Wladimir Putin: Propaganda-Debakel - dramatischer Absturz im Staatsfernsehen

Während die russische Armee im Ukraine-Krieg aktuell kaum Erfolge vermelden kann, kommt für Wladimir Putin im eigenen Land ein weiteres Problem hinzu: Die Kreml-Propaganda im Staatsfernsehen erreicht immer weniger Zuschauer.

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Die Einschaltquoten für Putins Propaganda-Sendungen im Staatsfernsehen sinken. (Foto) Suche
Die Einschaltquoten für Putins Propaganda-Sendungen im Staatsfernsehen sinken. Bild: picture alliance/dpa/Pool Sputnik Kremlin/AP | Alexander Kazakov
  • Immer weniger Russen schalten Propaganda-TV in Putins kontrolliertem Staatsfernsehen ein
  • Einbruch der Zuschauerzahlen für Wladimir Solowjows Talkshow im Jahr 2025
  • Drohungen gegenüber dem Westen verlieren an Glaubwürdigkeit

Nicht erst seit Beginn des Ukraine-Kriegs läuft die Propaganda im russischen Staatsfernsehen auf Hochtouren. Täglich wird Wladimir Putins Bevölkerung mit Falschbehauptungen sowie neuen Beschimpfungen und Drohungen gegenüber dem Westen beschallt. Doch langsam haben die Zuschauer davon offenbar die Nase voll.

Wladimir Putin erreicht immer weniger Zuschauer mit seinem Propaganda-TV

Immer weniger Russen schalten ihren Fernseher ein, um sich Propaganda-Formate bei staatlich kontrollierten Sendern anzusehen. Das ergab eine Analyse des Meinungsforschungsinstituts Mediascope, über die aktuell die italienische Tageszeitung "Corriere della Sera" berichtet. Viele dieser Formate schafften es im vergangenen Jahr nicht einmal mehr unter die Top 100 der meistgesehenen Sendungen. Unterhaltungssendungen sind in Russland im Aufschwung, während die politisch einseitigen Talkshows Publikum verlieren.

Wladimir Solowjow erlebt dramatischen Absturz bei Einschaltquoten

Besonders Top-Propagandist Wladimir Solowjow, der täglich auf dem Sender Rossija mit verschiedenen Gästen diskutiert, hat unter sinkenden Einschaltquoten zu leiden. In der unteren Hälfte der Top 100 waren 2025 nur noch seine Sonntagsausgaben zu finden. Solowjows Show schaffte es zudem nur siebenmal unter die zwanzig meistgesehenen Sendungen des Tages. Sein Marktanteil fiel im Verlauf des vergangenen Jahres von 2 auf 1,6 Prozent. Die Zahlen waren zu Beginn des Ukraine-Kriegs noch doppelt so hoch.

Top-Propagandist hat offenbar kaum Einfluss auf den Kreml

Laut "Corriere della Sera" hat Solowjow vor allem ein Glaubwürdigkeitsproblem: Immer wieder drohte er in den vergangenen Monaten damit, europäische Städte wie Paris, Rom oder Berlin zu bombardieren. Zudem sprach er sich mehrfach für den Einsatz von Atomwaffen aus. Bei Putins Regierung scheint Solowjow jedoch kaum Beachtung zu finden. Trotzdem giftet er weiter gegen westliche Politiker. Erst vor wenigen Tagen hatte er die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni übel beschimpft.

Putin-Vertrauter Dmitri Kisseljow bleibt stabiles Propaganda-Format

Einziger Hoffnungsschimmer in Putins Propaganda-TV ist der Analyse zufolge Dmitri Kisseljow. Seine Sonntagssendung "Vesti nedeli" verlor zwar ebenfalls Zuschauer, erzielte aber weiterhin "respektable Einschaltquoten". Sein Vorteil: Im Gegensatz zu anderen Protagonisten hat er als langjähriger Vertrauter direkten Draht zu Kremlchef Wladimir Putin, gilt mehr oder weniger als dessen offizielle Stimme und nicht nur als Sprachrohr des Präsidenten.

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