Donald Trump: US-Truppen gegen Kriminalität – US-Präsident für Lob zurechtgewiesen

Donald Trump bietet Gouverneuren in einigen US-Städten seine Hilfe gegen Kriminalität an. In einer Rede ließ er durchblicken, ihnen sogar Truppen zu schicken. Dabei jongliert er mit Zahlen und wird dafür zurechtgewiesen.

Von news.de Redakteurin - Uhr

Donald Trump will erneut die Nationalgarde in US-Städte schicken. (Foto) Suche
Donald Trump will erneut die Nationalgarde in US-Städte schicken. Bild: picture alliance/dpa/AP | Julia Demaree Nikhinson
  • Donald Trump spricht darüber, erneut Truppen in US-Städte entsenden zu wollen
  • US-Präsident bietet Städten Hilfe gegen die vermeintlich starke Kriminalität an
  • Trump feiert Erfolg gegen Verbrechen. Offizielle Zahlen zeigen ein anderes Bild

Bei einem Militär-Event anlässlich des Muttertags bot Donald Trump an, US-Truppen in einige US-Städte zu entsenden. Dabei fiel auf: Es geht erneut um Hochburgen der Demokraten. Das Thema ist nicht neu, wie gleich zu Beginn seiner Rede deutlich wurde.

Wieder Truppen in US-Städten? Donald Trump will helfen

Kriminalität beschäftigt Trump weiterhin. Er ruft die verantwortlichen Führungskräfte in Städten wie Chicago, San Francisco und New York dazu auf, ihn zu bitten, Truppen der Nationalgarde in ihre Städte zu entsenden. "Und übrigens, wenn die in Chicago etwas im Kopf hätten, würden sie uns bitten, dorthin zu kommen. Wir würden das Problem sehr schnell für sie lösen", sagte Trump. Er würde auch gerne San Francisco und New York helfen, in diesen Städten "die Kriminalitätszahlen innerhalb weniger Monate um 70 Prozent, 80 Prozent, 90 Prozent senken", prahlte der US-Präsident.

Donald Trump spricht von Kriminalitätserfolgen

Er spricht dann davon, dass es in Washington sehr schlimm gewesen sei. "Ich möchte nicht auf die Zahlen eingehen, was das Wort 'Mord' angeht, aber es war wirklich schlimm", so Trumps vage Aussage. Er spielt verbal mit vielen Zahlen. "Wir hatten einen Ort, der so, so unsicher war, unser großartiges Kapitol, und jetzt gilt es als eine der sichersten Städte in den gesamten Vereinigten Staaten", behauptet der 79-Jährige. Insgesamt sei die Kriminalitätsrate um 92 Prozent gesunken.

Er nannte auch Städte wie Memphis, wo die Kriminalitätsrate nach seinen Aussagen um 80 Prozent gesunken sei. Er wurde angeblich gebeten, etwas zu unternehmen. "Können Sie etwas tun?" Wir haben unsere Leute dorthin geschickt, hauptsächlich die Nationalgarde, aber was auch immer nötig ist. Und wir haben – die Kriminalität war nach zweieinhalb, drei Monaten um 79 Prozent gesunken", so Trump. Insgesamt seien die Zahlen um 92 Prozent gesunken, was er als Erfolg verbucht.

"Haltet euch fern" - Trumps Rede sorgt für Unmut

Will Trump wirklich US-Truppen in die Städte schicken? Konkrete Pläne gibt es nicht. Das Weiße Haus hat sich dazu bislang nicht geäußert. Viele Menschen zweifeln daran, wie unter einem auf der Plattform X geteilten Ausschnitt des Journalisten Aaron Rupar zu sehen ist. Andere vermuten, dass er womöglich wieder "Chaos" anrichten könnte. Was aber überwiegt: Die Menschen haben genug von seiner alten Geschichte und äußern beißende Kritik:

  • "Ist dir aufgefallen, dass er versucht, Prozentangaben richtig zu verwenden? Die Kriminalität ist nicht um 1500 % gesunken. Interessant."
  • Gerade jetzt, 25th (Hinweis auf den 25. Zusatzartikel der US-Verfassung und eine Anspielung auf eine Amtsenthebung, Anmerkung der Redaktion)
  • Die Zwischenwahlen stehen bevor und man versucht, den MAGA-Anhängern zu beweisen, wie mächtig die Republikaner sind."
  • Haltet euch von Chicago und Illinois fern. Wir brauchen eure Art von Hilfe nicht und wollen sie auch nicht. Wie wäre es, den hungernden Kindern in Illinois zu helfen? Oder den Krebspatienten, die wegen der Gesundheitskosten verschuldet sind? Haltet euch fern."
  • "Er schwadroniert seine 'Oldies' beim Muttertagsempfang!!!"
  • Die einzigen Truppen, die ich sehen will, sind in DC, um ihn aus unserem Haus zu entfernen."

Trump feiert angeblichen Kriminalitätserfolg - Zahlen zeigen ein anderes Bild

Was einem Nutzer auffiel. Donald Trump sprach nur von Städten, die von Demokraten dominiert werden. Das ist nicht neu. Im letzten Jahr entsandte er Truppen, unter anderem nach Chicago. Diese und andere Städte werden auf der Karte blau markiert, also den Demokraten zugeschrieben. Seine Geschichte von weniger Kriminalität in den Städten ist eher geschönt. Zahlen zeigen ein anderes Bild. Zwei Beispiele. In New York gab es weniger Morde. Dazu schreibt die New Yorker Polizei in einer Mitteilung: "Polizeikommissarin Jessica S. Tisch gab heute bekannt, dass die NYPD in den ersten vier Monaten des Jahres sowie im Monat April die geringste Zahl an Morden seit Beginn der Aufzeichnungen verzeichnet hat." Was ist mit Washington? Am 5. Oktober sagte Trump, dass es in der Stadt keine Verbrechen mehr gebe. Analysen zeigen zwar, dass die Kriminalitätsrate zurückging, die Polizei aber "hunderte Straftaten" verzeichnete, wie im letzten Jahr aus einer Analyse von CNN auf Grundlage von Polizeidaten hervorgeht.

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