Donald Trump: Er ist in der "Obama-Falle" gefangen - warum Trump am Iran scheitert

Die Hoffnung auf ein neues Atomabkommen zwischen den USA und dem Iran schwindet rapide. Während die Straße von Hormus blockiert ist und die Welt in eine Ölkrise rutscht, verhärten sich die Fronten in Washington und Teheran. Drei Faktoren bringen die Verhandlungen offenbar endgültig ins Wanken.

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Warum scheitert Donald Trump bislang an einem Iran-Deal? (Foto) Suche
Warum scheitert Donald Trump bislang an einem Iran-Deal? Bild: picture alliance/dpa/AP | Alex Brandon
  • Atomverhandlungen zwischen USA und Iran geraten in eine neue Sackgasse
  • Ölkrise verschärft sich durch Blockade der Straße von Hormus
  • Machtkämpfe in Teheran und Druck auf Donald Trump lähmen den Prozess

Die Gespräche über ein neues Atomabkommen mit dem Iran stecken in einer Sackgasse fest. Nach 39 Tagen militärischer Luftangriffe und 54 Tagen eines fragilen Waffenstillstands kommt der Verhandlungsprozess kaum voran. Die Welt leidet derweil unter einer schweren Ölkrise, ausgelöst durch die iranische Blockade der Straße von Hormus. US-Präsident Donald Trump (79) fordert einen deutlich schärferen Vertrag als das Abkommen von 2015. Seine Kernbedingung: Teheran muss dauerhaft auf Nuklearwaffen verzichten. Zusätzlich verlangt Washington die Öffnung der blockierten Meerenge – ein Problem, das vor Kriegsbeginn in dieser Form gar nicht existierte. Drei zentrale Faktoren blockieren laut "Bild" derzeit eine Einigung: Trumps persönlicher Ehrgeiz, das Chaos innerhalb der iranischen Führung sowie die militärisch kaum lösbare Situation an der strategisch wichtigen Wasserstraße.

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Donald Trump gefangen in der "Obama-Falle"

Der US-Präsident hat sich selbst unter enormen Druck gesetzt. 2015 hatte sein Vorgänger Barack Obama (64) ein Abkommen ausgehandelt, das Irans Nuklearprogramm strengen Kontrollen der Internationalen Atomenergiebehörde unterwarf. Trump kündigte diesen Vertrag während seiner ersten Amtszeit und bezeichnete ihn wiederholt als "dummen Deal". Der US-Politologe Jonathan Cristol sieht darin ein grundlegendes Problem: "Was Trump unter Obamas Iran-Deal versteht, ist die Karikatur, die er selbst daraus gemacht hat!" Nun muss der US-Präsident ein Abkommen liefern, das überzeugender wirkt – bislang ohne erkennbare Fortschritte. US-Sicherheitsexperte Jonathan Schroden betont gegenüber "Bild", der Konflikt sei in der amerikanischen Bevölkerung von Anfang an unbeliebt gewesen. Trump benötige daher dringend einen überzeugenden Verhandlungserfolg, um die negative Stimmung auszugleichen.

Chaos in der iranischen Machtzentrale

Auf iranischer Seite erschwert ein erbitterter interner Konflikt jede Einigung. Hardliner im Parlament, die mächtigen Revolutionsgarden und gemäßigtere Kräfte, die aktuell die Verhandlungen führen, kämpfen um die Oberhand. Ayatollah Mojtaba Chamenei (56) erweist sich als schwer fassbarer Akteur in diesem Machtgeflecht. Aus Furcht vor US-amerikanischen Luftschlägen hält er sich an unbekanntem Ort verborgen. Sämtliche Kommunikation erfolgt über Kuriere – Antworten lassen tagelang auf sich warten. Wie viel Autorität er tatsächlich noch im Staatsapparat besitzt, bleibt unklar. Inmitten dieses Durcheinanders verkündete das Regime kürzlich, die Gespräche mit Washington vorerst auszusetzen. Ein Schritt, der die ohnehin festgefahrene Situation weiter verschärft.

Militärische Sackgasse an der Meerenge

Eine gewaltsame Öffnung der Straße von Hormus scheitert an mehreren Hürden. Anfang Mai startete Trump das "Projekt Freiheit" mit dem Ziel, die Blockade durch Bombardements zu beenden. Nach massivem Widerstand der Golfstaaten, die eine weitere Eskalation fürchteten, legte Washington den Plan jedoch schnell wieder auf Eis. Auch bewaffnete Geleitschutz-Missionen für Öltanker bergen enorme Gefahren. Sicherheitsexperte Schroden warnt: "Die Kombination aus Unterwasser-Minen, schnellen Angriffsbooten sowie Drohnen und Raketen stellt eine massive Bedrohung für die in einem engen Raum operierenden Kriegsschiffe dar!" Politologe Cristol sieht die Gesamtlage als strategisch verfahren: "Teheran scheint Washington besser zu verstehen, als das Weiße Haus den Iran versteht!"

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