Denis Butsajew: Kurz vor seiner Entlassung - Putin-Minister aus Russland geflohen

Kurz vor seiner Entlassung soll sich der stellvertretende russische Umweltminister Denis Butsajew ins Ausland abgesetzt haben. Zuvor hatten Behörden gegen Mitarbeiter seiner Ex-Firma wegen Betrugs ermittelt. Das ist bislang über den Fall bekannt.

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Wladimir Putin (l.) im Gespräch mit Umweltpolitiker Denis Butsajew (r.), der aus Russland geflohen sein soll. (Foto) Suche
Wladimir Putin (l.) im Gespräch mit Umweltpolitiker Denis Butsajew (r.), der aus Russland geflohen sein soll. Bild: picture alliance/dpa/Planet Pix via ZUMA Press Wire | Mikhail Klimentyev/Kremlin Pool
  • Stellvertretender Umweltminister kurz vor seiner Entlassung aus Russland geflüchtet laut Berichten
  • Denis Butsajew stand nicht auf westlichen Sanktionslisten: Ausreise in die USA offenbar einfach
  • Konkrete Hintergründe unklar, Ermittlungen gegen Ex-Firma von Butsajew wegen Betrugs

Der russische Vizeumweltminister Denis Butsajew hat sich offenbar in die USA abgesetzt – und zwar, bevor sein Rauswurf überhaupt offiziell war. Wie unabhängige russische Medien wie "The Moscow Times" berichten, verließ der hochrangige Beamte bereits am 18. April das Land. Zuvor hatten russische Behörden Ermittlungen gegen eine Firma eingeleitet, bei der Butsajew an der Spitze stand.

Russischer Vizeminister flüchtet vor Entlassung überstürzt ins Ausland

Seine Route führte zunächst ins benachbarte Belarus, dann weiter nach Georgien und schließlich in die Vereinigten Staaten. Premierminister Michail Mischustin entließ Butsajew erst vier Tage später, am 22. April, aus seinem Amt. "Er hat Glück, Freunde zu haben, die ihn rechtzeitig warnen konnten", zitiert die Journalistin Farida Rustamowa eine Regierungsquelle.

Die Dimension dieses Vorfalls ist bemerkenswert: Laut Rustamowa handelt es sich um "den ersten bekannten Fall eines Beamten von seinem Status, der aus dem Land flüchtet". Seit 2024 sei zudem kein russischer Funktionär mehr erfolgreich ins Ausland entkommen, um sich einer Strafverfolgung zu entziehen.

Keine westlichen Sanktionen gegen Denis Butsajew

Ein entscheidender Faktor dürfte Butsajews Abwesenheit auf westlichen Sanktionslisten gewesen sein. Ohne entsprechende Einreisebeschränkungen konnte er problemlos über Minsk und Tiflis in die USA gelangen. Das amerikanische Außenministerium hat sich bislang nicht zu dem Fall geäußert.

Ermittlungen wegen Betrugs gegen Ex-Firma von Butsajew in Russland

Die exakten Hintergründe von Butsajews überstürzter Abreise bleiben teilweise im Dunkeln. Klar ist jedoch: Russische Strafverfolgungsbehörden ermitteln derzeit wegen Betrugs gegen den Verwaltungsdirektor und zwei weitere Führungskräfte eines staatlich geförderten Unternehmens, das 2019 gegründet wurde, um die Abfallwirtschaftsreformen des Kremls umzusetzen. Butsajew leitete die Firma als Geschäftsführer, bevor er 2025 ins Ministerium wechselte.

Laut "Vedomosti" wurde bislang nicht direkt gegen den geflüchteten Vizeminister ermittelt. Ob Anklage gegen ihn erhoben wurde, bleibt unklar. Dennoch gilt Butsajew offenbar als Person von Interesse in dem Verfahren.

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