Donald Trump: Werde "wahrscheinlich in den Himmel kommen" - US-Präsident hält Gaga-Rede

Donald Trump verwandelt das Nationale Gebetsfrühstück in eine politische One-Man-Show. Der Präsident spricht über sein Seelenheil, verspottet Gegner, lobt Diktatoren und liefert eine 77-minütige Rede, die weit über Religion hinausgeht.

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Donald Trump hat beim National Gebetsfrühstück eine 77-minütige Rede gehalten. (Foto) Suche
Donald Trump hat beim National Gebetsfrühstück eine 77-minütige Rede gehalten. Bild: picture alliance/dpa/AP | Evan Vucci
  • Donald Trump erklärt beim Gebetsfrühstück, er komme "wahrscheinlich in den Himmel"
  • Der Präsident nutzt die Bühne für Wahlbetrugs-Behauptungen, Kulturkampf und Eigenlob
  • Von Tom Cruise bis "coolster Diktator": eine Rede voller bizarrer Aussagen

Beim National Prayer Breakfast am Donnerstag (05.02.2026) in Washington hat US-Präsident Donald Trump eine 77-minütige Rede gehalten, die weit über religiöse Themen hinausging. Vor Kongressmitgliedern und Glaubensführern im Washington Hilton erklärte der Präsident, er werde "wahrscheinlich in den Himmel kommen". "Ich denke wirklich, dass ich es wahrscheinlich schaffen sollte", sagte Trump. "Ich meine, ich bin kein perfekter Kandidat, aber ich habe verdammt viel Gutes für perfekte Menschen getan." Der 79-Jährige behauptete zudem, er habe "mehr für Religion getan als jeder andere Präsident". Seine Vorgänger im Weißen Haus hätten die Religion im Stich gelassen. Bei der eigentlich überparteilichen Veranstaltung erklärte Trump: "Ich weiß nicht, wie ein gläubiger Mensch für einen Demokraten stimmen kann."

Donald Trump plant "Wiederweihung Amerikas"

Zudem verkündete Trump, dass er im Mai auf der National Mall eine Zeremonie abhalten wolle, um "Amerika als eine Nation unter Gott neu zu weihen". Der US-Präsident betonte, er habe Christentum und Religion wieder ins Zentrum der amerikanischen Politik und Kultur gerückt. Als Belege führte er seine Unterstützung für Schulgebete, Maßnahmen gegen Transgender-Personen und die Einrichtung eines Glaubensbüros im Weißen Haus an. "Manche wichtigen Politiker weigern sich, das Wort Gott auszusprechen. Sie wollen es nicht sagen. Ich sage es", erklärte Trump. Die Kirchen würden sich wieder füllen, behauptete er: "Das hattet ihr vor zwei Jahren nicht." Es gebe viele Zeichen, dass die Religion unter seiner Führung zurückkehre "und zwar sehr stark".

Trump schwärmt von US-Militär: Soldaten, "die alle wie Tom Cruise aussehen, nur größer"

Während seiner ausschweifenden Rede kam Trump auch auf das US-Militär zu sprechen. Man bevorzuge starke Personen mit ausgezeichneter Sehkraft, die gut mit einem Gewehr umgehen könnten, erklärte er. Für "extrem schwache, nicht muskulöse" Menschen sei kein Platz. "Unser Militär besteht aus Leuten, die alle wie Tom Cruise aussehen, nur größer", prahlte der Präsident, was im Publikum für Gelächter sorgte.

Doch dabei blieb es nicht. Trump wetterte gegen "Transgender-Wahnsinn" und vogelvernichtende Windkraftanlagen. Grönland bezeichnete er als "das größte Stück Eis der Welt". Den republikanischen Abgeordneten Thomas Massie nannte er einen "Idioten", weil dieser grundsätzlich gegen Gesetzesvorhaben stimme, "egal wie gut sie sind". Trump nutzte die Bühne auch, um erneut unbelegte Behauptungen über die Präsidentschaftswahl 2020 zu verbreiten. Weil "sie die zweite Wahl manipuliert" hätten, habe er 2024 unbedingt gewinnen müssen, erklärte er freimütig. "Ich brauchte es für mein eigenes Ego. Ich hätte für den Rest meines Lebens ein schlechtes Ego gehabt", gestand Trump. "Jetzt habe ich allerdings ein wirklich großes Ego. Diese Verrückten zu schlagen war unglaublich, oder?" Der Präsident erwähnte zudem seine Geheimdienstdirektorin Tulsi Gabbard, die bei Ermittlungen des Justizministeriums zu Wahlunterlagen aus Georgia mitgewirkt habe. Das FBI hatte am 28. Januar einen Durchsuchungsbefehl in einem Wahlzentrum in Fulton County vollstreckt – im Zusammenhang mit Untersuchungen zur Wahl 2020.

Bukele als "Lieblingsperson", Kongos Präsident namenlos

Während seiner Rede begrüßte Trump zwei besondere Gäste. El Salvadors Präsident Nayib Bukele bezeichnete er als "eine meiner Lieblingspersonen" und "großartigen Verbündeten". Der 44-Jährige, der sich selbst als "coolsten Diktator der Welt" bezeichnet, betreibe "ziemlich große Gefängnisse", merkte Trump anerkennend an. Beim kongolesischen Präsidenten Félix Tshisekedi versagte hingegen Trumps Gedächtnis. "Der Präsident des Kongo. Präsident –", setzte er an, bevor er aufgab: "Der Präsident, würden Sie bitte aufstehen?"

Kritik an seiner Person wies Trump zurück. Wer ihn als "Diktator" bezeichne, liege falsch. Die wahren Diktatoren seien jene Demonstranten und Reporter, die bei Protesten gegen Abschiebungen in einer Kirche in Minnesota festgenommen wurden. "Sie waren wie die Gestapo", behauptete er.

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