Extremismus: Cottbus: Synagoge beschmiert, Wohnprojekt attackiert
Eine Fackel im Hausflur, Volksverhetzung, Drohungen: Im brandenburgischen Cottbus trifft es ein Wohnprojekt und die Synagoge innerhalb kurzer Zeit. Steht die Stadt vermehrt im Fokus rechten Hasses?
Erstellt von Sarah Knauth - Uhr
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Ein Hakenkreuz an der Synagoge, eine brennende Fackel in einem alternativen Wohnprojekt: Der Staatsschutz der Polizei prüft, ob hinter diesen Straftaten in Cottbus in Brandenburg rechtsextreme Täter stecken. Bereits vor wenigen Tagen waren mehrere mutmaßlich rechte Drohungen auch vor der Wohnung eines Studentenpfarrers, der sich gegen Rechtsextremismus stellt, bekanntgeworden.
Nach einem volksverhetzenden Schriftzug an der Synagoge in Cottbus am Freitag wurde das jüdische Gotteshaus nun mit einem rechtsextremistischen Symbol beschmiert. Wie ein Sprecher der Polizei sagte, entdeckte eine Streife am Morgen ein schwarzes Hakenkreuz an der Synagoge. Die verbotene Schmiererei sei 1,0 Meter mal 1,50 Meter groß. Die Polizei klebte das Hakenkreuz zunächst ab. Die Entfernung der Schmiererei sei veranlasst.
Die Jüdische Gemeinde teilte auf Anfrage mit: "Natürlich erleben Cottbuser Jüdinnen und Juden vermehrt Anfeindungen, aber sie haben keine Angstgefühle." Es gebe ständig Kontakt mit regionalen und überregionalen Sicherheitsbehörden. Äußere Videokameras seien wegen des Datenschutzes aber kaum hilfreich, hieß es.
Leuchtfackel in Hausflur von Wohnprojekt geworfen
Zudem war es in Cottbus am Sonntag kurz vor Mitternacht zu einem Angriff auf ein alternatives Wohnprojekt gekommen. Unbekannte warfen eine Leuchtfackel in den Hausflur. Es sei eine gezündete Bengalo-Fackel gewesen, sagte ein Sprecher der Polizei. Die Initiative Sichere Orte Südbrandenburg schrieb von einer "Rauchbombe" auf das Wohnhaus "WK51".
Mit Blick auf jüngste Drohungen und Einschüchterungsversuche mutmaßlich aus der rechtsextremen Szene teilte die Initiative mit: "Wieder trifft ein rechter Angriff private Wohnungen und die Menschen, die dort leben." Die Bewohner hätten wegen des Rauchs das Haus verlassen, es sei niemand verletzt worden, so der Polizei-Sprecher.
"Mitten in der Nacht stand dichter Rauch in unseren Wohnungen. Wir dachten, unser Haus brennt", schilderte eine Bewohnerin der Initiative zufolge. In dem Haus leben demnach internationale Studierende, Handwerker sowie zivilgesellschaftlich und kulturell engagierte Menschen.
Reihe von Attacken
Es ist längst nicht der erste Angriff auf alternative Wohnprojekte in Cottbus. Im März waren etwa am Haus "WK51" Fensterscheiben eingeschlagen worden, wie ein Sprecher der Polizei sagte. Auch weitere Fälle hat die für politisch motivierte Straftaten zuständige Staatsschutz-Abteilung der Polizei übernommen. Vor rund zehn Tagen sollen Unbekannte vor der Wohnungstür eines Studentenpfarrers, der für die Initiative Sichere Orte Südbrandenburg engagiert ist, randaliert haben. Cottbus gilt in Brandenburg seit langem als eine Hochburg des Rechtsextremismus.
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
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