Friedrich Merz: "Reißt die CDU in den Abgrund" - Kanzler empört mit Plänen für zweite Amtszeit
Mit 70 Jahren ist Bundeskanzler Friedrich Merz nicht mehr der Jüngste. Dennoch bestätigte er nun öffentlich, dass er bereits über eine zweite Amtszeit nachdenkt. Diese Pläne werden von vielen kritisch gesehen.
Erstellt von Martin Gottschling - Uhr
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- Friedrich Merz gibt beim Politischen Aschermittwoch in Trier Pläne für erneute Kanzlerkandidatur bekannt
- In den sozialen Medien gibt es darauf heftige Kritik am CDU-Chef
- CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann unterstützt Merz, will sich aber noch nicht auf den nächsten Kanzlerkandidaten festlegen
Seit dem 6. Mai 2025 ist Friedrich Merz Bundeskanzler von Deutschland. Dem CDU-Chef bleiben noch über drei Jahre im Amt, falls die Regierung nicht vorzeitig auseinanderbrechen sollte. Doch wie geht es für ihn danach weiter? Dazu hat er sich jetzt klar geäußert und damit prompt jede Menge Kritik ausgelöst.
Friedrich Merz kündigt Pläne für zweite Amtszeit als Bundeskanzler an
Friedrich Merz (CDU) strebt eine zweite Amtszeit nach der für 2029 geplanten Bundestagswahl an. "Ich habe schon noch vor, das eine längere Zeit zu machen", sagte der 70-Jährige beim Politischen Aschermittwoch in Trier und verwies darauf, dass sein Vater im Januar 102 geworden sei.
An den rheinland-pfälzischen CDU-Spitzenkandidaten für die Landtagswahl am 22. März, Gordon Schnieder, gerichtet, sagte er: "Wenn wir dann, sagen wir in fünf Jahren, hier wieder stehen, dann möchte ich, dass wir beide gemeinsam, du als Ministerpräsident, ich im Amt als Bundeskanzler, wir beide zurückschauen und sagen: Das waren harte Zeiten, aber wir haben damals in der CDU Deutschlands und in dieser Bundesregierung und in dieser Landesregierung, geführt von Gordon Schnieder, die richtigen Entscheidungen getroffen."
Merz ist am 11. November 70 geworden und der älteste Bundeskanzler seit Konrad Adenauer, der 1963 im Alter von 87 Jahren aus dem Amt schied. Am Freitag will er sich auf dem CDU-Parteitag in Stuttgart zum dritten Mal zum Parteichef wählen lassen.
"Scham kennt er nicht": Kritik an CDU-Kanzler Merz im Netz
In den sozialen Medien sorgt Merz' Absicht einer erneuten Kandidatur für Diskussionen. Auf X (vormals Twitter) sehen viele Nutzer eine weitere Amtszeit des CDU-Chefs kritisch:
- "Friedrich Merz traut sich eine zweite Amtszeit zu, während eine absolute Mehrheit der Deutschen ihn schon in der ersten loswerden will. In der Berliner Blase haben sie echt den Schuss nicht gehört", so ein Kommentar.
- "Dieser #Mann spürt sich nicht mehr, so wie viele #Politiker in #Deutschland. Er setzt das Werk von #Merkel fort und reißt die #CDU in den Abgrund", heißt es außerdem.
- "Ich denke, wir sollten schon jetzt darauf hinarbeiten, dass Friedrich Merz, der so schlecht von der deutschen Bevölkerung denkt, dass er uns ständig beleidigen muss, keine zweite Amtszeit als Bundeskanzler bekommt.Wo aber bekommen wir einen Gegenkandidaten her, der einen funktionierenden moralischen Kompass besitzt und um die Notwendigkeit einer zugleich sozialen und nachhaltigen Entwicklung der Gesellschaft weiß?", so ein weiterer X-Nutzer.
- "Kanzler Merz strebt zweite Amtszeit an? Scham kennt er nicht. Und Demokratie bedeutet ihm nichts. Er wird uns wieder erzählen, was wir hören wollen und dann das Gegenteil davon machen", regt sich noch ein User auf.
- "Allemal besser als die #Populisten. Wir alle sollten sorgfältig und gewissenhaft überlegen. Wir haben die Wahl. Das ist #Demokratie", findet hingegen ein anderer.
CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann glaubt an lange politische Karriere für Friedrich Merz
Unterstützung bekommt Merz hingegen aus seiner eigenen Partei. Auch CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann hatte dem Kanzler erst kürzlich beste Voraussetzungen für eine langepolitische Karriere bescheinigt. "Er hat's selber gesagt: Sein Vater ist über 100 Jahre alt, seine Mutter knapp drunter", sagte der CDU-Generalsekretär dem "Stern". "Er hat also die Gene, dass er noch sehr lange Politik machen kann."
Eine Debatte über eine erneute Kanzlerkandidatur hält der CDU-Generalsekretär allerdings für verfrüht. Auf die entsprechende Frage antwortete Linnemann: "Ich gehe davon aus, aber das ist keine Frage, die sich im Jahr 2026 stellt."
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gom/news.de/dpa
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