Donald Trump: "Er irrt sich gewaltig!" US-Präsident muss all seine Hoffnungen begraben
Wie lange kann Donald Trump von dem Schusswaffenangriff beim Correspondents' Dinner zehren? Kolumnist David Rothkopf zufolge hat der US-Präsident schlechte Karten, denn eine Reihe von Problemen dürfte "The Don" schon bald einholen.
Von news.de-Redakteurin Claudia Löwe - Uhr
Suche
- Abrechnung mit Donald Trump nach mutmaßlichem Attentat in Washington
- Schüsse beim Correspondents' Dinner im Weißen Haus - US-Präsident schlachtet Zwischenfall für eigene Zwecke aus
- Kolumnist Michael Rothkopf sicher: Donald Trump wird nach "Verschnaufpause" bald wieder von Krisen eingeholt
Als US-Präsident hat Donald Trump derzeit einige Themen am Hals, die ihm denkbar wenig gute Presse einbringen: Der von "The Don" Ende Februar vom Zaun gebrochene Iran-Krieg schwelt ohne Aussicht auf ein baldiges Ende weiter und stürzt die Weltwirtschaft in eine ausgewachsene Krise, nahezu täglich sorgen Korruptionsenthüllungen um den US-Präsidenten und seine Familie für Wirbel und auch der Skandal um den verurteilten und 2019 in Haft gestorbenen Sexualverbrecher Jeffrey Epstein klebt Donald Trump wie Pech an den Hacken.
Mutmaßliches Attentat auf Donald Trump unterbricht Negativ-Schlagzeilen zum US-Präsidenten
Die Ereignisse vom 25. April änderten die Nachrichtenlage unerwartet: Beim White House Correspondents' Dinner verschaffte sich ein inzwischen als Cole Tomas Allen (31) identifizierter Mann mit Schusswaffen Zutritt zu dem Veranstaltungsort im Washington Hilton Hotel und feuerte Schüsse ab.
Donald Trump, der ebenso wie First Lady Melania Trump und hochrangige Kabinettsmitglieder dem Dinner-Event beiwohnte, wurde in Sicherheit gebracht und blieb unverletzt. Prompt wurde Donald Trump als Überlebender eines mutmaßlichen Anschlags auf seine Person von einer Welle des Mitgefühls überrollt - doch wie lange wird der von miserablen Umfragewerten von dieser kurzen Sympathie-Verschnaufpause zehren könnten?
Keine Verschnaufpause für Donald Trump: Tiefgreifende Probleme bald wieder an der Tagesordnung
An einer Antwort auf diese Frage versuchte sich der Kolumnist David Rothkopf im Gespräch mit Joanna Coles im"The Daily Beast Podcast" vom 27. April. In seiner Analyse bezeichnete Rothkopf den Vorfall beim Trump-Dinner als "eigentlich bedeutungslos" und warnte, dass die "momentane Gnade" für den Präsidenten rasch verblassen werde. Der Kolumnist von "The Daily Beast" zählte im Podcast mit Moderatorin Joanna Coles auf, welche Probleme den Präsidenten schon bald wieder beschäftigen werden. An erster Stelle stehen demnach Trumps Verbindungen zum in Ungnade gefallenen Finanzier Jeffrey Epstein. Hinzu komme sein desaströser Umgang mit dem Krieg in der Ukraine sowie die stagnierende Wirtschaft in den USA.
Wörtlich sagte Rothkopf in seiner Bilanz:
- "Es ist doch so: Wenn Donald Trump glaubt, er könne damit das Thema wechseln, dann irrt er sich gewaltig. Das wird die Sache nicht einfach verschwinden lassen. Man kennt diese Geschichte. Ich denke, diese Geschichte vom Wochenende wird viel Aufmerksamkeit erregen, weil so viele Journalisten anwesend waren, für die dies ein wichtiges Ereignis war und sie können darüber aus der Ich-Perspektive berichten, aber im Grunde war es bedeutungslos. Es wird das Thema nicht verändern."
- "Morgen oder nächste Woche, wenn wir uns wieder zu diesem Gespräch treffen, was wird dann passieren? Wir werden über den Iran sprechen. Wir werden über Epstein sprechen, wir werden über Trumps Korruption sprechen. Wir werden über sein Missmanagement der Regierung sprechen."
- "Wir werden über die nächste unerwartete Krise sprechen, die dadurch verursacht wird, dass er ein durchgeknallter Einzelgänger ist. Diese kurze Verschnaufpause, die er aus dieser Wiederholung des Butler-Attentates zieht, wird nicht von Dauer sein."
Kolumnist legt sich fest: Trumps Schuldzuweisungen werden nicht verfangen
Seit dem Vorfall versucht Trump, progressive Rhetorik für den Angriff verantwortlich zu machen. Rothkopf bezweifelt jedoch, dass diese Strategie Früchte tragen wird. Der Versuch, das Thema zu wechseln, werde schlicht nicht funktionieren. Der Kolumnist zog einen Vergleich zum Attentat in Butler und sprach von einem "Butler 2.0". Doch auch dieser zweite Vorfall werde Trump keinen dauerhaften Vorteil verschaffen. "Die momentane Gnade, die er daraus zieht, wird einfach nicht anhalten", betonte Rothkopf. Der Präsident sei letztlich ein "einsamer Wolf" und "Spinner", dessen Fehlentscheidungen unweigerlich die nächste Krise auslösen würden.
Weitere Beiträge zum Thema gibt's hier:
- Ungewöhnliche Beulen lassen Gerüchte um "The Don" erneut hochkochen
- First Lady schlägt gegen "Feigling" zurück - jetzt sollen Köpfe rollen
- Mutmaßliches Attentat schürt neue Verschwörungstheorien um "The Don"
- "The Don" war völlig ahnungslos - Melania erkannte die Gefahr sofort
- König Charles III. bei Trump-Besuch in Lebensgefahr? Palast meldet sich zu Wort
loc/news.de/stg
Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.