Renten-Reform floppt: Neue Umfrage offenbart Politiker-Frust in Deutschland
Eigentlich sollte das Ende der Riester-Rente für einen Neustart bei der privaten Altersvorsorge sorgen. Doch stattdessen wächst in Deutschland offenbar die Angst und ausgerechnet die Jüngsten schlagen jetzt Alarm.
Erstellt von Anika Bube - Uhr
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- Nach der Renten-Reform machen sich noch mehr Deutsche Sorgen um ihre private Altersvorsorge
- Bei den 18- bis 24-Jährigen ist die Verunsicherung besonders stark gestiegen
- Fast sieben von zehn Deutschen haben beim Thema Rente das Vertrauen in die Politik verloren
Die Bundesregierung verkauft die Reform der privaten Altersvorsorge als großen Wurf, doch bei vielen Deutschen kommt offenbar etwas ganz anderes an: noch mehr Unsicherheit. Eigentlich sollte die Abschaffung der Riester-Rente den Weg für ein modernes, renditestärkeres Vorsorge-Modell freimachen. Statt Aufbruchsstimmung zeigt eine neue Umfrage nun aber vor allem eins: Vertrauen fehlt und die Sorgen werden größer. Besonders brisant: Die Verunsicherung stieg nicht über Jahre, sondern innerhalb weniger Tage nach den politischen Beschlüssen deutlich an.
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Renten-Reform stößt bei jungen Menschen bitter auf
Eine aktuelle YouGov-Umfrage im Auftrag der AXA-Versicherung zeigt einen deutlichen Stimmungsumschwung nach Abschaffung der Riester-Rente. Vor den Beschlüssen Mitte März gaben 54 Prozent der Befragten an, dass ihnen die private Altersvorsorge mehr Sorgen bereitet als früher. Unmittelbar nach der Reform Ende März kletterte dieser Wert auf 62 Prozent. Innerhalb von nur zwei Wochen stieg die Verunsicherung damit um acht Prozentpunkte, obwohl das neue staatlich geförderte Modell eigentlich höhere Renditen ermöglichen soll.
Vor allem bei den 18- bis 24-Jährigen schlägt die Verunsicherung deutlich durch. Kurz vor der Reform äußerten bereits 56 Prozent dieser Altersgruppe Sorgen bezüglich der privaten Altersvorsorge. Nach den Beschlüssen schnellte der Wert auf 68 Prozent hoch.
Damit fühlen sich mehr als zwei Drittel der jungen Erwachsenen beim Thema Rente verunsichert. Der Anstieg um zwölf Prozentpunkte innerhalb weniger Tage fällt bei den Jüngeren noch stärker aus als im Bevölkerungsdurchschnitt. Gerade die Generation, die am längsten auf ihre Altersvorsorge angewiesen sein wird, reagiert auf die Neuregelung mit wachsender Skepsis.
Vertrauen in die Politik auf historischem Tiefstand
Das Misstrauen gegenüber der Rentenpolitik hat sich in den vergangenen Jahren kontinuierlich verschärft. Aktuell erklären 69 Prozent der Deutschen, dass sie ihr Vertrauen in die Politik beim Thema Rente verloren haben. Dieser Wert blieb auch nach der Reform unverändert hoch.
Der Trend zeigt eine besorgniserregende Entwicklung: 2024 lag der Anteil der Vertrauenslosen noch bei 59 Prozent, im vergangenen Jahr bereits bei 65 Prozent. Die erhoffte Trendwende durch die Abschaffung der Riester-Rente und das neue Fördermodell blieb aus. Trotz der politischen Ankündigung besserer Renditechancen konnte die Reform keinen Vertrauensgewinn erzielen.
AXA-Vorstand mahnt zur Eigeninitiative
Karsten Dietrich, Vorstand Lebensversicherung bei AXA Deutschland, verteidigt die Neuregelung gegenüber "Bild": "Die Reform war dringend nötig. Für Millionen Sparer sind das gute Nachrichten, denn wir können attraktivere Angebote mit besseren Renditechancen machen."
Gleichzeitig räumt der 42-Jährige ein, dass das Vertrauen in die Politik weiter sinke und vielen jungen Menschen das Thema sogar Angst mache. Seine Empfehlung an die Bürger fällt deutlich aus: "Warten Sie nicht auf politische Wunder, sondern investieren Sie jetzt in Ihre private Altersvorsorge. Nur die sichert ein Leben lang zusätzlich ab."
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bua/news.de/stg
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