Pilotprojekt soll helfen: Wie Fachkräfte aus Indien den Pflegemangel bekämpfen sollen
Frauen aus Indien sollen helfen, Brandenburgs Pflegelücke zu schließen. Was das Projekt "German Nursing Certificate" besonders macht – und warum Brandenburg auf Hilfe aus dem Ausland angewiesen ist.
Erstellt von Sarah Knauth - Uhr
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Sie haben eine weite Reise hinter sich und arbeiten nun in Brandenburg: Fünf qualifizierte Pflegekräfte aus Indien hat Gesundheitsminister René Wilke (SPD) in Schwielowsee (Landkreis Potsdam-Mittelmark) begrüßt. Die Frauen sollen helfen, die Pflegelücke im Land zu schließen, denn es gibt zu viele Pflegebedürftige auf zu wenige Arbeitskräfte.
Warum braucht Brandenburg Menschen aus dem Ausland für die Pflege?
In Brandenburg sei mehr als ein Viertel der Bevölkerung mindestens 65 Jahre alt, heißt es aus dem Gesundheitsministerium. Aus dem eigenen Nachwuchs könne der Bedarf perspektivisch nicht mehr gedeckt werden. Die Zahl der Pflegebedürftigen steige von Jahr zu Jahr, gleichzeitig erreichten immer mehr in der Pflege Beschäftigte das Rentenalter. Das Pilotprojekt "German Nursing Certificate" soll helfen.
Wie haben sich die Frauen qualifiziert?
Die fünf Frauen aus Indien wurden aus 22 Bewerberinnen für das Pilotprojekt ausgewählt und haben das Pflege-Zertifikat erworben. Damit haben die entsprechenden Berufsanforderungen, um als qualifizierte Altenpflegehelferinnen und -helfer eingesetzt werden zu können.
In 120 Stunden haben sie Unterschiede zur indischen Altenpflegehilfeausbildung ausgeglichen. Zudem wurden ihnen Sprachkenntnisse auf der Niveaustufe Deutsch B2 vermittelt. Sie arbeiten in Ferch und auf Hermannswerder, wohnen in Ferch und sind seit April in Deutschland.
Ist das die Lösung des Pflegekräftemangels?
Es sei ein Teil der Lösung, sagt Gesundheitsminister Wilke. Neben ausländischen Pflegekräften sei inzwischen auch ein Quereinstieg in die Pflege möglich. Außerdem soll es durch Digitalisierung eine Erleichterung von all den Dokumentationsprozessen geben.
"Es kommt die Ambulantisierung dazu, also möglichst lange in der Selbstständigkeit verbleiben, möglichst lange nicht auf Intensivpflege angewiesen sein", sagt Wilke. Und schließlich könnten dem Minister zufolge auch Robotiksysteme in Zukunft auch in der Pflege eingesetzt werden.
Wie gelingt es, dass sich die Pflegekräfte in Brandenburg bleiben wollen?
Damit sich die Pflegekräfte aus Indien in Deutschland wohlfühlen, sei Engagement von beiden Seiten notwendig, meint Minister Wilke. Die Offenheit der Menschen, die zu uns kommen, sei ein wichtiger Punkt. "Und auch eine Bereitschaft von der Gesellschaft hier, das zuzulassen und anzunehmen, ist sicherlich ein Faktor."
Wo gibt es dieses Projekt noch?
Brandenburg ist laut Gesundheitsministerium das zweite Bundesland, in dem das Konzept umgesetzt wird. Entwickelt wurde es in Saarbrücken und erstmals im Saarland erprobt. Projektpartner in Brandenburg sind Ernst von Bergmann Care und die Hoffbauer Care.
Neben diesen qualifizierten Pflegekräften arbeiten in Brandenburg weitere Menschen aus anderen Ländern in der Pflege. Wie viele Personen das sind, konnte das Ministerium aber nicht sagen.
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