Sperre seit Kriegsbeginn: Führende Medien fordern von Israel Zugang zum Gazastreifen
Seit Oktober 2023 dürfen internationale Reporter nicht unabhängig aus Gaza berichten. Was weltweit führende Medien jetzt verlangen – und warum sie Schutz für palästinensische Journalisten fordern.
Erstellt von Sarah Knauth - Uhr
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Führende internationale Medien haben in einem offenen Brief von der Regierung in Israel Zugang für ihre Berichterstatter zum Gazastreifen gefordert. Seit dem Terrorangriff der islamistischen Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 und dem darauffolgenden Krieg habe Israel internationalen Medien unabhängigen Zutritt zu dem blockierten Küstenstreifen verwehrt, hieß es in einer Mitteilung des Auslandspresseverbands in Israel (FPA), der den Brief veröffentlichte.
Der offene Brief ist etwa von Mitgliedern der Chefredaktion der internationalen Nachrichtenagenturen Associated Press, Reuters, Bloomberg, EFE und Agence France Press unterzeichnet. Auch Sven Gösmann hat unterschrieben, Chefredakteur von Deutschlands größter Nachrichtenagentur dpa. Weitere Unterzeichner sind führende Vertreter etwa von "New York Times", "Le Monde", "Frankfurter Allgemeine Zeitung" und "Washington Post".
Protest gegen anhaltende Zugangsbeschränkungen
Israel habe seit Kriegsbeginn immer wieder Forderungen abgelehnt, Journalisten nach Gaza zu lassen, heißt es in dem Brief. Eine vor dem höchsten Gericht in Jerusalem eingereichte Petition des Auslandspresseverbands habe auch keinen Erfolg gebracht.
"Während die Welt die Woche der Pressefreiheit begeht, fordern wir erneut, dass Israel dieses Verbot sofort aufhebt." Pressefreiheit sei ein Grundwert jeder offenen Gesellschaft. "Es ist Zeit, dass die Verzögerungen enden. Lassen Sie uns nach Gaza." Nur vereinzelt hatten internationale Journalisten seit Oktober 2023 in Begleitung der israelischen Armee in den Gazastreifen reisen können.
Forderung nach Schutz palästinensischer Journalistinnen
Die Unterzeichner fordern zudem den Schutz palästinensischer Journalisten im Gazastreifen. Die Ortskräfte in Gaza arbeiteten unter extremen Umständen und sollten die Last nicht allein tragen.
Mehr als 200 palästinensische Journalisten sind laut dem Komitee zum Schutz von Journalisten (CPJ) bei israelischen Angriffen getötet worden. Israel hatte Reportern in Gaza immer wieder vorgeworfen, mit der Hamas zusammenzuarbeiten.
Argument: Seit Waffenruhe sind die schwersten Kämpfe vorbei
Seit Oktober 2025 herrscht zwar eine Waffenruhe, de facto kommt es aber immer wieder zu tödlichen Zwischenfällen. Die im Friedensplan von US-Präsident Donald Trump vorgesehene Entwaffnung der Hamas ist bisher nicht umgesetzt worden. Israel kontrolliert weiterhin eine Hälfte des Gazastreifens. Der Hamas gelang es seit Beginn der Waffenruhe, ihre Herrschaft in dem von ihr weiterhin kontrollierten Gebiet in Gaza wieder weitgehend zu festigen.
Die schwersten Kämpfe seien vorüber, argumentieren die Unterzeichner des Schreibens. Es befänden sich auch keine Geiseln mehr im Gazastreifen. Internationale Journalisten stellten für israelische Truppen keine Bedrohung dar – daher sei es an der Zeit für eine Öffnung.
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
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kns/roj/news.de
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