Donald Trump: "Ich habe vor nichts Angst!" US-Präsident eskaliert Iran-Konflikt

Diese Worte lassen aufhorchen: Donald Trump zeigt sich im Iran-Konflikt unerschrocken und nimmt selbst düstere Kriegsvergleiche in Kauf. Seine klare Botschaft: Angst kennt er nicht. Doch genau das sorgt jetzt für massive Kritik.

Von news.de-Redakteurin - Uhr

Donald Trump behauptet, dass er keine Angst vor einem Bodeneinsatz im Iran habe. (Foto) Suche
Donald Trump behauptet, dass er keine Angst vor einem Bodeneinsatz im Iran habe. Bild: picture alliance/dpa/AP | Alex Brandon
  • Trump provoziert: US-Präsident schließt Bodentruppen im Iran nicht aus
  • "Ich habe vor nichts Angst": Aussage sorgt für heftige Reaktionen
  • Militär bewegt sich: Tausende US-Soldaten bereits auf dem Weg in die Region

Knapp drei Wochen nach Beginn der Angriffe auf den Iran schreckt Donald Trump offenbar nicht mehr vor einem Einsatz von Bodentruppen zurück. Bei einem Treffen mit dem irischen Regierungschef Micheál Martin im Weißen Haus bekräftigte der US-Präsident seine Einstellung und sorgte mit seiner Aussage für Fassungslosigkeit.

Donald Trump schockt mit Iran-Aussage

"Das iranische Regime hat gesagt, wenn man Bodentruppen einsetzt, werde es ein neues Vietnam. Haben Sie davor Angst?", fragte ein Reporter den 79-Jährigen. "Nein, ich habe keine Angst davor. Ich habe vor gar nichts Angst", antwortete Trump. Ein Video-Mitschnitt der Szene sorgt im Netz für reichlich Gesprächsstoff. Vor allem auf der Plattform X überschlagen sich die Reaktionen:

  • "Typisch Trump: furchtlos, ohne zu zögern, und er stellt sich angesichts von Drohungen als unantastbar dar", schreibt ein X-Nutzer.
  • "Warum sollte er Angst haben? Es sind ja nicht seine Kinder, die geopfert werden", heißt es in einem Tweet.
  • "Warum sollte er Angst haben? Es sind ja nicht seine Stiefel oder die seiner Familie, die dort auf dem Boden stehen – oder zwei Meter unter der Erde liegen", meint ein anderer X-Nutzer.
  • "Er hat sich fünfmal vor dem Wehrdienst gedrückt und ist kein Soldat. Warum sollte er Angst haben? Das Leben von Soldaten ist ihm egal", ist in einem weiteren Tweet zu lesen.
  • "Er hat Angst vor Epstein und davor, dass diese Videos von ihm an die Öffentlichkeit gelangen", schreibt ein X-Nutzer.
  • "Er hat keine Angst, nicht weil er im Grunde ein Feigling ist, sondern ... weil er kein Herz hat", heißt es in einem Tweet.

US-Militär rückt vor: Truppenbewegungen Richtung Iran

Derzeit verdichten sich die Anzeichen für eine mögliche Bodeninvasion im Iran. Bereits vergangene Woche ordnete das Pentagon die Verlegung von etwa 2.000 US-Marines samt Ausrüstung sowie mehrerer Marineschiffe aus dem Südpazifik in den Nahen Osten an. Die Soldaten an Bord der USS Tripoli und USS New Orleans gehören zu einer sogenannten Amphibious Ready Group, die insgesamt fast 5.000 Einsatzkräfte umfasst. Ihre Hauptaufgabe besteht darin, Marines mit Flugzeugen und Landungsbooten an Küsten abzusetzen. Die USS Tripoli verfügt zudem über F-35-Kampfjets sowie Angriffs- und Transporthubschrauber. Nach Schätzungen wird der Verband zehn bis fünfzehn Tage nach seinem Aufbruch eintreffen – also voraussichtlich Ende März in der Nähe des Iran ankommen.

Mehrheit der Amerikaner gegen Bodenkrieg

Trump hatte in den vergangenen Wochen seit Beginn der Offensive gegen den Iran einen solchen Einsatz nicht ausgeschlossen. In der amerikanischen Bevölkerung stößt ein möglicher Bodeneinsatz auf breite Ablehnung. Laut einer Anfang März veröffentlichten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Quinnipiac sprechen sich 74 Prozent der Befragten gegen die Entsendung von Bodentruppen in den Iran aus. Eine Mehrheit von 53 Prozent lehnt den Krieg grundsätzlich ab.

Die Debatte um die sogenannten "Boots on the ground", also ob es zum Einsatz von Soldaten auf feindlichem Boden kommt, gilt in den USA als höchst heikel. Seit den langjährigen und verlustreichen Kriegen im Irak und in Afghanistan reagiert die amerikanische Öffentlichkeit besonders sensibel auf die Entsendung von Bodentruppen in den Nahen Osten. Bereits der US-Bodeneinsatz im Vietnam-Krieg entpuppte sich als Trauma für die Vereinigten Staaten. Trotz technischer Überlegenheit saß das Militär im südostasiatischen Dschungelterrain fest. Der Krieg forderte am Ende das Leben zehntausender US-Soldaten und spaltete die Gesellschaft.

Trump selbst rechnet im Iran mit einem kurzen Konflikt von nur wenigen Wochen. Innerhalb seiner eigenen Regierung herrscht jedoch Skepsis gegenüber dieser optimistischen Einschätzung. Wie "Axios" unter Berufung auf drei mit der Angelegenheit vertraute Quellen berichtet, könnte sich der Militäreinsatz im Nahen Osten bis in den September hinziehen. Das wäre ein deutlich längerer Zeitraum als Trump bisher öffentlich eingeräumt hat.

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/gom/news.de/dpa

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