Donald Trump: "Amerika steht an einem Scheideweg" - sogar Ex-Verbündete fordern sein Aus
Trumps Drohungen gegen den Iran entsetzten Republikaner und Demokraten gleichermaßen. Sie halten den US-Präsidenten für nicht mehr fähig, sein Amt auszuüben. Demnach soll er als US-Präsident aufhören.
Erstellt von Sabrina Böhme - Uhr
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- Forderungen nach Amtsenthebung von Donald Trump werden nach Drohungen des US-Präsidenten gegen den Iran lauter.
- Demokraten halten Trump nicht mehr für fähig, sein Amt auszuüben.
- Ehemalige Vertraute wenden sich gegen den Republikaner.
US-Präsident Donald Trump hat über die Osterfeiertage den Iran erneut mit Drohungen überzogen. Er schrieb am Ostersonntag (5. April) auf seiner Plattform Truth Social davon, Kraftwerke und Brücken zu bombardieren. Der US-Präsident drohte zudem damit, eine "ganze Zivilisation" auszulöschen.Kurz vor Ablauf seines selbst gesetzten Ultimatums vollzog Trump jedoch eine abrupte Kehrtwende. Er verkündete eine zweiwöchige Waffenruhe, obwohl die strategisch wichtige Straße von Hormus weiterhin unter iranischer Kontrolle bleibt. Trotz der kurzfristigen Entspannung verstummen die Rufe nach einer Amtsenthebung nicht - sie wurden noch lauter.
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Mehr als 80 Demokraten fordern Donald Trumps Amtsenthebung
Laut "Axios" sollen sich seit Sonntag über 80 demokratische Kongressmitglieder öffentlich für Trumps Absetzung ausgesprochen haben. Die demokratische Abgeordnete Shontel Brown aus Ohio erklärte auf der Plattform X: "Trump hat die Welt an den Abgrund gebracht. Ohne erkennbaren Zweck." Sie fügte hinzu, der Präsident sei "offensichtlich unberechenbar, krank und unfähig zu führen". Jemand müsse ihm die Codes und sein Telefon wegnehmen. Ihre Kollegin Melanie Stansbury aus New Mexico betonte, dass eine Waffenruhe kurz vor angedrohten Kriegsverbrechen den Präsidenten nicht plötzlich amtstauglich mache. Zuvor machte sie deutlich: "Amerika steht an einem Scheideweg. Es ist Zeit, dass Donald Trump aus dem Präsidentenamt entfernt wird. Aus." Der Abgeordnete Mark Pocan aus Wisconsin wurde noch deutlicher: "Dieser Typ ist gefährlich und völlig verrückt!"
Trumps Ex-Vertraute wenden sich gegen US-Präsidenten
Die Forderungen nach einer Amtsenthebung kommen nicht nur von Demokraten. Auch frühere Unterstützer des Präsidenten schließen sich dem Ruf nach dem 25. Verfassungszusatz an.
Die ehemalige republikanische Abgeordnete Marjorie Taylor Greene, einst eine seiner treuesten Anhängerinnen, schrieb am Dienstag unmissverständlich auf X: "25. Verfassungszusatz" Sie erklärte, dies sei nicht das, was man den Amerikanern bei der Wahl 2024 versprochen habe. "Das macht Amerika nicht wieder großartig, das ist böse." Anthony Scaramucci, der 2017 kurzzeitig als Trumps Kommunikationsdirektor diente, wandte sich direkt an Senatsmehrheitsführer John Thune: "Werden Sie nicht die Absetzung dieser verrückten Person fordern? Das ist Ihre Verantwortung." Auch der rechte Verschwörungstheoretiker Alex Jones schlug Alarm und warnte vor einem "Kriegsverbrechen".
25TH AMENDMENT!!!
— Former Congresswoman Marjorie Taylor Greene???????? (@FmrRepMTG) April 7, 2026
Not a single bomb has dropped on America. We cannot kill an entire civilization.
This is evil and madness. pic.twitter.com/2mdogDRZN4
Hintergrund: So funktioniert der 25. Verfassungszusatz
Der 25. Zusatzartikel zur US-Verfassung ermöglicht die Absetzung eines amtierenden Präsidenten. Dafür müssen der Vizepräsident und die Mehrheit des Kabinetts gemeinsam erklären, dass das Staatsoberhaupt nicht in der Lage ist, seine Amtspflichten zu erfüllen. Würden J.D. Vance und Trumps Minister diesen Schritt gehen, verlöre der Präsident sofort seine Befugnisse. Trump könnte jedoch schriftlich widersprechen und seine Amtsfähigkeit beteuern. Der Vizepräsident hätte dann vier Tage Zeit, erneut das Gegenteil zu erklären.
Anschließend müsste der Kongress innerhalb von 21 Tagen abstimmen. Für eine dauerhafte Absetzung wäre eine Zwei-Drittel-Mehrheit in beiden Kammern erforderlich. Der vierte Abschnitt des Verfassungszusatzes wurde in der amerikanischen Geschichte noch nie angewendet.
Trump bricht Wahlversprechen und führt Krieg
Der Konflikt mit dem Iran steht im Widerspruch zu Trumps Wahlkampfversprechen. Der 47. US-Präsident hatte bei seiner erfolgreichen Wiederwahl 2024 zugesagt, keine neuen Kriege zu führen. Die Kämpfe zwischen amerikanisch-israelischen Streitkräften und dem Iran fordern bereits zahlreiche Opfer. Nach Angaben der US-amerikanischen Menschenrechtsorganisation HRANA wurden mindestens 1.616 iranische Zivilisten getötet, darunter 244 Kinder. Auf amerikanischer Seite starben seit dem 28. Februar 13 Soldaten.
Zum zentralen Konfliktpunkt wurde die Straße von Hormus. Der Iran und die USA haben sich kurz vor Ablauf eines Ultimatums von US-Präsident Donald Trump auf eine zweiwöchige Waffenruhe und die Öffnung der Straße von Hormus geeinigt. Der pakistanische Premier Shehbaz Sharif habe ihn gebeten, von seinen angedrohten Angriffen auf Irans Kraftwerke abzusehen, schrieb Trump auf der Plattform Truth Social. Man habe einen Zehn-Punkte-Vorschlag aus dem Iran erhalten und glaube, dass er eine "praktikable Grundlage für Verhandlungen bietet." Irans Außenminister Abbas Araghtschi schrieb in einer Erklärung, der Schiffsverkehr in der für den weltweiten Ölhandel wichtigen Meerenge werde wieder ermöglicht.
Senator Chris Murphy, ein Demokrat aus Connecticut, verwies auf diese Zahlen: "Er hat bereits Tausende getötet. Er wird noch Tausende mehr töten." Senator Bernie Sanders aus Vermont bezeichnete Trumps Beiträge als "die Tiraden eines gefährlichen und geistig instabilen Individuums", zitiert ihn "Metro".
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bos/news.de/dpa/stg
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