Böse Überraschungen: Das sind die größten Fallen des neuen Heizungsgesetzes

Schwarz-Rot schafft das Heizungsgesetz der Ampel ab - und will zum 1. Juli neue Regeln einführen. Die Grundrisse der Reformpläne stehen inzwischen. Doch wie viel Habeck steckt noch im neuen Gesetz? Und welche Fallen sind zu beachten?

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Das neue Heizungsgesetz hat nicht nur vorteilhafte Seiten für Verbraucher. (Foto) Suche
Das neue Heizungsgesetz hat nicht nur vorteilhafte Seiten für Verbraucher. Bild: AdobeStock / Fabian Krueger
  • CDU/CSU und SPD haben sich auf das neuen Heizungsgesetz geeinigt
  • Bisher stehen nur die Eckpunkte fest - die sind nicht durchweg positiv
  • Das Gesetz schafft Flexibilität, allerdings auch viel Unsicherheit

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Das neue Heizungsgesetz steht in den Startlöchern: Im Juli nimmt die Regierung Abschied vom Gebäudeenergiegesetz der Ampel. Die Fraktionschefs von CDU/CSU und SPD, Jens Spahn und Matthias Miersch, haben sich bereits auf einen grundlegenden Reformplan einigen können. Was das neue Gesetz beinhaltet und warum Mieter und Eigentümer noch nicht ganz wieder aufatmen können, verraten wir Ihnen hier.

Wie soll das neue Heizungsgesetz aussehen?

Im Wahlkampf wurde das Thema Heizungsgesetz zum echten Dauerbrenner - und wurde vor allem von der CDU bemängelt. Grundsätzlich soll es den neuen Plänen zufolge wieder freie Heizungswahl geben. Jene bei vielen Eigentümern unbeliebte Regel, nach der neue Heizungen mit mindestens 65 Prozent Ökoenergie betrieben werden müssen, fällt damit wieder weg. Grundsätzlich sind das also erstmal gute Nachrichten - doch über einige der Eckpunkte des Gesetzes könnten Verbraucher dennoch stolpern.

Laut Bundesministerium für Wirtschaft und Energie(BWE) soll das Gesetz immerhin keine Regelungen enthalten, die den Wechsel oder Ausbau bestehender Heizungssysteme erfordern. "Wir setzen auf Vernunft, Freiheit und Tempo statt Verbote. Damit lösen wir den Investitionsstau auf und bringen die Modernisierung unserer Gebäude wieder in Gang. Das schafft Vertrauen und Sicherheit für die Menschen in Deutschland und stärkt unser Handwerk", so Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche.

Gasnetze werden stillgelegt - was dann?

Klimaschutz soll weiterhin möglich bleiben - wer etwa trotz des neuen Gesetzes einen Austausch seiner alten Heizung plant oder fossile Heizungen vermeiden möchte, kann bei seinem Vorhaben immerhin noch bis mindestens 2029 auf staatliche Unterstützung bauen. Statt Zwang zum Umbau soll es allerdings die sogenannte Grüngas- bzw. eine Grünölquote geben. Das bedeutet, dass Gas- und Ölheizungen laut den Plänen der Koalition mit einem wachsenden Anteil klimafreundlicher Kraftstoffe betrieben werden sollen.

Diese Regelung stößt allerdings gleich auf mehrere Probleme. Zum einen haben bereits mehrere Städte angekündigt, ihre Gasnetze stillzulegen (beispielsweise Augsburg, Mannheim). Nach 2045 soll dann Schluss mit Gasheizungen sein - in diesen Fällen müssten viele also ohnehin auf Wärmepumpen oder Fernwärme umsteigen. Insgesamt sind sich 46 Prozent der Kommunen noch nicht sicher, was genau mit ihrem Gasnetz geschehen soll, wie aus einer Umfrage des Verbandes Kommunaler Unternehmen (VKU) hervorgeht. Das sorgt für große Unsicherheit.

Biogas könnte enorme Kosten verursachen

Verbrauchern droht zudem mit dem geforderten schrittweisen Umstieg auf Grüngas ein echter Preisschock. Der aktuelle Preisdurchschnitt liegt laut dem Vergleichsportal Verivox 25 Prozent über dem Normalpreis. Gleichzeitig ist Biogas eine knappe Ressource, zumal die steigenden Preise von immer weniger Gasnutzern gestemmt werden müssten. Aufgrund der geringen Verfügbarkeit ist bislang auch noch keine Preissenkung in Sicht. Kurzum: Die Biogas-Pläne könnten für massive Kostensteigerungen für Eigentümer und Mieter sorgen.

Gemeinden könnten Fernwärme-Zwang einführen

Das dritte Problem könnte Verbrenner-Heizungssysteme obsolet machen: Gemeinden könnten als Teil ihrer "Wärmeplanung" einen Zwang für Fernwärmeanschlüsse und -benutzung einführen. Damit sie nicht vom Zwang betroffen wären, müssten Hauseigentümer auf die Planung einer anderen, klimafreundlichen Alternative verweisen. Eine neue Gasheizung installieren zu lassen könnte also teuer werden - besonders, wenn sie nach kurzer Zeit schon wieder ausgetauscht werden muss.

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