Donald Trump schickt "Armada": Satellitenbilder zeigen massiven Militäraufmarsch

Kurz vor geplanten Verhandlungen mit Teheran zeigt Donald Trump Stärke: Eine "Armada" aus Flugzeugträgern, Zerstörern und Kampfflugzeugen rückt in die Golfregion vor – Satellitenaufnahmen dokumentieren die massive Truppenkonzentration.

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Donald Trump schickt eine Armada in den Nahen Osten. (Foto) Suche
Donald Trump schickt eine Armada in den Nahen Osten. Bild: picture alliance/dpa/AP | Evan Vucci
  • Die USA verstärken kurz vor Gesprächen mit dem Iran massiv ihre Militärpräsenz in der Golfregion.
  • Trump bezeichnet die Truppenkonzentration als "Armada", während Teheran demonstrative Kampfbereitschaft zeigt.
  • Experten sehen den Aufmarsch als Vorbereitung auf erweiterte militärische Optionen, inklusive Rettungseinsätzen in feindlichem Gebiet.

Kurz vor den geplanten Gesprächen zwischen Washington und Teheran im Oman haben die USA ihre militärische Schlagkraft in der Golfregion massiv verstärkt. Satellitenaufnahmen dokumentieren rund ein Dutzend Kriegsschiffe sowie Dutzende Kampfflugzeuge an verschiedenen Stützpunkten rund um den Iran. US-Präsident Donald Trump bezeichnet die Truppenkonzentration als "Armada", die den Iran zurück an den Verhandlungstisch zwingen soll. In einem Interview mit Fox News erklärte er kürzlich: "Sie reden mit uns, und wir werden sehen, ob wir etwas erreichen können, andernfalls werden wir sehen, was passiert." Die Islamische Republik reagiert mit demonstrativer Entschlossenheit. Außenminister Abbas Araghchi stellte am vergangenen Freitag klar: "So wie der Iran zu Verhandlungen bereit ist, ist er auch zum Krieg bereit."

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Im Zentrum der militärischen Vorbereitungen steht laut "Washington Post" die Luftwaffenbasis Muwaffaq Salti in Jordanien. Satellitenbilder zeigen dort mindestens zwölf F-15E-Kampfjets, die bereits im zwölftägigen Krieg zwischen Israel und dem Iran im Juni zum Einsatz kamen. Zusätzlich wurden A-10C Thunderbolt II – im Militärjargon "Warzenschweine" genannt – auf dem Stützpunkt gesichtet. Diese Maschinen sind auf Bodenbekämpfung spezialisiert. Neuere Aufnahmen zeigen außerdem mindestens eine MQ-9 Reaper-Drohne sowie mehrere Mehrzweck-Hubschrauber. Besondere Aufmerksamkeit erregt die Verlegung von zwei HC-130J Combat King. Diese Spezialflugzeuge dienen Such- und Rettungseinsätzen in Kampfgebieten. Für Experten ein deutliches Zeichen: Das Pentagon bereitet sich offenbar auf Szenarien vor, bei denen Piloten oder Spezialkräfte aus feindlichem Territorium geborgen werden müssten.

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Auch zur See demonstrieren die USA ihre Stärke. Der Flugzeugträger USS Abraham Lincoln erreichte am 26. Januar mit drei Lenkwaffenzerstörern das nördliche Arabische Meer. Die Trump-Regierung hatte den Trägerverband aus dem Südchinesischen Meer umgeleitet – zuvor war seit Oktober kein US-Flugzeugträger mehr in der Region stationiert gewesen.

Mindestens acht weitere Kriegsschiffe operieren im Einsatzgebiet. Die Zerstörer USS McFaul und USS Mitscher patrouillieren nahe der Straße von Hormus. Weitere Einheiten befinden sich im Roten Meer und östlichen Mittelmeer. An Bord der Abraham Lincoln befinden sich neben F-35-Kampfjets auch EA-18G Growler. Diese Spezialflugzeuge können feindliche Radarsysteme stören – eine Fähigkeit, die bei tieferen Vorstößen in iranischen Luftraum entscheidend wäre.

Teheran zeigt sich kampfbereit – Verhandlungen sollen Freitag starten

Die iranische Führung reagiert auf die amerikanische Machtdemonstration mit einer Mischung aus Gesprächsbereitschaft und Drohungen. Der hochrangige Sicherheitsbeamte Ali Larijani schrieb am Samstag in sozialen Medien, die "strukturellen Vorbereitungen für Verhandlungen" würden voranschreiten.

Analysten bewerten den aktuellen Aufmarsch als Vorbereitung auf ein breiteres Einsatzspektrum als bei den gezielten Angriffen auf iranische Atomanlagen im vergangenen Juni. Dana Stroul, ehemalige stellvertretende Verteidigungsministerin für den Nahen Osten, erklärte gegenüber der "Washington Post": "Sie bereiten das Einsatzgebiet vor, um erweiterte Angriffsoptionen bereitzustellen, falls der Präsident Militärschläge anordnet." Anders als damals gebe es diesmal offenbar kein "begrenztes Ziel". Der Iran hat für den Fall eines US-Angriffs mit heftiger Vergeltung gegen amerikanische Interessen in der Region und Israel gedroht.

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