Während Deutschlands Autofahrer ächzen: Spritpreis-Explosion füllt Steuerkasse von Bundesfinanzminister Klingbeil

Während Autofahrer an der Zapfsäule seit Wochen arm werden, klingelt bei Finanzminister Lars Klingbeil die Kasse: Allein im März spülten die hohen Spritpreise fast eine halbe Milliarde Euro zusätzlich in den Bundeshaushalt.

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Millionen-Regen für Bundesfinanzminister Lars Klingbeil: Allein im März spülten die hohen Spritpreise fast eine halbe Milliarde Euro zusätzlich in den Bundeshaushalt. (Foto) Suche
Millionen-Regen für Bundesfinanzminister Lars Klingbeil: Allein im März spülten die hohen Spritpreise fast eine halbe Milliarde Euro zusätzlich in den Bundeshaushalt. Bild: picture alliance/dpa | Kay Nietfeld
  • Iran-Krieg lässt Benzinpreise explodieren - und die Steuerkasse klingelt
  • Knapp eine halbe Milliarde Euro mehr an Steuereinnahmen im März 2026
  • Bundesfinanzminister Lars Klingbeil erlebt unverhofften Millionen-Regen

Die seit Ausbruch des Iran-Krieges Ende Februar explodierenden Kraftstoffpreise bescheren der deutschen Steuerkasse offenbar einen unverhofften Geldsegen. Nach Berechnungen des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) hat Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) im März rund 490 Millionen Euro zusätzliche Mehrwertsteuereinnahmen verbucht.

Deutschlands Steuerkasse klingelt: Knapp eine halbe Milliarde Euro mehr wegen Spritpreis-Explosion

Die Analyse des Essener Wirtschaftsinstituts zeigt Berichten von "Bild" und "Focus online" zufolge: Während Autofahrer an den Zapfsäulen tief in die Tasche greifen müssen, profitiert die Staatskasse erheblich. Der Grund liegt im System der Mehrwertsteuer, die prozentual auf den Verkaufspreis erhoben wird. Steigt der Spritpreis, wächst automatisch auch der Steueranteil – und damit die Einnahmen des Bundes.

Preissteigerung bei Diesel treibt Mehreinnahmen in die Höhe

Besonders beim Dieselkraftstoff schlagen die Preissteigerungen deutlich zu Buche. Laut RWI-Ökonom Manuel Frondel kletterte der Literpreis im März von 1,73 auf 2,29 Euro – ein Anstieg um mehr als 32 Prozent. Die Mehrwertsteuer pro Liter erhöhte sich dadurch von 27,6 auf 36,6 Cent. Bei einem täglichen Verbrauch von etwa 100 Millionen Litern bedeutet das Zusatzeinnahmen von über zwölf Millionen Euro täglich – auf den Monat gerechnet rund 360 Millionen Euro. Auch beim Benzin verzeichnet der Fiskus ein deutliches Plus. Die Preise stiegen hier um gut 20 Prozent, was dem Staat monatlich etwa 130 Millionen Euro zusätzlich einbringt.

Wirtschaftsexperte fordert Streichung der Spritsteuer

Angesichts dieser Zahlen verlangt RWI-Experte Frondel ein Umdenken in der Steuerpolitik. Mittelfristig sollte "die Mehrwertsteuer auf Kraftstoffe gänzlich entfallen", sagte er der "Bild". Der Staat dürfe nicht an den steigenden Spritpreisen mitverdienen. Zudem verwies Frondel auf die "erwartbar steigende CO2-Bepreisung" – es sei "kaum vermittelbar", wenn gleichzeitig auch die Mehrwertsteuereinnahmen wüchsen.

Das Bundesfinanzministerium weist die Darstellung jedoch zurück. Aus dem Ressort heißt es, man rechne nicht mit höheren Einnahmen. Die Begründung: Wegen der gestiegenen Preise würden die Bürger insgesamt weniger Kraftstoff verbrauchen.

Schwarz-rote Koalition streitet über Entlastung der Autofahrer

Innerhalb der Bundesregierung herrscht Uneinigkeit über den richtigen Weg zur Entlastung. Eine Steuersenkung, wie sie Ökonom Frondel vorschlägt, lehnen sowohl Finanzminister Klingbeil als auch Wirtschaftsministerin Katherina Reiche ab. Der SPD-Politiker setzt stattdessen auf eine Übergewinnsteuer für Ölkonzerne, deren Erlöse an die Bürger fließen sollen. Reiche hingegen plädiert für eine Anhebung der Pendlerpauschale von derzeit 38 Cent pro Kilometer – finanziert aus den Mehrwertsteuer-Mehreinnahmen.

CDU-Europaabgeordneter Dennis Radtke kritisierte gegenüber "Bild" die Debatte scharf: "Ich verstehe nicht, warum Lars Klingbeil pausenlos über eine Übergewinnsteuer philosophiert." Nötig seien "konkrete Beschlüsse, die schnell im Geldbeutel ankommen".

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