehre, Weiterbildung und Dienstleistung an dem Leitbild der Entwicklung einer friedlichen und nachhaltigen Welt. Sie reflektieren die Auswirkungen ihrer Forschungsarbeiten und deren Verbreitung mit einem tiefen Bewusstsein für ihre gesellschaftliche Verantwortung, insbesondere im Hinblick auf Anwendungen, die das friedvolle Miteinander beeinträchtigen könnten."
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