Donald Trump im Armenien-Rausch: Hinter dieser Lobeshymne steckt ein knallharter Milliardenplan
Kurz vor der armenischen Parlamentswahl am 7. Juni wirft Donald Trump sein politisches Gewicht in die Waagschale – mit einer Wahlempfehlung für Premierminister Nikol Paschinjan und dem Schlachtruf "Make Armenia Great Again".
Erstellt von Claudia Löwe - Uhr
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- "Make Armenia Great Again!": Trump will Paschinjan weiter im Amt sehen
Donald Trump beschränkt sich bekanntlich nicht darauf, sich einzig und allein um die politischen Geschicke in den USA zu kümmern - ein aktueller Post, den der Republikaner bei "Truth Social" absetzte, legt davon Zeugnis ab. Um den armenischen Regierungschef Nikol Paschinjan öffentlich zu unterstützen, verfiel Trump in ungewohnte Lobeshymnen und wandelte sogar seinen "Make America Great Again"-Schlachtruf ab.
Donald Trump feiert Armenien-Regierungschef Paschinjan in Lob-Post
Auf Truth Social bezeichnete Donald Trump Nikol Paschinjan als "großartigen Freund und Führer", der sein Land stark, wohlhabend und sicher mache. "Nikol teilt vollständig meine Vision von FRIEDEN und WOHLSTAND für Armenien und die gesamte Südkaukasus-Region", schrieb Trump in seinem Beitrag. Weniger als zwei Wochen vor der armenischen Parlamentswahl am 7. Juni sprach er dem Premierminister seine "VOLLSTÄNDIGE und TOTALE Unterstützung für die Wiederwahl" aus.
Donald Trump hat große Pläne für Armenien - Milliardenprojekt soll Energierouten nach Amerika öffnen
Mit dem Slogan "Make (Armenia) Great Again" – einer Abwandlung seines eigenen Wahlkampfmottos – unterstrich Trump die enge Verbindung zwischen beiden Politikern. Gemeinsam wolle man die USA, Armenien und Zentralasien "zu größeren Höhen als je zuvor" führen. Kernstück der amerikanisch-armenischen Annäherung ist ein ambitioniertes Infrastrukturvorhaben mit dem Namen TRIPP – die "Trump-Route für Internationalen Frieden und Wohlstand". Das Projekt umfasst den Bau von Straßen- und Eisenbahnverbindungen, die Zentralasien mit Europa verknüpfen sollen.
Der Korridor würde durch armenisches Territorium verlaufen und dabei zwei Teile Aserbaidschans miteinander verbinden. Washington verspricht sich davon nicht nur eine Stabilisierung der Region, sondern auch handfeste wirtschaftliche Vorteile: Amerikanische Energiekonzerne sollen Zugang zu Ressourcen von Zentralasien bis in die Vereinigten Staaten erhalten. Donald Trump kündigte an, dass beide Länder bald gemeinsam den Spatenstich für das Projekt setzen werden. Neben den Energieinteressen zielt TRIPP auch darauf ab, Arbeitsplätze in der Kaukasusregion zu schaffen.
Donald Trump schickt Außenminister Rubio nach Armenien
Die Wahlempfehlung folgt unmittelbar auf einen historischen Besuch: Am 26. Mai reiste US-Außenminister Marco Rubio nach Armenien – der erste Besuch eines amerikanischen Chefdiplomaten seit 2014. Auf seiner Rückreise aus Indien legte Rubio einen Zwischenstopp in der Kaukasusrepublik ein. Bei dem Treffen mit seinem Amtskollegen Ararat Mirsojan unterzeichneten beide Seiten ein Memorandum über strategische Zusammenarbeit. Politische Beobachter werten den Besuch als Versuch Washingtons, seinen Einfluss in der Region auszubauen.
Der armenische Außenminister zeigte sich zufrieden mit dem Stand der bilateralen Beziehungen. Besonders lobte Mirsojan die amerikanischen Vermittlungsbemühungen im schwelenden Konflikt mit dem Nachbarland Aserbaidschan. Trump hatte bereits im vergangenen August beide Staatschefs ins Weiße Haus eingeladen, um ein Friedensabkommen zu unterzeichnen.
Moskaus Einfluss auf Armenien schwindet – Brüssel und Washington buhlen um Eriwan
Die amerikanische Charmeoffensive trifft auf ein Land im geopolitischen Umbruch. Armenien hat sich unter Paschinjan deutlich vom langjährigen Verbündeten Russland abgewandt. Das Verhältnis zu Moskau kühlte nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine massiv ab. Ende 2024 fror Eriwan seine Mitgliedschaft in der CSTO ein, dem von Russland geführten Militärbündnis, nachdem dieses im Bergkarabach-Konflikt keine Unterstützung geleistet hatte.
Kurz vor der Parlamentswahl verhängte Moskau Einfuhrbeschränkungen gegen armenische Produkte. Gleichzeitig wirbt auch die EU um die Kaukasusrepublik: Anfang Mai empfing Paschinjan EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Ratspräsident António Costa zum ersten EU-Armenien-Gipfel. Beide Seiten vereinbarten eine engere Kooperation in den Bereichen Sicherheit, Energie und Verkehr.
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loc/news.de/dpa/stg
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