Alexander Dugin: Zugang nur bei "gutem Benehmen" - Putin-Philosoph empört mit Internet-Idee

Der ultranationale Philosoph Alexander Dugin stellt in einem Interview eine unglaubliche Forderung: Nur noch Russen, die sich "gut benehmen" sollten Zugang zum Internet erhalten. Im Netz hagelt es für diesen Vorschlag Spott.

Von news.de-Redakteur - Uhr

Der Philosoph Alexander Dugin will den Internetzugang in Russland weiter beschränken. (Foto) Suche
Der Philosoph Alexander Dugin will den Internetzugang in Russland weiter beschränken. Bild: picture alliance/dpa/Lehtikuva | Jussi Nukari
  • Russischer Philosoph will eigenen Bürgern Zugang zum Internet nur gewähren, wenn sie sich "gut" benehmen
  • Im Sommer sollen sich die Menschen nur draußen in Cafés treffen
  • Vorschlag sorgt für spöttische Reaktionen in den sozialen Medien

Wladimir Putin hat den Zugang zum Internet für Russen in den vergangen Monaten immer weiter beschränkt. Der Kreml ließ unter anderem die beliebte Plattform Telegram blockieren. Stattdessen sollte die Bevölkerung dazu getrieben werden, den staatlich kontrollierten Messengerdienst "MAX" zu nutzen. Dem ultranationalen Philosophen Alexander Dugin gehen die bisherigen Maßnahmen jedoch noch nicht weit genug. In einem Interview machte der Hardliner eine abstruse Forderung.

Alexander Dugin fordert Internetzugang für Russen bei "gutem Benehmen"

Dugin, den "Nexta" als "Chefideologe der 'Russischen Welt'" bezeichnet schlug vor, Bürgerinnen und Bürgern nur bei "gutem Benehmen" Zugang zum Internet zu gewähren - quasi als "Belohnung". "Mit anderen Worten: Man muss lernen, wie man das Internet nutzt. Man muss sozusagen erst einmal zum Internet heranwachsen, man muss es sich verdienen", so der Philosoph. Dugin schwärmte zudem von Zeiten, in denen es noch kein Internet gab. Damals hätten die Menschen ein "normales Leben" geführt:

  • "Sie lebten auf der Straße, lebten zusammen und knüpften Kontakte. Mann und Frau chatteten nicht online in ihrem eigenen Zuhause, an entgegengesetzten Enden davon. Sie trafen sich einfach und besprachen wichtige Themen. Es ist nur so, dass wir, während wir uns allmählich in die virtuelle Welt begeben, aus den Augen verlieren, wer wir wirklich sind."

Dugins Idee: Das Internet in der wärmeren Jahreszeit komplett abschalten. Schließlich könnten sich die Menschen zwischen Frühling und Herbst auch draußen in "wunderbaren Cafés" treffen. Im Winter würde das Internet rationiert.

Russischer Philosoph empört mit Internet-Vorschlag

Auf X (vormals Twitter) wurde der Interviewausschnitt, dessen Echtheit sich bislang nicht unabhängig überprüfen ließ, auch vom estnischen Kriegsblogger WarTranslated geteilt. Darunter finden sich spöttische Kommentare wie:

  • "Wow, gehen die wirklich den Weg Nordkoreas?!"
  • "Ahh, gerontokratische Faschisten, die unser Doomscrolling verbieten, um uns endlich wieder zum Leben zu bringen. Ein Traum."
  • "Insofern stimmt es, als dass das Internet und Smartphones viele Menschen zerstören. Interessant ist, dass das, was Putin zu erreichen versucht, tatsächlich kontraproduktiv sein könnte. Die Russen kommen ins Gespräch miteinander und beginnen darüber nachzudenken, was für ein Leben sie eigentlich führen."
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