Staat und Kirche: Katholikentag diskutiert über Missbrauchs-Aufarbeitung
Sexueller Missbrauch in der Kirche - Betroffene leiden bis heute. Auf dem Katholikentag geht es darum, wie Aufarbeitung gelingen kann. Die Missbrauchsbeauftragte des Bundes wird deutlich.
Erstellt von Sarah Knauth - Uhr
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Die Missbrauchsbeauftragte des Bundes, Kerstin Claus, vermisst die Unterstützung der Kirchen, um in den Ländern staatliche Strukturen zur Missbrauchsaufarbeitung zu schaffen. "Ich verstehe nicht, warum ich die Kirchen hier nicht an meiner Seite habe", sagte sie bei einer Podiumsdiskussion auf dem Katholikentag in Würzburg.
Konkret müsse es beispielsweise Landesaufarbeitungskommissionen geben. Hier vermisse sie den Einsatz der Kirche, solche Strukturen in den Ländern zu installieren.
Was tut der Staat?
Der Würzburger Bischof Franz Jung erklärte, die bayerischen Bischöfe - organisiert in der Freisinger Bischofskonferenz - hätten mit der Staatsregierung mehrfach über dieses Thema gesprochen.
Darauf erwiderte Claus: Bayern habe keinerlei Strukturen auf diesem Feld. Sie erwarte von den Kirchen, dass sie entsprechende Strukturen forderten.
Jung sagte, er wünsche sich generell mehr Engagement des Staates bei der Aufarbeitung. Dies wäre eine große Entlastung für die Kirche gewesen.
"Es wird nicht öffentlich darüber gesprochen"
Manfred Schmitz vom Betroffenenbeirat der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) kritisierte, dass über das Thema sexueller Missbrauch in der Kirche oft noch "der Mantel des Schweigens" gebreitet werde. Das erlebe er immer wieder. Es gebe Menschen, die ihren eigenen Glauben beschädigt fühlten, "die mit den krassen Schilderungen nicht umgehen können". Das sei ein großes gesellschaftliches Problem: "Es wird nicht öffentlich darüber gesprochen."
Studien und öffentlich gewordene Fälle haben in den vergangenen Jahren sowohl die katholische als auch die evangelische Kirche erschüttert. Demnach gab es in den vergangenen Jahren zahlreiche Fälle sexualisierter Gewalt in den Kirchen.
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
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