Pam Bondi: Eiskalt-Lüge von Trumps Ministerin im Epstein-Ausschuss bloßgestellt
US-Justizministerin Pam Bondi bekam im Kongressausschuss von allen Seiten Druck, als es um den Umgang von Donald Trumps Regierung mit den Epstein-Akten ging. Vor laufender Kamera wurde die Ministerin dreister Lügen und Gesetzesbrüche überführt.
Erstellt von Claudia Löwe - Uhr
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- Pam Bondi vor Kongressausschuss zu Epstein-Akten zerlegt
- US-Justizministerin lügt unter Eid, als es um Donald Trumps Verbrechen geht
- Demokrat Ted Lieu: "Pam Bondi muss zurücktreten"
Donald Trump selbst hatte vollmundig angekündigt, im Falle seiner Wiederwahl die vollständigen Akten zum Fall Jeffrey Epstein zu veröffentlichen - Wort gehalten hat der US-Präsident jedoch weder in vollem Umfang noch fristgerecht. Erst Mitte Dezember 2025 hatte das US-Justizministerium unter der Leitung von Pam Bondi damit begonnen, Ermittlungsakten aus dem Fall Epstein zu veröffentlichen - kurz danach waren allerdings mehr als ein Dutzend Dateien überraschend wieder verschwunden. Bondis Stellvertreter Todd Blanche sagte damals, dass die plötzliche Löschung auf Bitten von Betroffenen erfolgt sei. Die entfernten Fotos zeigten potenzielle Opfer, die zuvor nicht als solche identifiziert worden seien, hieß es.
Pam Bondi muss sich wegen Epstein-Akten vor Kongressausschuss verantworten
Für Donald Trumps Justizministerin hat der Umgang der Regierung mit den Epstein-Akten ein heikles Nachspiel: Pam Bondi muss sich vor einem Kongressausschuss rechtfertigen. In der Anhörung wurde die Trump-Ministerin bereits ordentlich in die Zange genommen und von Demokraten scharf attackiert. Die Vorwürfe, die jetzt gegen Pam Bondi im Raum stehen, haben es in sich - zudem wurde die Justizministerin vor aller Augen der Lüge überführt.
Pam Bondi als Lügnerin bloßgestellt - plötzlich schlägt die Trump-Ministerin zurück
Bei einer turbulenten Anhörung vor dem Justizausschuss des Repräsentantenhauses hat US-Justizministerin Pam Bondi am 11. Februar eingestanden, dass bei der Veröffentlichung der Epstein-Akten Fehler passiert sind. Namen von Missbrauchsopfern seien "versehentlich" öffentlich gemacht worden, räumte sie ein. Nach entsprechenden Hinweisen habe man diese "umgehend" geschwärzt. Die mehr als fünfstündige Befragung entwickelte sich zu einem erbitterten Schlagabtausch zwischen der Ministerin und demokratischen Abgeordneten. Bondi wies kritische Nachfragen zurück, bezeichnete die Anhörung als "theatralisch" und beleidigte Oppositionspolitiker. Demokraten werfen ihr vor, mit der Schwärzungspraxis Täter zu schützen und Opfer zu gefährden. Anwesende Betroffene des Epstein-Skandals würdigte Bondi während der gesamten Sitzung keines Blickes.
US-Demokraten konfrontieren Pam Bondi mit Ungereimtheiten bei Veröffentlichung von Epstein-Akten
Der demokratische Abgeordnete Jamie Raskin beispielsweise kritisierte scharf, dass Opfernamen ungeschwärzt blieben, während Täter und Komplizen geschützt wurden. "Viele hatten ihre Peinigung geheim gehalten, sogar vor Familie und Freunden", sagte er – dennoch habe das Ministerium ihre Identitäten preisgegeben. Sein Parteikollege Dan Goldman warf der Justizministerin vor, mit den Schwärzungen Trump und "andere in Verbindung zu Epstein stehende Täter" zu schützen. Die Fehler könnten nicht an Zeitmangel gelegen haben: Statt der vorgegebenen 30 Tage habe sich das Ministerium 75 Tage Zeit genommen.
Zur Person: Wer ist Pam Bondi?
- Pam Bondi wuchs in der Mittelschicht von Tampa, Florida, auf und arbeitete nach ihrem Juraabschluss fast zwei Jahrzehnte als Staatsanwältin.
- Zweimal wurde sie zur Generalstaatsanwältin Floridas gewählt – ein öffentliches Amt. Warum sie in dieser Zeit von 2011 bis 2019 wenig zur Aufarbeitung des Epstein-Falls beitrug, bleibt unklar.
- Ihre Nähe zu Donald Trump begann 2016, als sie sich früh für seine Kandidatur aussprach. Im ersten Amtsenthebungsverfahren gehörte sie zu seinem Verteidiger-Team. Laut "Atlantic" verdiente sie als Beraterin von Trumps Medienunternehmen fast drei Millionen Dollar.
- Die demonstrative Loyalität zum Präsidenten ist ungewöhnlich für ein Amt, das eigentlich unabhängig geführt werden soll. "Anwalt des Volkes" lautete bisher das Selbstverständnis dieser Position.
Pam Bondi der Lüge überführt: "Wenn sie auch nur einen Funken Anstand hat, muss sie zurücktreten"
Das Wortgefecht wurde besonders hitzig, als es Pam Bondi mit Ted Lieu zu tun bekam, der die demokratische Partei für den Bundesstaat Kalifornien im US-Repräsentantenhaus vertritt. Als Pam Bondi behauptete, in den Epstein-Akten gäbe es "keinen Beweis" für von Donald Trump begangene Straftaten, platzte Lieu der Kragen: "Ich bin der Auffassung, dass Sie gerade unter Eid gelogen haben", warf der Demokrate Pam Bondi an den Kopf, die mit einem empörten "Wagen Sie es nicht, mich eines Verbrechens zu bezichtigen!" reagierte. Nach der Anhörung führte Ted Lieu seine Vorwürfe detaillierter aus:
- "Pam Bondi hat unter Eid gelogen. Sie behauptete, es gäbe in den Epstein-Akten keine Beweise für ein Fehlverhalten von Donald Trump. Das ist schlichtweg eine Lüge."
- "Es existieren zahlreiche Dokumente, die Donald Trumps Fehlverhalten belegen. Ich habe eines vorgelegt. Ein Zeuge hatte sich an das Nationale Bedrohungszentrum des FBI gewandt und Beweise für ein mutmaßliches Verbrechen von Donald Trump gemeldet. Niemand im Justizministerium hat diesen Zeugen befragt."
- "Das ist nur ein Beispiel für Pam Bondis Meineid. Fakt ist: Bis heute gibt es über 1.000 anerkannte Opfer von Jeffrey Epsteins Sexhandelsring. Pam Bondi hat keinen einzigen Mann zur Rechenschaft gezogen. Das ist absurd und beschämend."
- "Wenn sie auch nur einen Funken Anstand hätte, sollte sie zurücktreten."
Lieu: Pam Bondi lied under oath. She said there was no evidence of wrongdoing in the Epstein files of Donald Trump. That’s just a lie. There are multiple documents that show wrongdoing of Donald Trump. I showed one. A witness had called into the FBI National Threat Operations… pic.twitter.com/hMSllfYjBD
— MeidasTouch (@MeidasTouch) February 11, 2026
Pam Bondi beschimpft ranghohe Demokraten als "abgehalfterten Verlierer-Anwalt"
Die Konfrontationen eskalierten mehrfach während der Anhörung. Als Bondi eine Frage des Abgeordneten Jerry Nadler nicht direkt beantwortete, schritt der demokratische Abgeordnete Jamie Raskin ein und warnte sie vor weiteren Ausweichmanövern. "Sie schreiben mir gar nichts vor!", fuhr Bondi ihn an. Dann beschimpfte sie den ranghohen Demokraten: "Du abgehalfterter Verlierer-Anwalt, du bist nicht einmal ein Anwalt!" Wiederholt verwendete die Ministerin den Begriff "Trump Derangement Syndrome", um kritische Fragen von Demokraten wie Raskin und der Abgeordneten Pramila Jayapal abzuwehren. Nadler fragte sie nach der Zahl angeklagter Epstein-Mitverschwörer – Bondi unterbrach ihn und erklärte: "Ich werde die Frage so beantworten, wie ich die Frage beantworten will." Anschließend bat sie den republikanischen Ausschussvorsitzenden Jim Jordan um Unterstützung.
Pam Bondi windet sich bei Anhörung wie ein Aal - und ignoriert anwesende Epstein-Opfer
Immer wieder wich Bondi kritischen Fragen mit themenfremden Ablenkungen aus. "Der Dow steht bei aktuell über 50.000!", verkündete sie und lobte weitere Börsenrekorde – als hätte das irgendetwas mit dem Epstein-Skandal zu tun. Mehrfach hielt sie Fotos hoch, die angeblich Migranten ohne Aufenthaltsgenehmigung zeigten, und fragte empört, ob den Abgeordneten die Taten dieser "illegalen Schwerverbrecher" egal seien.
Die im Saal anwesenden Epstein-Opfer ignorierte die Ministerin konsequent. Als einige per Handzeichen signalisierten, dass sie keine Gesprächstermine beim Justizministerium bekommen hatten, würdigte Bondi sie nicht einmal eines Blickes. Der Abgeordnete Jared Moskovitz kommentierte resigniert: "Trumps Name kommt häufiger in den Epstein-Akten vor, als Gottes Name in der Bibel."
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loc/news.de/dpa/stg
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