Friedrich Merz: Kanzler spricht von Erfolgsgeschichte - und das Netz tobt vor Wut

Bundeskanzler Friedrich Merz sprach bei den German Startup Awards vom "Aufbruch" und Gründergeist und versprach weniger Bürokratie. Doch seine Worte fallen im Netz auf fruchtbaren Boden. Auf seine wohlwollenden Worte folgen vernichtende Reaktionen.

Von news.de-Redakteurin - Uhr

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) spricht bei der Preisverleihung der "German Startup Awards 2026". (Foto) Suche
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) spricht bei der Preisverleihung der "German Startup Awards 2026". Bild: dpa/Christophe Gateau
  • Bundeskanzler Friedrich Merz tritt bei den German Startup Awards als Redner auf
  • Worte des Kanzlers sorgen für Hass-Kommentare bei Instagram
  • Rücktrittsforderungen Richtung Merz werden immer lauter
  • Negatives Stimmungsbild zeigt sich auch in aktueller Forsa-Umfrage

Bundeskanzler Friedrich Merz verdeutlichte auf der Bühne bei der Verleihung der diesjährigen German Startup Awards 2026 seine "Packen-wir's-an"-Mentalität. Der Kanzler sprach bei der Verleihung vor rund 700 Gründern, Unternehmern und Investoren, die wie gebannt an seinen Lippen hingen und verfolgten, wie der Kanzler die Gründung neuer Tech-Unternehmen "im größten Krisenjahr" überhaupt lobte, gleichzeitig jedoch auch zu erschreckend ernüchternden Worten griff:

Friedrich Merz: "Deutschland muss einfach schneller werden"

"Nichts ist mehr sicher: unsere Freiheit nicht, der Friede nicht, der Wohlstand nicht und der Sozialstaat nicht." Er erklärt: "Deutschland muss ganz einfach schneller werden, einfacher werden und digital. Eigentlich alles schon gestern."

Bundeskanzler spricht von "Erfolgsgeschichte"

Dass genau hier ein Anfang gesetzt ist, schrieb der Kanzler nur wenig später auf seinem offiziellen Instagram-Account. Dazu schreibt Merz nebst zahlreicher Impressionen der Verleihung: "That's the spirit – beim German Start-up-Award gibt es nur Aufbruch und Zukunft. Diese Leidenschaft und Entschlossenheit braucht unser Land." (...). Und weiter: "In diesem Geist wollen wir jetzt das Land voranbringen. Wir bauen die nächste Erfolgsgeschichte."

Auf Rücktrittsforderungen folgen Hohn und Spott für den Kanzler

Was der bevorstehenden "Erfolgsgeschichte" vielleicht im Wege stünde, ist der mangelnde Rückhalt des Kanzlers. Denn statt befürwortender Kommentare hagelt es Kritik, Anfeindungen und Rücktrittsforderungen für Kanzler Merz im Netz. So kommentierte einer der User:innen bei Instagram in fetten Großbuchstaben: "RÜCKTRITT SOFORT". Zahlreiche weitere schließen sich der "Anti-Merz"-Welle an:

  • "Rente bis 70+. Schön Malochen bis zum Umkippen. Frei nach dem Motto "Jeder Rentenüberlebende ist der Alptraum jeder Rentenversicherung"
  • "Es werden die Leute bestraft, die das Land am Leben halten. Geld wird in aller Welt verteilt... Warum bezahle ich in ein System ein, wo ich das Geld nie wieder sehe?"
  • "Es ist eine Schande, wie wir abgezockt werden."
  • "Wahlhelfer der AfD! Mehr bisher nicht!"
  • "Entschuldigung, aber Sie scheinen sehr sehr sehr sehr sehr sehr, sehr dumm zu sein. Naja..."
  • "Ach Herr Merz, ich fürchte der Großteil der Bevölkerung erlebt gerade alles - nur keinen Aufbruch und sieht die Zukunft eher düster. Bekommen Sie das überhaupt mit? Kleiner Tipp: Die aktuellen Umfrageergebnisse und der Höhenflug der AFD haben etwas damit zu tun."
  • "Wer ist der Typ? Was arbeitet er?"
  • "Mich wundert, dass sie solche Fremdworte wie Aufbruch und Zukunft fehlerfrei schreiben können. Bravo."
  • "Vertrauensfrage! Bitte, wenn er weitermacht, ist das Land pleite."
  • "Wir sollten langsam wirklich mal dem Fachkräftemangel in der Politik entgegenwirken."
  • "Neuer Tag. Neue Chancen, ein Fettnäpfchen zu erwischen."
  • "Und was macht der ewig gestrige dann da....es geht doch um Innovation, kein Kompetenzfeld der CDU und CSU."
  • "Bitte treten Sie zurück."
  • "Neuwahlen!!!"
  • "Wenn ein Bundeskanzler mit einer so niedrigen Zustimmungsrate keinerlei Anzeichen gibt, an seiner Kommunikation, seiner Politik, seinem Führungsstil etwas zu ändern, dann lässt er die Bevölkerung allein mit allen Problemen. Das ist einfach respektlos." 15.01.2014 Friedrich Merz über Olaf Scholz.

Friedrich Merz erreicht historisches Umfrage-Tief

Man könnte meinen, es liege in der Natur der Sache, dass negative Kommentare im Netz sich schneller verbreiten als ein Lauffeuer. Angesichts der aktuellen Umfragewerte von Bundeskanzler Friedrich Merz zeigt sich jedoch - die Reaktionen bei Social Media geben durchaus ein realistisches Stimmungsbild wieder. Eine aktuelle Umfrage, durchgeführt vom Meinungsforschungsinstitut Forsa, zeigt, wie unzufrieden die Bevölkerung ist. Nur 14 Prozent der Befragten seien demnach "zufrieden" mit der Arbeit des Kanzlers. 85 Prozent indes gaben laut Umfrage an, "unzufrieden" zu sein.

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