Donald Trump: "Völlig absurd" - Säulen-Idee sorgt für Entsetzen
Steht bald eine weitere umstrittene Umgestaltung im Weißen Haus auf dem Programm? Der Chef der Bundesbehörde Commission of Fine Arts schlägt aktuell den Austausch von fast 200 Jahre alten Säulen im Präsidentensitz vor. Architekten und Denkmalschützer reagieren empört.
Erstellt von Martin Gottschling - Uhr
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- Chef der Commission of Fine Arts schlägt korintische Säulen für das Weiße Haus vor
- Architekten reagieren entsetzt auf Renovierungsidee
- Laut der Trump-Regierung gibt es bislang keine Pläne, Säulen im Präsidentensitz auszutauschen
Für die Umgestaltung des Weißen Hauses musste Donald Trump bereits in den vergangenen Monaten viel Kritik einstecken. So ließ er für einen neuen Ballsaal den Ostflügel des historischen Gebäudes abreißen. Eine weitere Renovierungsidee sorgt nun erneut für Kontroversen.
Korintische Säulen im Weißen Haus? Neue Renovierungsidee für Donald Trump
Unter Architekten und Denkmalschützern herrscht Aufruhr. Rodney Mims Cook Jr., den Trump an die Spitze der Commission of Fine Arts berufen hat, schlägt vor, dass die charakteristischen, fast 200 Jahre alten Säulen am Nordeingang des Weißen Hauses prunkvolleren korinthischen Säulen weichen sollen. "Korinthische Säulen sind die höchste Stufe, und diese werden auch in unseren anderen beiden Regierungszweigen verwendet", erklärte Cook Jr. gegenüber der "Washington Post". Warum das Weiße Haus ursprünglich nicht auf diese Variante gesetzt habe, sei ihm schleierhaft.
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Architekten in den USA entsetzt über Vorschlag
Experten zeigten sich laut dem Bericht "verblüfft oder sogar entsetzt" über den Vorstoß. Bruce Redman Becker, Architekt und ehemaliges Mitglied der Kommission unter dem demokratischen Präsidenten Joe Biden, fand deutliche Worte: "Es ist eine völlig unangemessene Idee, die im Widerspruch zu allgemein anerkannten Standards der Denkmalpflege steht."
Noch drastischer formulierte es Steven Semes, Architekturprofessor an der University of Notre Dame. Korinthische Säulen am Weißen Haus seien schlicht "völlig absurd". Der Experte zog einen anschaulichen Vergleich: "Das ist, als würde man chirurgisch ein paar Zentimeter an einem Bein hinzufügen oder entfernen und glauben, man könnte danach noch laufen. Es wird zu etwas völlig anderem. Und zwar zu etwas völlig Absurdem."
US-Regierung dementiert Pläne zur Umgestaltung im Weißen Haus
Offiziell gibt sich die Regierung zurückhaltend. Ein Sprecher des Weißen Hauses teilte mit, dass derzeit keine Pläne existieren, die bestehenden Säulen am Eingang auszutauschen. Auch sei Cooks Vorschlag dem Präsidenten noch gar nicht vorgelegt worden. Allerdings bestätigten zwei anonyme Personen aus Trumps Umfeld gegenüber der "Washington Post" dass der Präsident durchaus über korinthische Säulen für neue Regierungsgebäude und das Weiße Haus "sinniert" habe. Trump bevorzuge seit langem den opulenteren Architekturstil, heißt es.
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gom/bos/news.de/stg
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