Wladimir Putin von Bloggerin attackiert: Kreml-Chef droht Frauen-Revolte - Putins Hetzern geht's an den Kragen
Wladimir Putins Machtzirkel und Propaganda-Hetzer könnten sich bald vor Gericht wiederfinden: Was als Kritik einer Influencerin an Putin begann, entwickelt sich zur Rebellion prominenter Frauen gegen die frauenfeindliche Hetze im Staatsfernsehen.
Erstellt von Claudia Löwe - Uhr
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Widerworte gegen den politischen Kurs von Wladimir Putin sind in Russland nicht gern gesehen - umso größer ist der Wirbel, den die russische Bloggerin, TV-Moderatorin und Reality-TV-Teilnehmerin Viktoria Bonya mit einer scharfen Ansage an den Kreml-Chef ausgelöst hat. Die 46-Jährige, die mittlerweile in Monaco lebt, sprach offen über Missstände in ihrer Heimat: explodierende Lebensmittelkosten, zunehmende Steuerlasten und Internetsperren.
Wirbel nach knallharter Abrechnung von russischer Bloggerin mit Wladimir Putin
"Wladimir Wladimirowitsch, man hat Angst vor Ihnen. Das Volk hat Angst vor Ihnen, Blogger, Künstler haben Angst, Gouverneure haben Angst vor Ihnen", erklärte Bonya in dem Clip. Sie selbst fürchte den Kremlchef nicht und halte ihn für einen fähigen Politiker – der allerdings von seinen Gouverneuren schlecht informiert werde. Konkret nannte sie die mangelnde Hilfe für Flutopfer in Dagestan sowie die Ölkatastrophe bei Anapa. Die Resonanz war gewaltig: Auf Instagram sammelte das Video am Erscheinungstag über 700.000 Likes, inzwischen sind es 1,6 Millionen.
Viktoria Bonya von Kreml-Propagandist wüst beschimpft
Die Reaktion aus dem Staatsfernsehen ließ nicht lange auf sich warten – und fiel erwartungsgemäß unappetitlich aus. TV-Moderator Wladimir Solowjow, dessen Sendung "Solowjow Live" zu den wichtigsten Sprachrohren der Kreml-Propaganda zählt, überzog Bonya mit frauenfeindlichen Beleidigungenund stellte ihre Loyalität zu Russland infrage.
Solowjow unterstellte Bonya, für westliche Interessen zu arbeiten, und fragte höhnisch, ob sie in Monaco überhaupt Steuern entrichte. Darüber hinaus forderte er Ermittlungen gegen das Model und wollte wissen, weshalb sie noch nicht als "Auslandsagentin" eingestuft sei. Der Politiker Witali Milonow setzte noch einen drauf und diffamierte Bonya als "Dubai-Escort", schreibt "Bild".
Putin-Kritikerin schlägt zurück und ruft Russlands Frauen zur Revolte auf
Doch Viktoria Bonya lässt sich von den Angriffen nicht einschüchtern. In einem weiteren Video rechnete sie mit ihren Kritikern ab und erklärte, sie habe lange genug geschwiegen. Damit sei jetzt Schluss. Männer wie Solowjow müssten endlich lernen, Frauen respektvoll zu behandeln. Die Influencerin kündigte an, rechtlich gegen die Beleidigungen vorzugehen. Sie plant eine Sammelklage und forderte andere betroffene Frauen auf, sich dem juristischen Vorgehen anzuschließen. Damit könnte aus dem Einzelfall eine breitere Bewegung gegen frauenfeindliche Ausfälle im russischen Staatsfernsehen werden – ein bemerkenswerter Schritt in einem Land, in dem öffentliche Kritik an Kreml-nahen Figuren erhebliche Risiken birgt.
Prominente Frauen aus Putins Umfeld solidarisieren sich mit geschmähter Bloggerin
Die Attacken gegen Bonya haben eine unerwartete Gegenreaktion ausgelöst – und zwar aus einflussreichen Kreisen. Xenija Sobtschak, Journalistin und ehemalige Präsidentschaftskandidatin, gab bekannt, dass sie offiziell Beschwerde gegen Solowjows Äußerungen eingereicht habe. Worte seien nicht "nur heiße Luft", sondern hätten reale Konsequenzen, betonte die 44-Jährige. Noch bemerkenswerter ist die Unterstützung von Ekaterina Solotsinskaya, der früheren Ehefrau von Kreml-Sprecher Dmitri Peskow. Die 50-Jährige stellte sich ebenfalls hinter Bonya und begründete dies mit ihren Söhnen: Sie wolle nicht, dass diese solches Verhalten als normal betrachteten. Beide Frauen riefen dazu auf, dass sich russische Frauen nun zusammenschließen sollten – ein seltener öffentlicher Widerstand gegen die frauenfeindliche Rhetorik im Staatsfernsehen.
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loc/news.de/dpa/stg
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