Donald Trump rastet aus: Ohne ihn wäre er nicht im Vatikan - US-Präsident beschimpft nun sogar den Papst

Donald Trump behauptet, ohne ihn säße Papst Leo XIV. gar nicht im Vatikan, und attackiert das Kirchenoberhaupt in einer nächtlichen Schimpftirade als "Katastrophe". Die Kirche reagiert empört, während im Netz Spott und Kritik explodieren.

Von news.de-Redakteurin - Uhr

Donald Trump beschimpft Papst Leo XIV. (Foto) Suche
Donald Trump beschimpft Papst Leo XIV. Bild: picture alliance/dpa/AP | Julia Demaree Nikhinson
  • Trump greift Papst Leo XIV. scharf an und nennt ihn "schwach"
  • US-Bischöfe stellen sich demonstrativ hinter den Papst
  • Hintergrund ist der Streit über Krieg, Migration und Politik

Eklat zwischen Weißem Haus und Vatikan: Der Konflikt zwischen Donald Trump und Papst Leo XIV. erreicht eine neue Eskalationsstufe. Auf seiner Plattform Truth Social hat der US-Präsient den Pontifex frontal angegriffen. Er bezeichnete ihn als "schwach im Umgang mit Kriminalität" und als eine "Katastrophe in der Außenpolitik". Damit konterte er Kritik aus dem Vatikan an seiner Iran- und Migrationspolitik. Mittlerweile hat sogar Papst Leo auf die Attacke von Trump reagiert.

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"Kein großer Fan!" Donald Trump attackiert Papst Leo XIV.

"Ich will keinen Papst, der den Präsidenten der Vereinigten Staaten kritisiert, weil ich genau das tue, wozu ich mit einem Erdrutschsieg gewählt wurde: Rekordtiefstände bei der Kriminalität zu erreichen und den besten Aktienmarkt der Geschichte zu schaffen", schimpfte Trump auf Truth Social. Er behauptete, dass Papst Leo ihm dankbar sein solle. "Er stand auf keiner Liste der Papstkandidaten und wurde von der Kirche nur deshalb dort hingesetzt, weil er Amerikaner war", schreibt Trump weiter. "Wäre ich nicht im Weißen Haus, wäre Leo nicht im Vatikan." Und weiter: "Leo sollte sich als Papst zusammenreißen, seinen gesunden Menschenverstand einsetzen, aufhören, der radikalen Linken nach dem Mund zu reden, und sich darauf konzentrieren, ein großer Papst zu sein, kein Politiker." Zudem kritisierte er Leos Haltung zum Iran und zu Venezuela und stellte klar, dass er keinen Papst wolle, der militärische Entscheidungen der USA infrage stelle.

Auch gegenüber Reportern legte Trump nach und erklärte, dass er "kein großer Fan" des Pontifex sei. "Ich glaube nicht, dass er seine Sache besonders gut macht. Er mag Verbrechen", sagte der US-Präsident nach seiner Rückkehr aus Miami auf der Joint Base Andrews.

Kirche stellt sich gegen US-Präsidenten - Netz reagiert mit Spott und Empörung

Die Reaktion ließ nicht lange auf sich warten. Paul Coakley, Präsident der US-Bischofskonferenz, widersprach Trump klar. "Ich bin bestürzt, dass der Präsident sich entschieden hat, solch abfällige Worte über den Heiligen Vater zu schreiben." Er betonte, der Papst sei kein politischer Gegner, sondern "der Stellvertreter Christi", der sich um das Seelenheil der Menschen kümmere.

Im Internet sorgte Trumps Ausbruch für eine Welle an Reaktionen. Der Politiker Malcom Kenyatta kommentierte knapp: "Alter, geh ins Bett." Auch andere Nutzer reagierten mit Spott und Unverständnis auf die nächtliche Tirade des Präsidenten:

  • "Trump will einfach nur selbst Papst werden. Was für ein Spinner", schreibt ein X-Nutzer.
  • "Alle Christen sollten außer sich sein. Trump äußert sich abfällig über den Papst. Wenn Amerika wirklich ein christliches Land ist. Oder werden die Amerikaner endlich zugeben, dass Amerika kein christliches, sondern ein rassistisches, korruptes System ist, das nicht zulassen wollte, dass eine Frau das Land in eine bessere Zukunft führt", heißt es in einem Tweet.
  • "Ein Politiker, der dem Papst Lektionen in Moral erteilt, ist immer ein seltsames Signal", meint ein anderer X-Nutzer.
  • "Dass Donald Trump dem Papst Vorträge über Moral und Ethik hält, passt einfach perfekt zu ihm", ist in einem weiteren Tweet zu lesen.
  • "Im Grunde genommen ist also jeder, der Trump kritisiert, schlecht", schreibt ein X-Nutzer.
  • "Jemand sollte Trump klarmachen, dass der derzeitige Papst zwar Amerikaner ist, das aber nicht bedeutet, dass er sich nicht zu Wort melden und ihn für sein widerwärtiges Verhalten zur Rede stellen darf – insbesondere, wenn er damit droht, ein ganzes Volk auszurotten", heißt es in einem Tweet.
  • "Er glaubt, der Papst gehöre ihm", meint ein anderer X-Nutzer.
  • "Der Typ versucht jetzt wirklich, einen Heiligen Krieg anzuzetteln", ist in einem weiteren Tweet zu lesen.

Papst weist Kritik von Trump zurück

Mittlerweile hat auch der Papst auf die Attacke des US-Präsidenten reagiert. Der Pontifex hat die Kritik von Trump an seinem Appell für ein Ende der verschiedenen Kriege auf der Welt zurückgewiesen. "Was ich sage, ist keineswegs als Angriff auf irgendjemanden gemeint", sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche auf dem Flug nach Algerien, der ersten Station einer Afrika-Reise. "Ich bin kein Politiker. Ich lade alle Menschen dazu ein, Brücken für Frieden und Versöhnung zu bauen und nach Wegen zu suchen, um Krieg zu vermeiden." Zugleich betonte Leo: "Ich habe keine Angst vor der Trump-Regierung." Und weiter: "Die Botschaft des Evangeliums ist ganz klar: 'Selig sind die Friedfertigen.' Ich werde mich nicht scheuen, die Botschaft des Evangeliums zu verkünden. Meine Botschaft auf eine Stufe mit dem zu stellen, was der Präsident hier zu tun versucht, bedeutet, die Botschaft des Evangeliums nicht zu verstehen. Und es tut mir leid, das zu hören, aber ich werde weitermachen mit dem, was ich für die Mission der Kirche halte."

Auslöser des Konflikts ist die scharfe Kritik des Papstes an Trumps Politik. Leo XIV. hatte die Drohungen gegen den Iran als "wahrhaft inakzeptabel" bezeichnet und zu Frieden aufgerufen. Auch die Einwanderungspolitik der US-Regierung steht seit Längerem im Fokus der vatikanischen Kritik.

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