Donald Trump: "Wer nahekommt, wird vernichtet!" - wie effektiv ist die Seeblockade?

Um das Mullah-Regime im Iran zurück an den Verhandlungstisch zu zwingen, hat US-Präsident Donald Trump eine gewagte Gegenblockade der Straße von Hormus eingeleitet. Militärexperte Jonathan Schroden sieht darin eine Chance.

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Donald Trump kündigte an, die Straße von Hormus mit einer Gegenblockade zu blockieren.  (Foto) Suche
Donald Trump kündigte an, die Straße von Hormus mit einer Gegenblockade zu blockieren.  Bild: dpa/AP/Matt Rourke
  • Seeblockade der Straße von Hormus gestartet
  • USA wollen den Iran dadurch zurück an den Verhandlungstisch zwingen
  • Funksprüche belegen: So angespannt ist die Situation wirklich
  • Militärexperte schätzt Lage ein - Donald Trump könnte Erfolg haben

Die Vereinigten Staaten haben am Montag eine Gegenblockade der Straße von Hormus gestartet. Um 16 Uhr mitteleuropäischer Zeit trat die Maßnahme, angeordnet von Donald Trump, offiziell in Kraft. Präsident Donald Trump machte dabei unmissverständlich klar: "Wer der Blockade nahekommt, wird vernichtet!"

Hinter dem aggressiven Vorgehen steckt ein wirtschaftliches Kalkül. Das iranische Regime hatte bei seiner eigenen Blockade des strategisch wichtigen Seewegs bislang die eigenen Tanker passieren lassen. Genau das will Washington nun unterbinden. Durch die Gegenblockade sollen die Mullahs von ihren Öleinnahmen abgeschnitten werden.

Die Zerstörer USS Frank E. Petersen und USS Michael Murphy wurden vom Pentagon für eine erste Durchfahrt durch die Meerenge mobilisiert. Der Schritt folgt auf das Scheitern der Friedensverhandlungen zwischen beiden Ländern.

Keine Hilfe im Iran - NATO erteilt Trump eine Absage

Das westliche Militärbündnis will sich an der Blockade nicht beteiligen. Trump hatte der NATO zuletzt ein Ultimatum gestellt und binnen weniger Tage Einsatzpläne gefordert. Am Montag lehnte die Allianz dieses Ansinnen jedoch ab.

Ist der Iran überhaupt noch handlungsfähig?

Die militärische Ausgangslage vor Ort ist komplex. Zwar haben amerikanische Luftangriffe die iranische Kriegsmarine weitgehend ausgeschaltet – insgesamt wurden 155 Schiffe versenkt. Doch Teheran verfügt nach wie vor über eine beachtliche Streitmacht. Bis zu 5000 Schnellboote könnten in Schwärmen angreifen und die Abwehrsysteme der US-Kriegsschiffe überfordern. Zusätzlich besteht weiterhin die Bedrohung durch Drohnen, Raketen und Seeminen.

"Ich bin bereit zu feuern!"

Wie angespannt die Situation in der Meerenge ist, zeigt ein Funkverkehr, über den der iranische Staatssender IRIB berichtete. Demnach funkte das Marinekommando der Revolutionsgarden einen amerikanischen Zerstörer an: "Jeder Versuch militärischer Schiffe, die Straße von Hormus zu durchqueren, wird mit aller Härte beantwortet."

Die US-Seite verwies auf das Völkerrecht und die Rechtmäßigkeit ihrer Durchfahrt. Die iranische Antwort fiel unmissverständlich aus: "Halten Sie Abstand, ich bin bereit zu feuern!"

Trotz der verbalen Drohungen sieht US-Militäranalyst Jonathan Schroden die Gefahr durch die bestehende Waffenruhe gemindert. Die Bedrohung iranischer Angriffe auf amerikanische Kriegsschiffe sei dadurch "erheblich reduziert" worden, so der Experte.

Militärexperte: Trumps Kalkül könnte aufgehen

Militäranalyst Jonathan Schroden sieht in der amerikanischen Strategie durchaus Erfolgschancen. Nach seiner Einschätzung wollen die USA demonstrieren, "dass sie die volle Kontrolle über die maritime Lage haben", erklärte er gegenüber der "Bild". Damit sollen die iranischen Pläne für eine sogenannte "Mullah-Maut" – Durchfahrtsgebühren in Millionenhöhe für Schiffe – vereitelt werden.

Die Straße von Hormus. (Foto) Suche
Die Straße von Hormus. Bild: dpa/dpa Grafik

Die Blockade der Meerenge war bislang Teherans stärkstes Druckmittel gegenüber dem Westen. Sollte es Washington gelingen, den Seeweg zu sichern und gleichzeitig den iranischen Ölhandel zu unterbinden, wäre das Regime massiv geschwächt. Reedereien könnten dann ermutigt werden, wieder Tanker durch die Straße von Hormus zu schicken.

Unter diesen Umständen, so die Experteneinschätzung, könnten die Mullahs letztlich an den Verhandlungstisch zurückkehren.

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