Friedrich Merz: "The Don" wird scheitern - Bundeskanzler rechnet mit Donald Trump ab
Mit klaren Worten will Bundeskanzler Friedrich Merz US-Präsident Donald Trump in einem Telefongespräch zurechtgewiesen haben. Jetzt legte der Kanzler nach und warf Trump eine massive Eskalation mit offenem Ausgang vor, während er die amerikanischen Kriegsziele im Iran offen infrage stellte.
Erstellt von Tobias Rüster - Uhr
Suche
- Donald Trump attackiert von Friedrich Merz
- Friedrich Merz: Bundeskanzler macht Donald Trump Ansage am Telefon
- Merz warnt: Iranische Raketen bedrohen Deutschland
Bundeskanzler Friedrich Merz verschärft seinen Ton gegenüber Washington. Beim F.A.Z.-Kongress äußerte er sich jetzt erstaunlich deutlich zum Vorgehen von US-Präsident Donald Trump und warf diesem vor, die Lage dramatisch zu verschlimmern statt zu beruhigen.
Weitere Politik-Artikel finden Sie unter diesem Text.
Donald Trump attackiert von Friedrich Merz
Der Kanzler ließ keinen Zweifel an seiner Einschätzung. Diese Entwicklung stelle eine Gefahr für alle dar:
- "Was Trump da im Augenblick macht, ist nicht Deeskalation und der Versuch, da eine friedliche Lösung hinzubekommen, sondern eine massive Eskalation mit offenem Ausgang", sagte Merz.
Besonders kritisch sieht der Regierungschef die strategischen Absichten der Vereinigten Staaten. Die militärische Strategie der USA und Israels werde nach seiner Überzeugung nicht zum gewünschten Ergebnis führen. Merz sieht eher Trumps Scheitern im Iran-Krieg kommen.
- "Ist das Thema Regime-Change wirklich das Ziel? Wenn das das Ziel ist, glaube ich nicht, dass sie das erreichen werden. Das ist meistens schiefgegangen", führte Merz aus.
Friedrich Merz: Bundeskanzler macht Donald Trump Ansage am Telefon
Im Vorfeld hatte Trump der Bundesrepublik öffentlich vorgehalten, sich nicht ausreichend an der Sicherung der Straße von Hormus zu beteiligen. Der US-Präsident kritisierte es als "unangemessen", dass aus Deutschland zu hören sei: "Das ist nicht unser Krieg." Merz widersprach dieser Darstellung entschieden.
In einem Telefongespräch zwischen beiden Staatschefs machte der Kanzler seine Position unmissverständlich klar.
- "Ich habe ihm gesagt, wenn du willst, dass wir helfen, dann frag uns bitte vorher und nicht über die Zeitungen hinterher", berichtete Merz vom Inhalt des Gesprächs.
- Einen derartigen Umgang könne Deutschland nicht akzeptieren und werde ihn auch nicht dulden.
Nach Darstellung des Bundeskanzlers zeigte sich Trump einsichtig, dass die Nato sich nicht am Kampfgeschehen beteilige. Der amerikanische Präsident habe ihm wiederholt versichert, auf das Militärbündnis nicht angewiesen zu sein.
Merz warnt: Iranische Raketen bedrohen Deutschland
Trotz seiner Kritik am amerikanischen Vorgehen wies Merz die Vorstellung zurück, Deutschland könne sich aus der Angelegenheit heraushalten. Die Auswirkungen des Konflikts träfen die Bundesrepublik unmittelbar, betonte der Kanzler und wandte sich damit gegen Stimmen, die behaupten, es handle sich nicht um einen deutschen Krieg.
- "Natürlich sind die Folgen dieses Krieges auch Folgen, die wir zu tragen haben, sehr unmittelbar", stellte Merz klar.
Besonders mit Blick auf iranische Raketen sieht der Bundeskanzler eine konkrete Gefahr für Deutschland.
- "Also das sind schon ernsthafte Gefährdungen, gegen die wir uns schützen müssen", warnte er.
Lesen Sie außerdem noch diese Artikel:
- "Falls Feinde auftauchen" - Putin-Kumpel irritiert mit Geschenk für Nordkorea-Kim
- Trumps Spott-Attacke fliegt ihm sofort um die Ohren
- Geheimdienst-Wirbel um die Ex-Übersetzerin des Kremlchefs
- Wirbel um Ukraine-Plan - diese Gebiete will "The Don" an Wladimir Putin geben
- Militär-Experte teilt besonders bittere Prognose für den Iran-Krieg
rut/news.de/dpa
Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.