Donald Trump: Börsen-Chef warnt US-Regierung vor einer "biblischen Katastrophe"
Der Chef einer großen US-Börse warnt die Trump-Regierung vor einer "biblischen Katastrophe". Mysteriöse Großgeschäfte an den Ölmärkten heizen Spekulationen an, das US-Finanzministerium könnte bereits heimlich eingegriffen haben.
Erstellt von Sabrina Böhme - Uhr
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- Der Leiter einer US-Börse warnt die US-Regierung davor, in den Ölmarkt einzugreifen.
- Trumps Regierung will gegen Ölpreise vorgehen.
- Iranisches Öl wird zum Spielball im Konflikt.
Der Iran-Krieg ließ die Ölpreise in die Höhe schnellen. Am Ölmarkt sollte Donald Trumps Regierung aber Vorsicht walten lassen, mahnt ein Experte. Der Chef der CME Group, Terry Duffy, hat die Trump-Administration eindringlich vor Eingriffen in die Ölmärkte gewarnt.
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Trump-Regierung soll sich nicht in Ölmarkt einmischen: Börsenleiter warnt vor Desaster
Bei einer Branchenkonferenz im Boca Raton (Florida) sprach der Leiter der wichtigsten US-Börse für Öl-Futures von einer drohenden "biblischen Katastrophe", sollte die Regierung während des Konflikts mit dem Iran in den Derivatemarkt eingreifen. "Märkte mögen es nicht, wenn Regierungen in die Preisbildung eingreifen", erklärte Duffy laut "Financial Times". Ein solcher Schritt könnte das Vertrauen der Investoren in die Preisfindung bei kritischen Rohstoffen erschüttern. Der Iran droht derzeit mit Störungen der globalen Lieferketten, was die Ölpreise unter Druck setzt.
US-Regierung will Ölpreise senken
Das US-Finanzministerium erwägt Berichten zufolge verschiedene Maßnahmen zur Senkung der steigenden Ölpreise – darunter auch direkte Eingriffe in den Futures-Markt. Bereits angekündigt wurde die Freigabe von Millionen Barrel Öl aus den strategischen Reserven, um Preise abzufedern.
In den vergangenen Tagen sorgten mehrere große, nicht erklärbare Handelsgeschäfte für wilde Spekulationen unter Investoren. Viele vermuteten, das Finanzministerium verkaufe Rohöl-Futures. Analysten der Rapidan Energy Group schrieben, die Vorstellung eines solchen Vorgehens erhalte "mehr Aufmerksamkeit als üblich". Eine mit Finanzminister Scott Bessent vertraute Person erklärte jedoch, die Behörde habe nicht in die Ölmärkte eingegriffen.
Verbraucher vor hohen Energiekosten schützen
Neben möglichen Markteingriffen stehen der Regierung weitere Instrumente zur Verfügung, um amerikanische Verbraucher vor steigenden Energiekosten zu schützen. Laut "Financial Times" könnte die Administration die Bundessteuern auf Benzin vorübergehend aussetzen. Auch eine Lockerung der Umweltvorschriften für Kraftstoffe wird als Option genannt. Eine weitere diskutierte Maßnahme wäre ein zeitlich begrenztes Exportverbot für US-Öl. Dadurch würde mehr heimisches Rohöl auf dem amerikanischen Markt verbleiben und könnte die Preise für Verbraucher dämpfen.
Das Finanzministerium wollte sich zu den Spekulationen über mögliche Markteingriffe nicht äußern. Ein Sprecher des Energieministeriums stellte hingegen klar, dass seine Behörde weder am Handel mit Öl-Derivaten beteiligt sei noch andere Regierungsstellen in dieser Hinsicht beraten habe. Die Analysten der Rapidan Energy Group schätzen die Lage dennoch als angespannt ein. "Angesichts der aktuellen Paniksituation können wir es nicht vollständig ausschließen", schrieben sie mit Blick auf mögliche Verkäufe von Rohöl-Futures durch das Finanzministerium. Die Unsicherheit an den Märkten bleibt damit bestehen.
Öl als Konfliktpunkt im Iran-Krieg
Die Ölversorgung wird zum Spielball zwischen dem Iran und den USA. Nach fast zwei Wochen massiver Luftangriffe der USA und Israels demonstrierte Irans Führung derweil ihre Fähigkeit zu Gegenschlägen und ist auch in der Lage, weiter die globale Ölversorgung zu stören. Wiederholt drohte Teheran, Schiffe in der Straße von Hormus anzugreifen. Damit ist eine der wichtigsten Seerouten des internationalen Ölhandels blockiert.
US-Präsident Donald Trump teilte derweil am Freitagabend (Ortszeit) mit, US-Streitkräfte hätten die militärischen Anlagen auf der für Irans Ölindustrie wichtigen Insel Kharg zerstört. Auf eine Vernichtung der Öl-Infrastruktur habe er vorerst verzichtet, schrieb der Republikaner auf der Plattform Truth Social. Zugleich warnte er den Iran: Sollte der Iran oder jemand anders die Durchfahrt von Schiffen durch die Straße von Hormus versuchen zu behindern, werde er die Entscheidung "sofort überdenken". Mit seiner Drohung versucht Trump nun seinerseits, einen Hebel anzusetzen.
Wie mehrere Medien berichteten, schickt das Pentagon weitere Kriegsschiffe und Marine-Infanteristen nach Nahost. Die bereits in der Region eingesetzten US-Streitkräfte erhielten dadurch Verstärkung durch Tausende Infanteristen, mehrere Kriegsschiffe und Kampfflugzeuge.
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bos/news.de/dpa/stg
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