Donald Trump: Rede von US-Präsident untersucht - mit diesem Trick täuschte er die Zuschauer

Donald Trump legte erst im zweiten Teil seiner Rede zur Lage der Nation richtig los. Der US-Präsident beschimpfte unter anderem seine politischen Gegner. Zuvor hatte er sich eher zahm gezeigt. Laut einer aktuellen Analyse war das ein cleverer Trick.

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Zeigte sich Donald Trump bei seiner Rede zur Lage der Nation zunächst bewusst zurückhaltend? (Foto) Suche
Zeigte sich Donald Trump bei seiner Rede zur Lage der Nation zunächst bewusst zurückhaltend? Bild: picture alliance/dpa/Pool The New York Times | Kenny Holston
  • Donald Trump zeigte sich zu Beginn seiner Rede zur Lage der Nation noch nicht angriffslustig
  • Erst nach rund einer Stunde verschärfte er den Ton
  • Laut einer Analystin wurde dies bewusst so inszeniert
  • "Manipulation" könne jedoch nicht von Trumps Inkompetenz ablenken

Donald Trumps Rede zur Lage der Nation am vergangenen Dienstag stieß auf viel Kritik. Statt das Land zu vereinen, attackierte der US-Präsident erneut seine politischen Gegner heftig. Von Selbstkritik gab es keine Spur. Dabei begann Trumps Auftritt zunächst noch verhältnismäßig harmlos. War dies lediglich ein cleveres Täuschungsmanöver?

Donald Trump wütet erst am Ende seiner Rede zur Lage der Nation

In der ersten Stunde präsentierte sich der Präsident noch von seiner zahmen Seite: Er würdigte das Eishockey-Nationalteam der Männer für seinen Olympiasieg, verteilte Auszeichnungen und machte unverbindliche Zusagen zu Wohnungspreisen und Gesundheitskosten. Die anwesenden Republikaner sprangen pflichtbewusst von ihren Sitzen auf und applaudierten. Erst nach rund einer Stunde brach es aus dem US-Präsidenten heraus: Er beklagte sich über Zölle, teilte gegen die Demokraten aus und verfiel schließlich laut "Slate"-Autorin Amanda Marcotte in "unverhohlenen Rassismus", indem er Einwanderern die Schuld an der Kriminalität im Land gab.

Täuschungsmanöver des US-Präsidenten enthüllt

Wie "Raw Story" berichtet, legte Marcotte in ihrer Analyse zudem dar, dass Trump die brisanten Passagen gezielt auf einen späteren Zeitpunkt seiner Rede verlegt hatte:

  • "Jemand aus Trumps Team hat verstanden, dass es nach hinten losgehen würde, wenn Gelegenheitszuschauer seinem üblichen Jammern und Weinen ausgesetzt wären, daher war der erste Teil der Rede am Dienstagabend klugerweise in einem neutralen, positiven Ton gehalten", so die Journalistin.

Diese Strategie, Trumps extremste Momente auf die späten Abendstunden zu beschränken, hat sein Team laut Marcotte perfektioniert. Dennoch scheint die Taktik nicht zu fruchten: Die Zustimmungswerte des Präsidenten sind auf 37 bis 39 Prozent abgestürzt. Lediglich 32 Prozent der Amerikaner glauben aktuell, dass er die richtigen Prioritäten setzt:

  • "Seine Umfragewerte brechen ein, weil die realen Auswirkungen von Trumps Inkompetenz bei den Wählern ankommen. Und keine noch so große Manipulation bei der Rede zur Lage kann das ändern", so Marcottes Resümee.

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/news.de/stg

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