Rechtsextremer Auftritt in Dresden: Blockaden mit Pfefferspray und Handgreiflichkeiten aufgelöst

Hunderte Menschen demonstrieren in Dresden gegen einen rechtsextremen Aufmarsch. Es gibt Sitzblockaden, die Polizei setzt Pfefferspray ein.

Von news.de-Redakteur - Uhr

Antifa Flagge weht auf einer Kundgebung. (Foto) Suche
Antifa Flagge weht auf einer Kundgebung. Bild: Lucas Meyer

Polizei setzt Pfefferspray gegen Demonstranten ein

Am Nachmittag startete der rechtsextreme Aufmarsch vom Bahnhof Dresden-Mitte mit schätzungsweise etwa 1.000 Teilnehmern; auch hier gab es von der Polizei keine offizielle Zahl. Gegendemonstranten versuchten, die Strecke mit Sitzblockaden zu blockieren. Dort kam es zu Gerangel mit der Polizei. Bei der Räumung der Strecke verwendeten die Beamten laut Polizeiangaben Pfefferspray. "Grundsätzlich sind wir aber ganz zufrieden mit dem Verlauf bisher", sagte Sprecher Thomas Geithner vor Ort.

Dresden war am 13. Februar 1945 und in den Tagen danach bei Angriffen britischer und amerikanischer Bomber in Schutt und Asche gelegt worden. Nach Zahlen einer Historikerkommission kamen bis zu 25.000 Menschen ums Leben. Die Luftangriffe werden regelmäßig von Rechtsextremen instrumentalisiert, um die Kriegsschuld Deutschlands zu relativieren. Auch in diesem Jahr haben sie einen "Trauermarsch" organisiert.

Polizei mit Großaufgebot

Die Anreise der Versammlungsteilnehmer beider Seiten lief nach Polizeiangaben ohne Zwischenfälle. Die Polizei ist mit einem Großaufgebot vor Ort, um die beiden Lager voneinander zu trennen.

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Auch ein Bündnis aus zivilgesellschaftlichen Gruppen mobilisierte bereits am Vormittag unter dem Motto "Nazis blockieren" zu mehreren Zubringer-Demonstrationen und einer Kundgebung in der Innenstadt. Nach Angaben der Veranstalter versammelten sich dabei an verschiedenen Treffpunkten innerhalb kurzer Zeit mehrere hundert bis über tausend Menschen. Ziel sei gewesen, den rechtsextremen "Trauermarsch" durch Sitzblockaden und spontane Versammlungen entlang möglicher Laufwege zu stören.

Im Tagesverlauf berichteten die Organisatoren zudem von "Repression" und „Polizeigewalt", unter anderem im Bereich der Ostraallee. Dort seien Einsatzkräfte teils massiv gegen Menschen vorgegangen; außerdem wurden nach Schilderungen vor Ort Wasserwerfer, Polizeipferde und schweres Räumgerät aufgefahren. Die Polizei teilte über Lautsprecherdurchsagen mit, Versammlungen könnten bleiben, solange sie friedlich seien und Absperrungen nicht verschoben würden. Zu den Vorwürfen der Organisatoren machte die Polizei zunächst keine weitergehenden Angaben.

Nach Schilderungen von Beobachtern vor Ort soll es außerdem Übergriffe auf Journalistinnen und Journalisten gegeben haben. Mehrere als Pressevertreter ausgewiesene Personen seien aus Blockaden handgreiflich abgedrängt und die Berichterstattung verwehrt worden. Zudem soll es zu Pfefferspray-Einsätzen gekommen sein, von denen auch Journalist:innen betroffen gewesen seien. In anderen Fällen seien Pressevertreter trotz Presseausweis nicht in den Bereich von Blockaden gelassen worden. Die Polizei wollte sich auf Nachfrage zunächst nicht zu den Vorwürfen äußern.

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