Angst vor 3. Weltkrieg: Irans Angriffe erschüttern Nahen Osten - wächst so der Druck auf die USA?

Durch iranische Raketen- und Drohnenangriffe auf mehrere Staaten ist der Konflikt im Nahen Osten immer weiter eskaliert. Was bezweckt das Mullah-Regime damit konkret und wie gefährlich sind diese aktuellen Entwicklungen für die ganze Welt?

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Der Iran hat im Nahost-Konflikt mehrere Staaten attackiert. Hier stehen Menschen neben einer nicht explodierten Rakete auf einem Feld. (Foto) Suche
Der Iran hat im Nahost-Konflikt mehrere Staaten attackiert. Hier stehen Menschen neben einer nicht explodierten Rakete auf einem Feld. Bild: picture alliance/dpa/AP | Baderkhan Ahmad
  • Führt der Nahost-Konflikt zum Dritten Weltkrieg?
  • Iran attackiert mittlerweile auch neutrale Staaten im Nahen Osten
  • Beunruhigende Vorfälle: Drohnen auf Nato-Gebiet abgefeuert, Kampfhandlungen im Indischen Ozean

Knapp eine Woche nach dem tödlichen Luftangriff der USA und Israels auf den iranischen Obersten Führer Ayatollah Ali Chamenei hat sich der Konflikt im Nahen Osten dramatisch ausgeweitet. Das Regime in Teheran reagierte mit einer beispiellosen Angriffswelle auf mehr als ein Dutzend Staaten. Das britische Boulevardblatt "The Sun" stellt aktuell sogar die Frage: "Ist das der Beginn des Dritten Weltkriegs?"

Angst vor 3. Weltkrieg: Iran attackiert im Konflikt mit USA auch neutrale Staaten

Die iranische Führung verfolgt laut "Sun" mit ihrer Angriffswelle momentan eine klare Strategie: Durch das Säen von Zerstörung weit über die eigentlichen Konfliktparteien hinaus soll internationaler Druck auf Washington entstehen, die Kampfhandlungen einzustellen. Bemerkenswert dabei ist, dass Teheran selbst Staaten ins Visier nimmt, die es nicht als Feinde betrachtet.

Eskalation durch iranische Drohnen- und Raketenangriffe im Nahen Osten

Iranische Drohnen und Raketen trafen unter anderem die Vereinigten Arabischen Emirate, Katar, Oman, Jordanien, Saudi-Arabien, die Türkei, Aserbaidschan, Zypern, Israel, Bahrain, den Irak und Kuwait. Auch Tanker in der Straße von Hormus wurden attackiert. Die Kampfhandlungen haben mittlerweile sogar den Indischen Ozean erreicht.

Diese Vorfälle in den folgenden Ländern sind der "Sun" zufolge Grund zur Beunruhigung:

  • Die vom Iran unterstützte Hisbollah-Miliz hatte nach der Tötung Chameneis einen brüchigen Waffenstillstand gebrochen. Im Libanon forderten israelische Vergeltungsschläge nach Hisbollah-Raketenangriffen mindestens 52 Todesopfer.
  • Im Irak wurden kurdische Streitkräfte durch den Iran angegriffen. Zuletzt gab es Berichte, dass die USA die Kurden für eine Bodenoffensive bewaffnen wollen. Das Weiße Haus dementierte dies.
  • In Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten versuchten ausländische Staatsbürger, das Land zu verlassen, nachdem iranische Angriffe den Flughafen und Hotels trafen.
  • Auf den Nato-Mitgliedstaat Türkei wurden Raketen abgefeuert, die abgefangen werden konnten.
  • Der Handelshafen von Duqm im normalerweise neutralen Oman wurde mit Drohnen angegriffen.
  • Kampfjets schossen eine iranische Drohne über Jordanien ab - einen engen Verbündeten Großbritanniens im Nahen Osten.
  • Die Ausweitung der Kampfhandlungen zeigt sich besonders drastisch im Fall der iranischen Fregatte IRIS Dena. Das Kriegsschiff hatte zuvor an Manövern mit der indischen Marine vor Sri Lanka teilgenommen. Auf dem Weg in internationale Gewässer wurde es etwa 40 Kilometer vor der Küste von einem US-U-Boot torpediert. 87 Seeleute starben, 32 konnten gerettet werden, 61 gelten als vermisst.
  • Auf Zypern attackierten Drohnen einen britischen Luftwaffenstützpunkt.
  • Bei Bahrain durchbrachen iranische Drohnen die US-Marineverteidigung. Opfer wurden nicht gemeldet.
  • In Katar wurde die größte Luftwaffenbasis Al-Udeid ins Visier genommen, die von britischen und US-Streitkräften genutzt wird.
  • Aserbaidschan meldete vier Verletzte durch iranische Drohnenangriffe auf die autonome Exklave Nachitschewan. Präsident Ilham Alijew kündigte Gegenmaßnahmen an.
  • In Kuwait kamen sechs US-Soldaten ums Leben, als eine Drohne einen amerikanischen Stützpunkt in Port Shuaiba traf. Auch die dortige US-Botschaft wurde attackiert.
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