Annalena Baerbock: "Völlig abstrus!" Ex-Außenministerin über erfundene Affäre
Mit drastischen Zahlen und klaren Worten warnt Annalena Baerbock im EU-Parlament vor digitaler Gewalt gegen Frauen. Die UN-Generalversammlungspräsidentin spricht von einer "tief systematischen" Entwicklung und sendet zugleich eine deutliche Botschaft in Richtung Donald Trump.
Erstellt von Anika Bube - Uhr
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- 95 Prozent aller Deepfakes sind laut Baerbock pornografisch – 99 Prozent richten sich gegen Frauen
- Ex-Außenministerin selbst mehrfach Ziel von Fake-Kampagnen
- Scharfe Worte zu Ukraine, Gaza und Grönland – indirekte Kritik an Trump
Annalena Baerbock hat im EU-Parlament in Straßburg eindringlich vor der wachsenden Bedrohung durch digitale Gewalt gegen Frauen gewarnt. Die ehemalige Außenministerin, die mittlerweile als Präsidentin der UN-Generalversammlung amtiert, präsentierte dabei alarmierende Zahlen. Laut Baerbock handelt es sich bei 95 Prozent aller Deepfake-Inhalte im Netz um pornografisches Material, das ohne Zustimmung der Betroffenen erstellt wurde. Noch drastischer: 99 Prozent dieser manipulierten Aufnahmen zielen auf Frauen ab. Diese Verteilung sei keineswegs zufällig, sondern "tief systematisch", betonte die Politikerin in ihrer Ansprache.
Gefälschte Hüllenlos-Bilder und erfundene Affären: Baerbock warnt vor digitaler Gewalt an Frauen
Baerbock kennt die Schattenseiten digitaler Hetzkampagnen aus eigener Erfahrung. Bereits während des Bundestagswahlkampfs 2021 kursierte in sozialen Netzwerken ein vermeintliches Nacktfoto von ihr. Tatsächlich zeigte das Bild ein Erotikmodel mit ähnlichem Aussehen. "Es täuschte vor, ich hätte mein Geld als Prostituierte verdient", kommentierte Baerbock die Fälschung später selbst. Im August 2024 folgte eine weitere Attacke: Eine frei erfundene Geschichte über eine angebliche Escort-Affäre mit einem nigerianischen Callboy machte die Runde. Das Auswärtige Amt bezeichnete die Behauptungen als "völlig abstrus" und vermutete "russische Akteure" hinter dem Diffamierungsversuch.
Angriffe auf die internationale Ordnung
In ihrer Rede vor dem EU-Parlament thematisierte Baerbock auch die globale Sicherheitslage. Die bestehende Weltordnung werde nicht nur unter Druck gesetzt, sondern aktiv attackiert, erklärte sie mit Blick auf Konflikte in der Ukraine, im Sudan, in Gaza sowie die Situation um Grönland.
Die UN-Generalversammlungspräsidentin rief zu entschlossenem Handeln auf: "Die Wahrheit zu verteidigen ist kein Zuschauersport." Niemand könne sich als unbeteiligter Beobachter zurücklehnen, während Unrecht geschehe. "Schweigen ist eine Entscheidung. Untätigkeit ist eine Entscheidung", mahnte Baerbock. Besonders schwierig werde dies allerdings, wenn man mit Erpressung, Drohungen und Einschüchterung konfrontiert sei.
Seitenhieb gegen Trump ohne Namensnennung
Obwohl Baerbock den US-Präsidenten nicht direkt erwähnte, war ihre Kritik an Donald Trump unüberhörbar. Sie rügte dessen Bestrebungen, Grönland zu annektieren, sowie die wiederholt ausgesprochenen Zolldrohungen gegen Verbündete. "Die Wahrheit zu verteidigen bedeutet, dass wir nicht über die Fakten verhandeln können", stellte Baerbock klar. Man könne nicht einfach "mitmachen, um mitzukommen" in der Hoffnung, dadurch Strafzölle abzuwenden. Mit diesen Worten wandte sich die UN-Generalversammlungspräsidentin gegen jede Form von Appeasement gegenüber Erpressungsversuchen auf internationaler Ebene.
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