Emmanuel Macron: Frankreichs Präsident warnt Lukaschenko vor Kriegseintritt

Erstmals seit Beginn des Ukraine-Kriegs hat Emmanuel Macron zum Hörer gegriffen und Alexander Lukaschenko angerufen. Frankreichs Präsident richtete eine eindringliche Warnung an Putins Freund: Er soll sich nicht in den Ukraine-Krieg hineindrängen lassen.

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Emmanuel Macron warnt Alexander Lukaschenko davor, Belarus in den Ukraine-Kreig hineinzuziehen. (Foto) Suche
Emmanuel Macron warnt Alexander Lukaschenko davor, Belarus in den Ukraine-Kreig hineinzuziehen. Bild: picture alliance/dpa/POOL REUTERS/AP | Tom Nicholson
  • Emmanuel Macron warnte Alexander Lukaschenko davor, sich in den Ukrainekrieg hineinziehen zu lassen
  • Frankreichs Präsident forderte vombelarussischen Staatschef, die Beziehungen seines Landes zu Europa zu verbessern
  • Staatschefs telefonierten vor Russlands massiven Angriffen auf Kiew
  • Belarus als Aufmarschgebiet für Putins Truppen
  • Ukrainischer Grenzschutz sieht aktuell keine Hinweise auf eine Aufrüstung aus Minsk

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat dem belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko in einem Telefonat am 24. Mai eine eindringliche Warnung ausgesprochen. Macron wies Lukaschenko darauf hin, sein Land nicht in Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine hineinziehen zu lassen. Das berichtete eine Macron nahestehende Quelle gegenüber der Nachrichtenagentur AFP.

Ukraine aktuell: Emmanuel Macron warnt Alexander Lukaschenko vor Kriegseintritt

Der Warnung ging ein erstes Telefongespräch zwischen den beiden Staatschefs voraus, wie belarussische Staatsmedien berichteten. "Macron betonte die Risiken für Belarus, wenn es sich in Russlands aggressiven Krieg gegen die Ukraine hineinziehen lässt", erklärte die französische Quelle. Zudem forderte er Lukaschenko auf, Schritte zur Verbesserung der Beziehungen zwischen Belarus und Europa einzuleiten. Die Initiative für den Austausch soll von französischer Seite ausgegangen sein.

Massiver Raketenangriff auf Kiew kurz vor dem Telefonat zwischen Macron und Lukaschenko

Das Gespräch zwischen Macron und Lukaschenko fand vor dem Hintergrund eines schweren russischen Angriffs auf die ukrainische Hauptstadt Kiew statt. In der Nacht zu Sonntaghatte Moskau Kiew mit nahezu 100 ballistischen Raketen beschossen. Der Angriff richtete sich gegen das kulturelle und historische Zentrum der Stadt und beschädigte Museen, Schulen sowie Regierungsgebäude. Es seien 87 Menschen verletzt worden, darunter drei Minderjährige, schrieb der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in sozialen Medien. Die Aufräumarbeiten dauern demnach an. Er sprach von rund 300 beschädigten Objekten, ein Großteil davon seien Wohnhäuser. Russland hatte nach Angaben der ukrainischen Luftstreitkräfte bei dem kombinierten Angriff 600 Drohnen und 90 Raketen und Marschflugkörper eingesetzt. Das Verteidigungsministerium in Moskau bestätigte den Einsatz

Besondere Besorgnis löste der Einsatz einer Oreshnik-Rakete aus. Bei diesem Mittelstreckengeschoss handelt es sich um ein neues Waffensystem, das Russland in Belarus stationiert hat.

Belarus als Aufmarschgebiet für Putins Ukraine-Invasion

Obwohl belarussische Streitkräfte bislang nicht direkt an Kampfhandlungen gegen die Ukraine teilgenommen haben, spielte das Land eine Rolle bei der russischen Invasion. Im Februar 2022 diente belarussisches Territorium als Ausgangspunkt für den russischen Großangriff. Seitdem nutzt Moskau das Nachbarland wiederholt für Raketen- und Drohnenangriffe.

Bereits am 20. Mai warnte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj, dass Russland möglicherweise eine neue Offensive gegen die Nordukraine mit belarussischer Unterstützung vorbereite. Kurz vorher hatte Minsk die Teilnahme an gemeinsamen Atomwaffenübungen mit Russland angekündigt.

Moskau drängt Belarus zum Krieg? Ukrainischer Grenzschutz sieht momentan keine Aufrüstung

Nach Angaben des ukrainischen Grenzschutzes gibt es derzeit keine Anzeichen für einen unmittelbar bevorstehenden Angriff aus Belarus, berichtete "Kyiv Independent". Sprecher Andrij Demtschenko erklärte am 24. Mai, dass an der Grenze gegenwärtig keine Bewegungen von Ausrüstung, Waffen oder Personal zu beobachten seien. "Wenn wir über die Linie unserer Grenze sprechen, dann verzeichnen wir glücklicherweise zum jetzigen Zeitpunkt keine solche Ansammlung", sagte er im staatlichen Fernsehen. Dennoch warnte Demtschenko vor wachsendem Druck aus Moskau. Geheimdiensteinheiten hätten berichtet, dass Russland Belarus verstärkt zum Kriegseintritt dränge.

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/news.de/dpa/stg

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