Donald Trump: Militär-Experte mit düsterer Prognose - Hormus-Blockade kann Monate dauern

Selbst wenn die USA sofort militärisch eingreifen würden, könnte die iranische Blockade der Straße von Hormus noch Monate andauern - zu diesem alarmierenden Schluss kommt der britische Militärexperte Andrew Fox.

Von news.de-Redakteur - Uhr

Die Straße von Hormus könnte noch für Monate blockiert bleiben. (Foto) Suche
Die Straße von Hormus könnte noch für Monate blockiert bleiben. Bild: picture alliance/dpa/AP | Uncredited
  • Militär-Experte mit düsterer Prognose - Hormus-Blockade kann "Monate dauern"
  • Drohen statt kontrollieren – Irans perfide Taktik
  • 16 Schiffe bereits getroffen - Arsenal der Iran-Bedrohung
  • Donald Trump stößt an militärische Grenzen
  • Könnte Donald Trump die Geduld verlieren? Teherans Kalkül geht auf

Das iranische Regime hat die Hormus-Meerenge für den weltweiten Handelsverkehr bereits seit mehr als zwei Wochen dicht gemacht. Lediglich Schiffe aus Nationen, die mit Teheran verbündet sind, können die strategisch wichtige Passage passieren. Ein Ende der Situation ist nicht in Sicht.

Militär-Experte mit düsterer Prognose - Hormus-Blockade kann "Monate dauern"

Der britische Verteidigungsexperte Andrew Fox, ehemaliger Soldat und heute führender Forscher bei der Henry Jackson Society in London, rechnet mit einer langwierigen Krise. Selbst bei einem sofortigen koordinierten militärischen Vorgehen der Vereinigten Staaten gemeinsam mit ihren Partnern werde es "Monate dauern", bis die Handelsroute wieder gefahrlos befahrbar sei, so seine Einschätzung in einem Beitrag bei "Substack".

Besonders bemerkenswert findet Fox die Tatsache, dass die Bedrohung lange Zeit nicht ernst genommen wurde. Die Gefahr durch die Kontrolle dieser Wasserstraße sei von Anfang an das naheliegendste Druckmittel gewesen, über das Iran verfügte.

Drohen statt kontrollieren – Irans perfide Taktik

Nach Einschätzung des Militärfachmanns verfolgt Teheran keine Strategie der vollständigen Abriegelung.

  • "Sie versuchen keine permanente Schließung, sondern wollen die Einfahrt verwehren, indem sie Schiffe mit Angriffen bedrohen", erklärt Fox die Vorgehensweise des Regimes.

Der entscheidende Aspekt: Das iranische Regime brauche keine tatsächliche Kontrolle über die gesamte Wasserstraße zu erlangen. Es genüge völlig, die Durchfahrt derart riskant erscheinen zu lassen, dass Reedereien ihre Schiffe nicht mehr durch die Meerenge schicken wollen.

Genau diese Bedrohungslage hält Fox für "das Seltsamste an der ganzen Debatte" - nämlich wie lange westliche Staaten dieses naheliegende Szenario ignoriert hätten.

16 Schiffe bereits getroffen - Arsenal der Bedrohung

Das iranische Militär setzt nach Fox' Angaben ein breites Spektrum an Waffen ein.

  • Seeminen, von der Küste abgefeuerte Raketen, unbemannte Flugkörper sowie schnelle Angriffsboote in Schwarmformation bilden das Arsenal.
  • Mit dieser Kombination verschiedener Bedrohungsformen habe das Regime nach Aussage des Experten bereits 16 Handelsschiffe attackiert.
  • Die Vielfalt der Angriffsmethoden reiche aus, um die Passage faktisch lahmzulegen, analysiert der Militärfachmann.

Da die iranischen Seestreitkräfte in jüngster Zeit Verluste erlitten hätten, beobachtet Fox eine veränderte Vorgehensweise.

  • Teheran greife mittlerweile auf getarnte Zivilschiffe aus seiner sogenannten Schattenflotte zurück, berichtet er.
  • Diese getarnten Einheiten würden dazu verwendet, sich Öltankern und Frachtschiffen unbemerkt zu nähern und diese dann anzugreifen.

Donald Trump stößt an militärische Grenzen

Die amerikanischen Streitkräfte stehen vor erheblichen operativen Problemen bei der Bekämpfung der iranischen Bedrohung. Washington versuche derzeit, die Raketenabschussrampen an der iranischen Küste aufzuspüren und auszuschalten, berichtet Fox. Dies gestalte sich jedoch äußerst kompliziert, da zunächst umfassende Aufklärungsarbeit geleistet werden müsse.

Ein pauschales Vorgehen sei keine Option:

  • "Man kann nicht einfach sagen: Geht dorthin und zerstört alles, was ihr seht. Das funktioniert nicht", so der Experte.
  • Die Operationen erforderten präzise Informationen über die Standorte der Anlagen.

Besonders bedrohlich seien die iranischen Shahed-Drohnen, vier Meter lange Kamikaze-Flugkörper, die gezielt gegen Handelsschiffe gerichtet werden können. 

Könnte Donald Trump die Geduld verlieren? Teherans Kalkül geht auf

Der britische Militäranalyst erkennt hinter der Blockadestrategie eine klare Zielsetzung.

  • "Iran versucht, die Amerikaner in eine Waffenruhe zu zwingen", erläutert Fox die Absichten des Mullah-Regimes. Teheran müsse keinen militärischen Triumph erringen, um erfolgreich zu sein.

Das entscheidende strategische Prinzip sieht Fox darin, dass das Regime "gewinnt, indem es überlebt". Ein klassischer militärischer Sieg sei gar nicht erforderlich. Bereits die Fortsetzung der derzeitigen Situation verschaffe Teheran Vorteile.

Könnte Donald Trump die Geduld verlieren?

Die wirtschaftlichen Auswirkungen spielen dabei eine zentrale Rolle.

  • "Eine weitere Störung des Handelsverkehrs für mehrere Wochen hätte katastrophale Folgen", warnt der Experte.
  • Je länger die Blockade andauere, desto stärker werde der internationale Druck auf Washington, zu Verhandlungen bereit zu sein.

Fox' Analyse mündet in einer klaren Feststellung:

  • "Die Zeit ist auf der Seite des Regimes in Teheran."

Mit jedem Tag, an dem Schiffe im Arabischen Golf vor der Meerenge festsitzen, steige der ökonomische Schaden - und damit Irans Verhandlungsposition.

Washington fehlen die Schiffe – Trump bittet um Beistand

Die Einschätzung des Militär-Experten zur Wiederöffnung der Wasserstraße fällt düster aus. Sämtliche iranischen Marine-Einheiten und Raketenstellungen in einem Radius von rund 483 Kilometern müssten neutralisiert werden, ebenso wie alle ausgelegten Minen. Erst dann könne die Meerenge im gegenwärtigen Konflikt wieder für die Schifffahrt freigegeben werden, so Fox.

Die Vereinigten Staaten stoßen dabei an die Grenzen ihrer maritimen Kapazitäten.

  • "Das Problem ist, dass die USA derzeit nicht die Seestreitkräfte haben, nicht die Schiffe, die sie benötigen, um alle Tanker zu eskortieren und die Minen zu räumen", analysiert der Experte die Lage.

Die amerikanische Marine verfüge schlicht nicht über ausreichende Ressourcen für eine umfassende Sicherung der Handelsroute. Die Konsequenz aus diesem Dilemma ist bereits sichtbar:

  • "Deshalb ruft Trump nach Hilfe", stellt Fox fest. Washington sei auf die Unterstützung verbündeter Nationen angewiesen, um die Herausforderung zu bewältigen.

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