Kriegsangst in Europa wächst: Experte schlägt Alarm - Iran-Raketen könnten auch Europa treffen

Mit Beginn des Iran-Konflikts wächst auch die Kriegsangst in Europa. Mit 300.000 Raketen und Reichweiten von bis zu 3.000 Kilometern könnte der Iran auch Ziele in Europa treffen, warnt ein Experte. 

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Die Aufnahmen zeigen einen Start von Raketen- und Drohneneinheiten während einer Militärübung des Irans. (Foto) Suche
Die Aufnahmen zeigen einen Start von Raketen- und Drohneneinheiten während einer Militärübung des Irans. Bild: picture alliance/dpa/ZUMA Press Wire | Sepahnews
  • Experte schlägt Alarm: Iran-Raketen könnten auch Europa treffen
  • Irans Waffenarsenal umfasst über 300.000 Raketen
  • Westen hat iranische Gefahr lange unterschätzt
  • Analyst warnt vor Billig-Drohnen als zusätzliche Gefahr

Mit sorgenvollem Blick schaut die Welt derzeit in den Nahen Osten, wo seit vergangener Woche ein weiterer blutiger Kampf tobt. Nach Donald Trumps Angriff auf den Iran wächst die Angst vor einem weiteren Krieg, der möglicherweise auch Europa treffen könnte.

Europa in Sorge wegen Iran-Konflikt

Denn: Wie aus einem aktuellen Bericht der britischen "The Sun" hervorgeht, könnten iranische Raketen auch europäische Ziele treffen. Expertenangaben zufolge verfügt der Iran über ein gewaltiges Arsenal von rund 300.000 Raketen, die auch Europa erreichen könnten. Diese Einschätzung gewinnt angesichts des seit drei Tagen andauernden Konflikts zwischen Teheran und Washington dramatisch an Bedeutung.

Ein iranischer Drohnenangriff auf einen britischen RAF-Stützpunkt auf Zypern hat die Befürchtungen über die Reichweite des iranischen Waffenarsenals verstärkt. Der Angriff erfolgte im Rahmen iranischer Vergeltungsschläge gegen die US-Operation "Epic Fury" unter Präsident Donald Trump. Verteidigungsanalyst Simon Diggins warnt in der Sendung "Superpowers Exposed" von "The Sun": "Der Iran ist eine gescheiterte Supermacht, aber er hat die Waffen einer solchen gebaut." Die Bedrohung beschränke sich längst nicht mehr auf die unmittelbare Nahostregion, so der Experte.

Langstreckenraketen können Osteuropa erreichen

Das iranische Militär hat in den vergangenen Jahren systematisch seine Raketenfähigkeiten ausgebaut. Zu den gefährlichsten Waffen zählt die Shahab-3, deren Flugkörper Ziele in bis zu 1.300 Kilometern Entfernung treffen können. Noch bedrohlicher ist die Khorramshahr-Rakete mit einer Reichweite von bis zu 3.000 Kilometern, heißt es in dem "The Sun"-Artikel.

Mit diesen ballistischen Raketen könnte Teheran europäische Staaten wie Rumänien, Ungarn und Griechenland ins Visier nehmen. Diggins betont: "Wir wissen aus der Analyse der ballistischen Raketenreichweiten, dass sie jetzt in der Lage sind, nicht nur britische Ziele unmittelbar im Nahen Osten zu treffen, sondern auch weiter entfernte – tatsächlich könnten sie bis nach Europa selbst reichen." Der Aufbau dieser Langstreckenkapazitäten dient dem Regime als Ersatz für eine moderne Luftwaffe.

Westen hat iranische Gefahr unterschätzt

Verteidigungsexperte Diggins sieht in Teherans Strategie ein Musterbeispiel für asymmetrische Kriegsführung. Anstatt mit konventionellen Streitkräften gegen den Westen anzutreten, habe das Regime seine Ressourcen gezielt in den Aufbau eines Raketenimperiums investiert. "Es ist wohl fair zu sagen, dass der Westen die Bedrohung durch den Iran und seine Raketen unterschätzt hat", so der Analyst.

Trotz westlicher Sanktionen seit der Revolution von 1979 konnte Teheran sein Waffenarsenal kontinuierlich erweitern. Dabei kooperierte das Land mit Nordkorea, Libyen, China und Russland. Mittlerweile gilt der Iran laut Diggins als eigenständiger Vorreiter in der Raketenentwicklung. Zusätzlich exportiert Teheran Raketen an verbündete Stellvertreterstaaten, wodurch potenzielle Ziele in den USA und Europa näher rücken.

Billige Drohnen als zusätzliche Gefahr

Neben den ballistischen Raketen verfügt der Iran zudem über ein ausgefeiltes Drohnenprogramm. Die Shahed-Kamikaze-Drohnen erreichen Ziele in bis zu 2.000 Kilometern Entfernung und könnten damit ebenfalls Teile Europas bedrohen. Zwar fliegen sie langsamer als Raketen, lassen sich jedoch in großer Stückzahl einsetzen.

Diese "Einweg-"Drohnen können in aufeinanderfolgenden Wellen abgefeuert werden, um feindliche Luftabwehrsysteme zu erschöpfen. Dabei sind sie mit Kosten von nur etwa 35.000 Dollar pro Stück äußerst günstig herzustellen. Diggins hebt hervor, dass Teheran sein Drohnenprogramm so weit perfektioniert habe, dass es die Technologie sogar an Russland für den Ukraine-Krieg weitergegeben habe.

Der britische Verteidigungsminister John Healey warnte am Sonntag vor einem wachsenden Risiko "zunehmender wahlloser iranischer Vergeltungsangriffe" und kündigte eine Überprüfung der Bedrohungslage an.

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