Markus Söder: Scharfe Kritik aus den eigenen Reihen - Spekulationen um Sturz des CSU-Chefs

Wie lange kann sich Markus Söder noch an der Spitze der CSU halten? Parteivize Manfred Weber hält nicht viel vom aktuellen Vorsitzenden, wie er nun in einem "Pfingstbrief" deutlich machte. Wird hinter den Kulissen bereits Söders Sturz geplant?

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Wird innerhalb der CSU bereits der Sturz vom Parteivorsitzenden Markus Söder geplant? (Foto) Suche
Wird innerhalb der CSU bereits der Sturz vom Parteivorsitzenden Markus Söder geplant? Bild: picture alliance/dpa | Peter Kneffel
  • CSU-Vize Manfred Weber kritisiert in "Pfingstbrief" Ausrichtung der eigenen Partei und implizit seinen Vorsitzenden Markus Söder
  • Spekulationen über einen möglichen Sturz des CSU-Chefs kommen auf
  • Innenminister Alexander Dobrindt neben Weber als potenzieller Nachfolger im Gespräch laut Bericht

Noch sitzt Markus Söder an der Spitze der CSU fest im Sattel. Doch die Macht des bayerischen Ministerpräsidenten scheint langsam zu bröckeln. Im vergangenen Dezember wurde er mit 83,6 Prozent der Stimmen zwar erneut als Parteichef wiedergewählt. Es war jedoch sein bislang schlechtestes Ergebnis. Der Unmut gegenüber Söder soll innerhalb der eigenen Reihen gewachsen sein.

Markus Söder scharf kritisiert von CSU-Vize Manfred Weber

Das gehe auch aus einem sogenannten "Pfingstbrief" von CSU-Vize Manfred Weber hervor, über den aktuell die "Bild" berichtet. In dem fünfseitigen Schreiben geht der Chef der konservativen EVP-Fraktion im EU-Parlament hart mit seiner eigenen Partei ins Gericht. Er kritisiert unter anderem Herzensprojekte von Söder wie die Mütterrente und verteilt weitere Spitzen gegen den CSU-Vorsitzenden, ohne ihn dabei namentlich zu nennen. So schreibt Weber laut "Bild" unter anderem, dass die CSU "nicht dem Mainstream folgen" dürfe und man Gemeinschaftsgefühl "weder mit Schlagzeilen noch mit Klickzahlen" erreiche. Offenbar zielt diese Kritik auf Söders Selbstinszenierungen in den sozialen Medien ab. Weber äußert sich weiterhin bewundernd über ältere CSU-Politiker wie Theo Waigel (87), Edmund Stoiber (84) oder Franz Josef Strauß (1988 im Alter von 73 Jahren verstorben). Diese hätten "mit offenem Visier und vollem Risiko" agiert und "das Schicksal Europas über ihre Parteikarriere" gestellt.

CSU-Vize Manfred Weber übte in einem "Pfingstbrief" Kritik am aktuellen Kurs seiner Partei. (Foto) Suche
CSU-Vize Manfred Weber übte in einem "Pfingstbrief" Kritik am aktuellen Kurs seiner Partei. Bild: picture alliance/dpa | Karl-Josef Hildenbrand

Spekulationen über Sturz des CSU-Chefs - Alexander Dobrindt als möglicher Nachfolger?

Der "Bild" zufolge könnte Weber bereits Söders Sturz planen und dabei Unterstützung von Landtagspräsidentin Ilse Aigner (61) erhalten. Die mögliche Nachfolgerin von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (70) hatte gesagt, dass der Pfingstbrief "sehr wichtige Gedankenanstöße geliefert" habe. Laut "Bild" ist neben Weber auch Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (55) als potenzieller Söder-Nachfolger im Gespräch. Bislang sind dies jedoch nichts weiter als Spekulationen. Wie hart der Machtkampf innerhalb der CSU hinter den Kulissen wirklich tobt, bleibt unklar.

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