Wladimir Putin: Falsches Spiel entlarvt - Oster-Waffenruhe als perfide Kriegs-Taktik

Russland und die Ukraine haben sich auf eine Waffenruhe zum orthodoxen Osterfest geeinigt. Doch wie ernst kann man Wladimir Putins Beteuerungen tatsächlich nehmen? Wer genauer hinschaut, erkennt ein bekanntes Muster. Das Kreml-Zugeständnis ist letztlich nicht mehr als eine perfide Kriegs-Taktik. Ein Kommentar.

Von news.de-Redakteurin - Uhr

Wird Putin an Ostern tatsächlich die Waffen ruhen lassen? (Foto) Suche
Wird Putin an Ostern tatsächlich die Waffen ruhen lassen? Bild: picture alliance:dpa:Pool Sputnik Kremlin:AP | Gavriil Grigorov
  • Kommentar: Wladimir Putin führt die Welt an der Nase herum
  • Oster-Waffenruhe des Kremlchefs als perfider Kriegs-Trick
  • Putin führt doppeltes Spiel - Waffenruhe wird mit Sicherheit erneut gebrochen

Russland und die Ukraine haben sich auf eine Oster-Feuerpause geeinigt. Damit sollen erstmals seit Monaten die Waffen in der Ukraine für 30 Stunden ruhen. Wladimir Putin kündigte an, dass die Kampfpause am Samstagnachmittag (11. April) beginnen und bis Sonntagabend (12. April) andauern soll.

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Wladimir Putin führt die Welt mit Oster-Waffenruhe an der Nase herum

Doch wie ernst kann man die Beteuerungen des russischen Präsidenten tatsächlich nehmen? Denn als Beobachter erkennt man in Wladimir Putins Versprechungen ein bekanntes Muster. Die von dem russischen Präsidenten angekündigte Feuerpause sät keine Hoffnung, sondern eher Zweifel. Handelt es sich um einen ernsthaften diplomatischen Schritt oder lediglich um symbolische Politik für die Außenwirkung?

Oster-Waffenruhe des Kremlchefs als perfider Kriegs-Trick

Denn die Skepsis, die Kriegsbeobachter hegen, ist mehr als berechtigt. Schließlich hat Russland in den vergangenen Jahren wiederholt Waffenruhen angekündigt oder ihnen zugestimmt, nur um sie kurz darauf zu brechen. Im letzten Jahr beispielsweise kündigte Wladimir Putin ebenfalls eine 30-stündige Waffenruhe anlässlich des orthodoxen Osterfestes an. Wenig später meldete die Ukraine jedoch zahlreiche Verstöße und Dutzende Angriffe. Ukraine-Präsident Selenskyj sprach sogar von rund 2.000 Verletzungen der Waffenruhe.

Putin führt doppeltes Spiel - Waffenruhe wird mit Sicherheit erneut gebrochen

Heißt: Wladimir Putin nutzt Waffenruhen nicht als Schritt in Richtung Frieden, sondern als taktisches Mittel im Krieg. Er verschafft sich damit Zeit. Zeit zur Neuordnung von Truppen, zur Stabilisierung eigener Linien oder zur Vorbereitung neuer Offensiven. Gleichzeitig nutzt der Kremlchef die vermeintlichen Waffenruhen als Mittel zur Kommunikation: Russland inszeniert sich gesprächsbereit, obwohl es in Wahrheit nicht an Friedensgesprächen interessiert ist. Die aktuelle Oster-Waffenruhe fügt sich nahtlos in dieses Muster ein. Eine kurzfristige, moralisch aufgeladene Geste, die mediale Aufmerksamkeit erzeugt, ohne dass sich an den strategischen Zielen Russlands etwas geändert hat.

Oster-Waffenruhe als Bluff - Wladimir Putin will Ukraine-Krieg mit allen Mitteln gewinnen

Weder gibt es belastbare Hinweise auf ernsthafte Verhandlungen noch auf substanzielle Zugeständnisse. Im Gegenteil: Die grundlegenden Forderungen Moskaus bleiben unverändert, ebenso die militärische Logik des Konflikts. Damit stellt sich die eingangs formulierte Frage fast schon rhetorisch. Solange Waffenruhen nicht von überprüfbaren Vereinbarungen, gegenseitigem Vertrauen und klaren politischen Signalen begleitet werden, bleiben sie hohl.

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