Gesellschaft: Blumen, Kerzen, Tränen: München erinnert an Anschlags-Opfer

Am Tatort gedenken viele der Opfer, während nur 500 Meter weiter der Prozess gegen den mutmaßlichen Attentäter läuft. Was die Menschen bis heute bewegt – und was die Stadtspitze sagt.

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Mit einem bewegenden Gedenken hat München zum Jahrestag an den tödlichen Auto-Anschlag auf eine Demonstration der Gewerkschaft Verdi in München erinnert. Nach Angaben der Polizei kamen rund 350 Menschen, unter ihnen Vertreter der Stadt, der Rettungskräfte, der Gewerkschaft und Teilnehmer der Demonstration von damals, am Tatort zusammen.

Viele leiden bis heute an körperlichen oder seelischen Folgen. Blumen und Kerzen erinnerten an die zweijährige Hafsa und ihre Mutter Amel, die bei dem Anschlag starben. Ein junger Afghane soll mit einem Kleinwagen gezielt in die Menge gerast sein. Als Erste wurden die kleine Hafsa im Kinderwagen und ihre Mutter erfasst, beide starben. Mehr als 40 Menschen wurden verletzt, einige lebensgefährlich.

Viele leiden bis heute

Manche blieben laut einem Verdi-Sprecher dem Gedenken fern – die Belastung sei für sie bis heute zu hoch. "Was an jenem Tag geschah, wirkt fort – in Nächten ohne Schlaf, in Ängsten, in Schmerzen, im Ringen um Normalität", sagte Münchens zweiter Bürgermeister Dominik Krause (Grüne) in Vertretung von Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD).

Krause und die Geschäftsführerin von Verdi München, Claudia Weber, erinnerten auch an die vielen Menschen, die geholfen hatten. Solidarität sei die richtige Antwort auf Gewalt, Hass und Hetze, sagte Weber. Ähnlich äußerte sich Luise Klemens von der Landesbezirksleitung von Verdi Bayern. Die Tat treffe nicht nur einzelne, sondern "uns alle."

Prozess geht weiter

Während am Tatort der Opfer gedacht wurde, lief rund 500 Meter weiter der Prozess gegen den inzwischen 25-jährigen Afghanen weiter. Die Bundesanwaltschaft geht bei dem mutmaßlichen Täter von islamistischem Terrorismus als Motiv aus und wirft ihm zweifachen Mord und 44-fachen Mordversuch vor.

Am Jahrestag waren keine Betroffene als Zeugen geladen, damit sie an dem Gedenken teilnehmen konnten. Vor Gericht stellte ein Verkehrsanalytiker sein Gutachten vor. Bisherigen Ermittlungen zufolge brachte der Mann nicht selbst das Fahrzeug zum Stehen – er konnte wegen der Opfer unter dem Auto nicht weiterfahren.

+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

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