Wladimir Putin News: Grünen-Chef: Koalition sollte Putin nicht auf den Leim gehen

Während SPD-Politiker Putins Angebot zu Gesprächen mit Schröder zumindest prüfen wollen, hält die Bundesregierung das für ein Scheinangebot. Der Grünen-Chef hält einige SPD-Außenpolitiker für naiv.

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Der russische Präsident Wladimir Putin steht während einer Zeremonie im Großen Kremlpalast. (Foto) Suche
Der russische Präsident Wladimir Putin steht während einer Zeremonie im Großen Kremlpalast. Bild: picture alliance/dpa/Pool Sputnik Kremlin/AP | Alexander Kazakov

Die Grünen halten es für falsch, ernsthaft den Vorschlag des russischen Präsidenten Wladimir Putin zu diskutieren, Altkanzler Gerhard Schröder (SPD) an Verhandlungen über ein Ende des Ukraine-Kriegs zu beteiligen. "Was die vermeintlichen Vorschläge von Wladimir Putin zu einer Friedenslösung angeht: Ich interpretiere das als durchschaubares Manöver, Verhandlungsbereitschaft zu imitieren", sagte der Parteivorsitzende, Felix Banaszak, in Berlin. Eine substanzielle Verhandlungsbereitschaft sei auf russischer Seite derzeit nicht vorhanden, sonst hätte man nicht diesen Personalvorschlag gemacht.

"Bluff" aus dem Kreml

Gleichzeitig kritisierte er Äußerungen aus den Reihen der SPD: "Schockierend finde ich, dass es selbst Menschen in der Koalitionsfraktionen gibt, die auf diesen Bluff hineinfallen - wir tun das nicht." Er erwarte nicht, dass diejenigen, die letztlich über eine Verhandlungslösung zu entscheiden hätten - nämlich die Ukrainer selbst - auf diesen Vorschlag eingingen.

Der Kremlchef hatte den seit langem mit ihm befreundeten Altkanzler am Wochenende als Vermittler im Krieg zwischen Russland und der Ukraine ins Spiel gebracht. "Von allen europäischen Politikern würde ich Gespräche mit Schröder bevorzugen", sagte er bei einer Pressekonferenz.

Bundesregierung insgesamt skeptisch

Aus Regierungskreisen in Berlin hieß es daraufhin, die Äußerungen reihten sich ein in eine Serie von Scheinangeboten und seien Teil der bekannten hybriden Strategie Russlands. "Deutschland und Europa lassen sich dadurch aber nicht spalten." Russland habe seine Bedingungen nicht geändert.

SPD-Außenpolitiker forderten dagegen, dass der Vorschlag des Kremls nicht sofort abgelehnt wird. "Jedes Angebot muss ernsthaft geprüft werden, wie verlässlich es ist", sagte der außenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Adis Ahmetovic, dem "Spiegel". Ähnlich äußerte sich dort der SPD-Außenpolitiker Ralf Stegner. Bislang sei Europa nicht an den Verhandlungen beteiligt und könne keine Vorschläge machen. "Wenn das über jemand wie Schröder gelingen würde, wäre es fahrlässig, das auszuschlagen."

+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

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